Kla­ge­be­fug­nis von Wirt­schafts­ver­bän­den

Für die Prü­fung der Kla­ge­be­fug­nis eines Ver­ban­des, der sich gegen die Wer­bung eines bestimm­ten Unter­neh­mens wen­det, ist es uner­heb­lich, ob es sich bei der bean­stan­de­ten Wer­bung um eine Gemein­schafts­wer­bung mit Unter­neh­men han­delt, die in ande­ren räum­lich rele­van­ten Märk­ten tätig sind; der maß­geb­li­che räum­li­che Markt wird allein durch die Geschäfts­tä­tig­keit des beklag­ten Unter­neh­mens bestimmt.

Kla­ge­be­fug­nis von Wirt­schafts­ver­bän­den

Für die Fra­ge, ob die Mit­glie­der eines Ver­ban­des als Unter­neh­men – bezo­gen auf den maß­geb­li­chen Markt – in der Wei­se reprä­sen­ta­tiv sind, dass ein miss­bräuch­li­ches Vor­ge­hen des Ver­ban­des aus­ge­schlos­sen wer­den kann, kommt es nicht ent­schei­dend dar­auf an, ob den Ver­bands­mit­glie­dern nach Anzahl, Bedeu­tung oder Umsatz im Ver­hält­nis zu allen auf die­sem Markt täti­gen Unter­neh­men eine reprä­sen­ta­ti­ve Stel­lung zukommt 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Okto­ber 2008 – I ZR 197/​06 (Sam­mel­mit­glied­schaft VI)

  1. im Anschluss an BGH, Urt. v. 11.7.1996 – I ZR 79/​94, GRUR 1996, 804, 805 f. = WRP 1996, 1034 – Preis­rät­sel­ge­winn­aus­lo­bung III[]