Sekun­dä­re Dar­le­gungs­last bei der Fracht­füh­rer­haf­tung

Der Fracht­füh­rer kommt der ihm oblie­gen­den sekun­dä­ren Dar­le­gungs­last bei einem Ver­lust des Trans­port­gu­tes im All­ge­mei­nen nicht nach, wenn er nur den Ort des Sen­dungs­ver­lusts (hier: Flug­ha­fen New York) benennt, ohne Anga­ben zu den betei­lig­ten Per­so­nen, zum Orga­ni­sa­ti­ons­ab­lauf des Trans­ports, zu Scha­dens­ver­hü­tungs­maß­nah­men und zu etwai­gen Nach­for­schun­gen zum Ver­bleib der Sen­dung zu machen.

Sekun­dä­re Dar­le­gungs­last bei der Fracht­füh­rer­haf­tung

Der Anspruch­stel­ler hat grund­sätz­lich die Vor­aus­set­zun­gen für den Weg­fall der zuguns­ten des Fracht­füh­rers bestehen­den gesetz­li­chen oder ver­trag­li­chen Haf­tungs­be­gren­zun­gen dar­zu­le­gen und gege­be­nen­falls zu bewei­sen. Danach trägt er die Dar­le­gungs- und Beweis­last dafür, dass der Fracht­füh­rer oder sei­ne Leu­te vor­sätz­lich oder leicht­fer­tig und in dem Bewusst­sein gehan­delt haben, es wer­de mit Wahr­schein­lich­keit ein Scha­den ein­tre­ten 1. Dem Pro­zess­geg­ner der beweis­be­las­te­ten Par­tei (hier also dem Fracht­füh­rer) kön­nen aber aus­nahms­wei­se nähe­re Anga­ben über die zu sei­nem Wahr­neh­mungs­be­reich gehö­ren­den Ver­hält­nis­se zuzu­mu­ten sein, wenn die pri­mär dar­le­gungs­pflich­ti­ge Par­tei – wie im Streit­fall – außer­halb des maß­geb­li­chen Gesche­hens­ab­laufs steht und kei­ne Kennt­nis­se von den nähe­ren Umstän­den des Scha­dens­falls hat, wäh­rend der Schä­di­ger nähe­re Anga­ben machen kann 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 3. März 2011 – I ZR 50/​10

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 10.12. 2009 – I ZR 154/​07, TranspR 2010, 78 Rn. 16 = VersR 2010, 648 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 21.09. 2000 – I ZR 135/​98, BGHZ 145, 170, 184 f.; Urteil vom 5.06.2003 – I ZR 234/​00, TranspR 2003, 467, 470 = NJW 2003, 3626; BGH, TranspR 2009, 262 Rn. 27[]