Grün­dungs­ge­sell­schaf­ter haf­ten auf Scha­dens­er­satz

Anle­ger bei der "Dubai 1000-Hotel-Fonds-Gesell­schaft", die bei voll­stän­di­ger und rich­ti­ger Auf­klä­rung nicht in die Gesell­schaft inves­tiert hät­ten, kön­nen von den auf­klä­rungs­pflich­ti­gen Grün­dungs­ge­sell­schaf­tern Rück­zah­lung des inves­tier­ten Betrags nebst Agio sowie den ent­gan­ge­nen Gewinn gegen Rück­über­tra­gung der Betei­li­gung ver­lan­gen.

Grün­dungs­ge­sell­schaf­ter haf­ten auf Scha­dens­er­satz

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm ent­schie­den im Fall der "Dubai 1000-Hotel-Fonds-Gesell­schaft". Von der Gesell­schaft war geplant, in Dubai ein Grund­stück zu erwer­ben, dar­auf ein 1000 Bet­ten Hotel zu errich­ten und die­ses zu ver­mie­ten. Tat­säch­lich schei­ter­te das Pro­jekt, es kam ledig­lich zur Aus­schach­tung einer Bau­gru­be und zur Erstel­lung einer Fun­da­ment­plat­te.

Grün­dungs­ge­sell­schaf­ter der "Dubai 1000-Hotel-Fonds Gesell­schaft", die den Anle­gern als künf­ti­ge Ver­trags­part­ner ent­ge­gen getre­ten sind, haf­ten auf Scha­dens­er­satz wegen Män­geln im Ver­kaufs­pro­spekt. Damit hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm die erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dun­gen des Land­ge­richts Dort­mund im Ergeb­nis bestä­tigt.

Die Klä­ger, die der Gesell­schaft mit Ein­la­gen von 10.500 Euro bzw. 25.000 Euro bei­getre­ten waren, ver­lang­ten nach dem Schei­tern des Pro­jekts von der Gesell­schaft und den Grün­dungs­ge­sell­schaf­tern Scha­dens­er­satz. Gegen­über den Grün­dungs­ge­sell­schaf­tern mit Erfolg, denn die­se hät­ten – so führ­te das Ober­lan­des­ge­richt aus – die ihnen oblie­gen­de Pflicht zur sach­lich rich­ti­gen und voll­stän­di­gen Auf­klä­rung über das mit dem Bei­tritt ver­bun­de­ne Risi­ko ver­letzt, indem sie fal­sche und unvoll­stän­di­ge Ver­kaufs­pro­spek­te benutzt haben.

Die Anle­ger wur­den in einem Nach­trag zum Ver­kaufs­pro­spekt dar­über infor­miert, dass „das Grund­stück selbst­ver­ständ­lich über eine Bau­ge­neh­mi­gung für ein Hotel ver­fü­ge“. Die­se Anga­ben waren miss­ver­ständ­lich, denn es sei­en wei­te­re Bau­ge­neh­mi­gun­gen zur Rea­li­sie­rung des Pro­jekts erfor­der­lich gewe­sen. Der Nach­trag zum Ver­kaufs­pro­spekt infor­mier­te die Anle­ger zudem dar­über, dass die Mit­tel­ver­wen­dungs­kon­trol­le durch eine Rechts­an­wäl­tin durch­ge­führt wur­de. Der dadurch erweck­te Schein einer objek­ti­ven Kon­trol­le sei falsch. Im Zeit­punkt des Bei­tritts der Anle­ger lag – wie der Senat aus­führ­te – eine per­sön­li­che Bin­dung zwi­schen der Rechts­an­wäl­tin und dem Geschäfts­füh­rer der „Dubai 1000 Hotel-Fonds Gesell­schaft“ vor.

Von den auf­klä­rungs­pflich­ti­gen Grün­dungs­ge­sell­schaf­tern könn­ten die Anle­ger, die bei voll­stän­di­ger und rich­ti­ger Auf­klä­rung nicht in die Gesell­schaft inves­tiert hät­ten, Rück­zah­lung des inves­tier­ten Betrags nebst Agio sowie den ent­gan­ge­nen Gewinn gegen Rück­über­tra­gung der Betei­li­gung ver­lan­gen.

Gegen­über der Gesell­schaft schei­ter­ten die Anle­ger mit ihren Scha­dens­er­satz­kla­gen. Die Grund­sät­ze der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft stün­den einer Haf­tung ent­ge­gen.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urtei­le vom 7. Novem­ber 2011 – I-8 U 51/​11; I-8 U 55/​11; I-8 U 71/​11; I-8 U 72/​11