Mün­che­ner Taxiord­nung – und die Stand­platz­pflicht für Taxen

Die Rege­lung der Mün­che­ner Taxiord­nung über eine Stand­platz­pflicht für Taxen ist unwirk­sam. Das Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz ermäch­tigt nicht zum Erlass einer Rechts­ver­ord­nung, die gebie­tet, dass Taxis nur an behörd­lich zuge­las­se­nen Stel­len bereit­ge­hal­ten wer­den dür­fen.

Mün­che­ner Taxiord­nung – und die Stand­platz­pflicht für Taxen

Das hat jetzt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig in einen Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren ent­schie­den, dass von einem in Mün­chen täti­gen Taxi­fah­rer ange­strengt wor­den war. In die­sem Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren wen­det sich der Taxi­fah­rer gegen eine Vor­schrift der Taxiord­nung der Lan­des­haupt­stadt Mün­chen, wonach Taxis nur an behörd­lich zuge­las­se­nen Stel­len bereit­ge­hal­ten wer­den dür­fen (soge­nann­te Stand­platz­pflicht).

Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Mün­chen hat dem Antrag statt­ge­ge­ben und die ange­grif­fe­ne Vor­schrift für unwirk­sam erklärt [1]. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die­se Ent­schei­dung nun bestä­tigt und die dage­gen gerich­te­te Revi­si­on der Lan­des­haupt­stadt Mün­chen zurück­ge­wie­sen:

Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat zwar unzu­tref­fend ange­nom­men, § 47 Abs. 3 PBefG genü­ge nicht den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an die Bestimmt­heit einer Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung. Auch folgt aus der bun­des­recht­li­chen Pflicht gemäß § 47 Abs. 1 Satz 1 PBefG, Taxen nur an behörd­lich zuge­las­se­nen Stel­len bereit­zu­hal­ten, kein Ver­bot, eine gleich­lau­ten­de Bestim­mung in einer Rechts­ver­ord­nung zu wie­der­ho­len.

Das Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz ent­hält jedoch kei­ne Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung zur Rege­lung einer Stand­platz­pflicht für Taxen.

Es ermäch­tigt nur zum Erlass einer Rechts­ver­ord­nung, die den Umfang der Betriebs­pflicht, die Ord­nung auf Taxen­stän­den sowie Ein­zel­hei­ten des Dienst­be­triebs regelt. Die Stand­platz­pflicht unter­fällt kei­nem die­ser drei Rege­lungs­be­rei­che. Ins­be­son­de­re stellt sie kei­ne Ein­zel­heit des Dienst­be­triebs dar, son­dern gehört zu den grund­le­gen­den Ele­men­ten des Ver­kehrs mit Taxen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 22. Janu­ar 2020 – 8 CN 2.19

  1. BayVGH, Urteil vom 19.06.2018 – 11 N 17.1693[]