Das Insol­venz­plan­ver­fah­rens – und die Bestel­lung als Steu­er­be­ra­ter

Die Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens führt nach § 46 Abs. 2 Nr. 4 StBerG zur gesetz­li­chen Ver­mu­tung eines Ver­mö­gens­ver­falls. Die durch die Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens ein­tre­ten­den Rechts­fol­gen kön­nen des­halb nicht geeig­net sein, die Ver­mu­tung des Ver­mö­gens­ver­falls zu wider­le­gen. Zu die­sen Rechts­fol­gen gehört auch die Mög­lich­keit eines Antrags auf Durch­füh­rung eines Insol­venz­plan­ver­fah­rens.

Das Insol­venz­plan­ver­fah­rens – und die Bestel­lung als Steu­er­be­ra­ter

Ob die Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se des Steu­er­be­ra­ters nach Abschluss des Insol­venz­plan­ver­fah­rens als geord­net ange­se­hen wer­den kön­nen und eine Wie­der­be­stel­lung als Steu­er­be­ra­ter in Betracht kommt, wird auf der Grund­la­ge der Gege­ben­hei­ten die­ses (künf­ti­gen) Zeit­punkts zu ent­schei­den sein. Das mit § 46 Abs. 2 Nr. 4 StBerG ver­folg­te gesetz­ge­be­ri­sche Ziel, die Inter­es­sen der Man­dan­ten vor Gefähr­dun­gen zu schüt­zen, die von einem in Ver­mö­gens­ver­fall gera­te­nen Steu­er­be­ra­ter aus­ge­hen kön­nen, ver­bie­tet es aber, die gericht­li­che Ent­schei­dung über die Wider­rufs­ver­fü­gung bis zu einer etwai­gen Kon­so­li­die­rung der Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se des Steu­er­be­ra­ters zurück­zu­stel­len [1].

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs [2] ist die Ord­nung der wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se zumin­dest bis zur Annah­me und Bestä­ti­gung eines Insol­venz­plans (§§ 235 ff. InsO) völ­lig unge­wiss.

Ob auch ohne das Vor­lie­gen eines bestä­tig­ten Insol­venz­plans Ver­ein­ba­run­gen mit den Gläu­bi­gern die Ver­mu­tung des Ver­mö­gens­ver­falls wider­le­gen kön­nen, ist danach eine vom Tatrich­ter zu beant­wor­ten­de Fra­ge des Ein­zel­falls. In BFH/​NV 2009, 1463 bean­stan­de­te der Bun­des­fi­nanz­hof in die­sem Zusam­men­hang nicht die Erwä­gun­gen des Instanz­ge­richts, eine mit den Gläu­bi­gern der Steu­er­be­ra­te­rin getrof­fe­ne Ver­ein­ba­rung füh­re ‑anders als ein gericht­lich bestä­tig­ter Insol­venz­plan- nicht zu den Rechts­fol­gen des § 254 Abs. 1 Satz 3 InsO a.F. (§ 254b InsO n.F.; Anwen­dung auch für Gläu­bi­ger, die ihre For­de­run­gen nicht ange­mel­det haben) und des § 258 Abs. 1 InsO (Auf­he­bung des Insol­venz­ver­fah­rens).

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 18. Dezem­ber 2013 – VII B 40/​13

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 20.04.2010 – VII B 235/​09, BFH/​NV 2010, 1496, m.w.N.[]
  2. BFH, Beschluss vom 30.04.2009 – VII R 32/​08, BFH/​NV 2009, 1463, m.w.N.[]