Vertragliche Zusatzleistungen und der Ausgleichsanspruch des Vertragshändlers

Für die Berücksichtigung von (über den Rabatt auf den Listenpreis hinaus gewährten) Zusatzleistungen des Herstellers bzw. Lieferanten bei der Berechnung des Ausgleichsanspruchs eines Vertragshändlers in entsprechender Anwendung des § 89b HGB kommt es nicht darauf an, ob dem Vertragshändler ein vertraglicher Anspruch auf die gewährten Zusatzleistungen zustand; es genügt, dass der Vertragshändler berechtigterweise erwarten konnte, auch in Zukunft vergleichbare Leistungen zu erhalten.

Vertragliche Zusatzleistungen und der Ausgleichsanspruch des Vertragshändlers

Preisnachlässe, die der Vertragshändler unter Schmälerung seiner Handelsspanne seinen Kunden gewährt, verwirklichen das vom Vertragshändler zu tragende Absatzrisiko; sie haben deshalb bei der Berechnung des Ausgleichsanspruchs außer Betracht zu bleiben1. Sofern der Hersteller bzw. Lieferant aber einen Teil des Absatzrisikos übernimmt, indem er dem Vertragshändler verkaufsfördernde Zusatzleistungen gewährt, damit dessen Rohertrag nicht in Höhe des vollen Preisnachlasses geschmälert wird, sind diese Zusatzleistungen im Gegenzug dem Rohertrag hinzuzurechnen2.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 13. Januar 2010 – VIII ZR 25/08

  1. Bestätigung von BGH, Urteil vom 05.06.1996 – VIII ZR 7/95, NJW 1996, 2302[↩]
  2. Abgrenzung zu BGHZ 29, 83, 91; BGH, Urteil vom 05.06.1996 – VIII ZR 141/95, NJW 1996, 1299[↩]