Ver­schmel­zung von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten

Am 14.09.2005 hat der Rat den Richt­li­ni­en­vor­schlag der Kom­mis­si­on über die Ver­schmel­zung von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten aus ver­schie­de­nen Mit­glied­staa­ten gebil­ligt und erlas­sen. Die Richt­li­nie kann daher nun­mehr im Amts­blatt der EU ver­öf­fent­licht wer­den. Sie tritt am zwan­zigs­ten Tag nach der Ver­öf­fent­li­chung in Kraft.

Ver­schmel­zung von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten

Mit der Richt­li­nie sol­len grenz­über­schrei­ten­de Ver­schmel­zun­gen von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten aus ver­schie­de­nen Mit­glied­staa­ten erleich­tert wer­den, wozu die Mit­glied­staa­ten inner­halb von 24 Mona­ten nach Inkraft­tre­ten der Richt­li­nie Rechts­vor­schrif­ten erlas­sen müs­sen, die die grenz­über­schrei­ten­de Ver­schmel­zung von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten zulas­sen, sofern ihr ein­zel­staat­li­ches Recht inner­staat­li­che Ver­schmel­zun­gen von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten erlaubt.

Bei der bis­her strit­ti­gen Mit­be­stim­mungs­re­gel für Arbeit­neh­mer ist nun­mehr vor­ge­se­hen, dass im Grund­satz bei einer grenz­über­schrei­ten­den Ver­schmel­zung das Recht des Mit­glieds­staats Anwen­dung fin­den soll, in dem die durch die Ver­schmel­zung ent­ste­hen­de Gesell­schaft ihren Sitz hat. Die­se Grund­satz­re­ge­lung soll kei­ne Anwen­dung fin­den, wenn eine der ver­schmel­zen­den Gesell­schaf­ten mehr als 500 Arbeit­neh­mer beschäf­tigt und in die­ser Gesell­schaft ein Sys­tem der Arbeit­neh­mer­mit­be­stim­mung i.S.d. Richt­li­nie 2001/​86/​EG besteht. Eine wei­te­re Aus­nah­me vom Grund­satz soll – unab­hän­gig von der Arbeit­neh­mer­an­zahl der ver­schmel­zen­den Gesell­schaf­ten – gel­ten, wenn das für die aus der Ver­schmel­zung her­vor­ge­hen­de Gesell­schaft maß­ge­ben­de Recht nicht einen gleich hohen Stan­dard an Mit­be­stim­mungs­re­geln oder nicht den glei­chen Anspruch auf Aus­übung die­ser Regeln vor­sieht, wie die Rege­lun­gen, die auf die ver­schmel­zen­den Gesell­schaf­ten Anwen­dung fin­den. In die­sen Fäl­len sol­len bestimm­te Mit­be­stim­mungs­re­geln der Euro­päi­schen Akti­en­ge­sell­schaft (SE) (Ver­ord­nung 2157/​2001/​EG und Richt­li­nie 2001/​86/​EG) ein­schlä­gig sein. Modi­fi­ziert wird jedoch die Vor­aus­set­zung der Anwen­dung einer gesetz­li­chen Auf­fang­re­ge­lung, die ein­greift, wenn das nach Art. 3 der Richt­li­nie 2001/​86/​EG von den ver­schmel­zen­den Gesell­schaf­ten ein­zu­set­zen­de so genann­te Ver­hand­lungs­gre­mi­um kei­ne Einig­keit über die Anwen­dung von Mit­be­stim­mungs­re­geln erzie­len konn­te. Wäh­rend Art. 7 der Richt­li­nie 2001/​86/​EG bei der euro­päi­schen Akti­en­ge­sell­schaft vor­sieht, dass die gesetz­li­che Auf­fang­re­ge­lung – die i.d.R. die Anwen­dung von den höchs­ten Mit­be­stim­mungs­stan­dards vor­schreibt – bereits ein­greift, wenn vor der Ver­schmel­zung 25 % der Arbeit­neh­mer schüt­zen­den Mit­be­stim­mungs­re­geln unter­la­gen, wird die­ser Pro­zent­satz bei der Ver­schmel­zung von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten auf 33 1/​3 % ange­ho­ben.