Wer­be­schil­der auf Kraft­fahr­zeug­an­hän­gern

Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te jetzt dar­über zu ent­schei­den, ob das Abstel­len von Kraft­fahr­zeug­an­hän­gern mit Wer­be­schil­dern im öffent­li­chen Stra­ßen­raum wett­be­werbs­wid­rig ist, wenn eine stra­ßen­recht­li­che Son­der­nut­zungs­er­laub­nis nicht vor­liegt.

Wer­be­schil­der auf Kraft­fahr­zeug­an­hän­gern

Das erst­in­stanz­li­che Land­ge­richt hat­te in dem Abstel­len von Kraft­fahr­zeug­an­hän­gern mit Wer­be­schil­dern im öffent­li­chen Stra­ßen­raum eine erlaub­nis­pflich­ti­ge Son­der­nut­zung gese­hen, die ohne stra­ßen­recht­li­che Erlaub­nis gegen das Lan­des­stra­ßen­ge­setz ver­sto­ße. Die­ser Ver­stoß füh­re zur Wett­be­werbs­wid­rig­keit.

Eben­so wie das Beru­fungs­ge­richt hat der Bun­des­ge­richts­hof einen Ver­stoß gegen das Gesetz gegen den unlau­te­ren Wett­be­werb (UWG) ver­neint. Es kön­ne offen blei­ben, ob die Beklag­te durch das Abstel­len von Kraft­fahr­zeug­an­hän­gern mit Wer­be­schil­dern im öffent­li­chen Stra­ßen­raum gegen das Lan­des­stra­ßen­ge­setz ver­sto­ßen habe, weil sie kei­ne Son­der­nut­zungs­er­laub­nis ein­ge­holt habe. Denn wett­be­werbs­recht­lich unlau­ter hand­le nur, wer einer gesetz­li­chen Vor­schrift zuwi­der hand­le, die auch dazu bestimmt sei, im Inter­es­se der Markt­teil­neh­mer das Markt­ver­hal­ten zu regeln. Die­ser erfor­der­li­che Markt­be­zug feh­le der Vor­schrift über die Erlaub­nis­pflicht der Son­der­nut­zung. Sie die­ne aus­schließ­lich dem Schutz der gemein­ge­bräuch­li­chen Nut­zungs­mög­lich­keit der öffent­li­chen Stra­ße und nicht dazu, das Ver­hal­ten im Wett­be­werb zu regeln. Aus­wir­kun­gen auf den Wett­be­werb zwi­schen Wer­be­trei­ben­den sei­en ein blo­ßer Reflex die­ser öffent­lich-recht­li­chen Rege­lun­gen und könn­ten nicht mit einer Wett­be­werbs­kla­ge unter­bun­den wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Mai 2006 – I ZR 250/​03