Beglei­tung von Heim­be­woh­nern beim Arzt­be­such

Die zustän­di­ge Heim­auf­sichts­be­hör­de darf anord­nen, dass ein Heim­be­trei­ber die Heim­be­woh­ner zum Arzt beglei­ten lässt; sie kann nicht anord­nen, dass dies als all­ge­mei­ne Pfle­ge­leis­tung, also ohne Erhe­bung eines geson­der­ten Ent­gelts, zu gesche­hen hat.

Beglei­tung von Heim­be­woh­nern beim Arzt­be­such

Der Lan­des­ge­setz­ge­ber kann die Heim­auf­sichts­be­hör­den nicht ermäch­ti­gen, Ver­pflich­tun­gen von Heim­be­trei­bern gegen­über Heim­be­woh­nern aus Heim­ver­trä­gen, die dem Wohn- und Betreu­ungs­ver­trags­ge­setz unter­lie­gen, im Wege einer heim­auf­sichts­recht­li­chen Ver­fü­gung durch­zu­set­zen.

Die zustän­di­ge Heim­auf­sichts­be­hör­de darf Ver­pflich­tun­gen von Heim­be­trei­bern gegen­über Heim­be­woh­nern, die sich aus pfle­ge­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Rah­men­ver­trä­gen erge­ben, grund­sätz­lich zum Gegen­stand einer heim­auf­sichts­recht­li­chen Ver­fü­gung machen. Der Lan­des­ge­setz­ge­ber kann die Heim­auf­sichts­be­hör­den aber nicht ermäch­ti­gen, Ver­pflich­tun­gen, die im Rah­men­ver­trag nicht aus­drück­lich gere­gelt sind und zu denen auch kei­ne Gemein­sa­me Emp­feh­lung der Ver­trags­par­tei­en zustan­de gekom­men ist, durch heim­auf­sichts­recht­li­che Ver­fü­gung fest­zu­set­zen.

Der Rah­men­ver­trag für die voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge für das Land Baden-Würt­tem­berg zählt die vom Heim­be­trei­ber zu gewähr­leis­ten­de Beglei­tung eines Heim­be­woh­ners zum Arzt nicht zu den all­ge­mei­nen Pfle­ge­leis­tun­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 9. Juli 2012 – 6 S 773/​11