Aus­schüt­tung und Insol­venz einer Treu­hand-KG

Wur­den bei einer Publi­kums­kom­man­dit­ge­sell­schaft, an wel­cher Fonds­an­le­ger mit­tel­bar über Treu­hand­ver­trä­ge betei­ligt sind, an jene Treu­ge­ber Aus­schüt­tun­gen aus dem Gesell­schafts­ver­mö­gen vor­ge­nom­men, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen der Ein­la­gen­rück­ge­währ (§§ 171 Abs. 1, 172 Abs. 4 Satz 1 HGB) erfül­len, so steht einer Abtre­tung der hier­aus resul­tie­ren­den ver­trag­li­chen Frei­stel­lungs­an­sprü­che der Treu­hand­kom­man­di­tis­tin gegen die jewei­li­gen Treu­ge­ber an den Insol­venz­ver­wal­ter über das Ver­mö­gen der Gesell­schaft kein Abtre­tungs­ver­bot nach § 399 BGB ent­ge­gen.

Aus­schüt­tung und Insol­venz einer Treu­hand-KG

Gegen den Zah­lungs­an­spruch des Insol­venz­ver­wal­ters, in den sich der an die­sen abge­tre­te­ne Frei­stel­lungs­an­spruch umwan­delt, kann der jewei­li­ge Treu­ge­ber nicht mit Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen auf­rech­nen, wel­che ihm gege­be­nen­falls gegen­über der Treu­hand­kom­man­di­tis­tin zuste­hen. Denn einer sol­chen Auf­rech­nung stün­de das Prin­zip zwin­gen­den Schut­zes ent­ge­gen, wel­chen das haf­ten­de Kapi­tal nach §§ 171 Abs. 1, 172 Abs. 4 Satz 1 HGB genießt.

Der Zah­lungs­an­spruch des Insol­venz­ver­wal­ters aus abge­tre­te­nem Recht ver­jährt in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 159 Abs. 1 HGB.

Die Vor­schrift des § 172 Abs. 5 HGB greift nur dann zuguns­ten des jewei­li­gen Treu­ge­bers ein, wenn die maß­geb­li­chen Bilan­zen der betref­fen­den Kom­man­dit­ge­sell­schaft – nach Ver­rech­nung mit den jewei­li­gen Ver­lust­vor­trä­gen – über­haupt Gewin­ne ver­zeich­nen.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 18. März 2010 – 14 U 50/​09