Stadt­bahn­pro­gramm Gera – die ver­ga­be­rechts­kon­for­me Wer­tung von Neben­an­ge­bo­ten

Ist in einem in den Gel­tungs­be­reich des Vier­ten Teils des Geset­zes gegen Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen fal­len­den Ver­ga­be­ver­fah­ren der Preis allei­ni­ges Zuschlags­kri­te­ri­um, dür­fen Neben­an­ge­bo­te grund­sätz­lich nicht zuge­las­sen und gewer­tet wer­den.

Stadt­bahn­pro­gramm Gera – die ver­ga­be­rechts­kon­for­me Wer­tung von Neben­an­ge­bo­ten

Die für Neben­an­ge­bo­te vor­zu­ge­ben­den Min­dest­an­for­de­run­gen brau­chen im All­ge­mei­nen nicht alle Details der Aus­füh­rung zu erfas­sen, son­dern dür­fen Spiel­raum für eine hin­rei­chend gro­ße Varia­ti­ons­brei­te in der Aus­ar­bei­tung von Alter­na­tiv­vor­schlä­gen las­sen und sich dar­auf beschrän­ken, den Bie­tern, abge­se­hen von tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen, in all­ge­mei­ne­rer Form den Stan­dard und die wesent­li­chen Merk­ma­le zu ver­mit­teln, die eine Alter­na­tiv­aus­füh­rung auf­wei­sen muss.

Die ver­ga­be­rechts­kon­for­me Wer­tung von Neben­an­ge­bo­ten, die den vor­ge­ge­be­nen Min­dest­an­for­de­run­gen genü­gen, ist durch Fest­le­gung aus­sa­ge­kräf­ti­ger, auf den jewei­li­gen Auf­trags­ge­gen­stand und den mit ihm zu decken­den Bedarf zuge­schnit­te­ner Zuschlags­kri­te­ri­en zu gewähr­leis­ten, die es ermög­li­chen, das Qua­li­täts­ni­veau von Neben­an­ge­bo­ten und ihren tech­nisch­funk­tio­nel­len und sons­ti­gen sach­li­chen Wert über die Min­dest­an­for­de­run­gen hin­aus nach­voll­zieh­bar und über­prüf­bar mit dem für die Haupt­an­ge­bo­te nach dem Amts­vor­schlag vor­aus­ge­setz­ten Stan­dard zu ver­glei­chen.

Im offe­nen Ver­fah­ren ist die Ver­ga­be­stel­le nicht an die ein­mal bejah­te Eig­nung eines Bie­ters gebun­den; ver­neint sie des­sen Eig­nung nach­träg­lich, ins­be­son­de­re erst, nach­dem die­ser einen Nach­prü­fungs­an­trag gestellt hat, kann dies ledig­lich Anlass geben, beson­ders kri­tisch zu prü­fen, ob die Ent­schei­dung die im Inter­es­se eines ver­ant­wor­tungs­vol­len Ein­sat­zes öffent­li­cher Mit­tel gebo­te­ne Kor­rek­tur einer Fehl­ein­schät­zung dar­stellt oder von sach­frem­den Erwä­gun­gen getra­gen ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Janu­ar 2014 – X ZB 15/​13