Was­ser im Haus

Im Fal­le eines Was­ser­scha­dens, bei dem bereits eine Teil­re­gu­lie­rung des Scha­dens erfolgt ist und es unstrei­tig ist, in wel­chen Räu­men der Was­ser­scha­den auf­ge­tre­ten ist, stellt ein Gericht dann über­stei­ger­te Anfor­de­run­gen an die Sub­stan­ti­ie­rungs­last des Ver­si­che­rungs­neh­mers für Ansprü­che aus der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung, wenn es für die Schlüs­sig­keit der Kla­ge die Dar­le­gung ver­langt, wel­cher Gebäu­de­scha­den in wel­chen Räu­men und in wel­chem Umfang durch wie­vie­le geplatz­te Roh­re ent­stan­den ist.

Was­ser im Haus

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm [1] in dem hier vor­lie­gen­den Fall ein Urteil des Land­ge­richts Arns­berg auf­ge­ho­ben und zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung dort­hin zurück­ver­wie­sen. Geklagt hat­te der Eigen­tü­mer einer Immo­bi­lie auf rest­li­che Ent­schä­di­gungs­leis­tun­gen auf­grund eines Was­ser­scha­dens. Im Gebäu­de sind durch Frost Was­ser­lei­tun­gen geplatzt und das aus­lau­fen­de Was­ser hat das gesam­te Gebäu­de vom Ober­ge­schoss bis zum Unter­ge­schoss in Mit­lei­den­schaft gezo­gen. Die Par­tei­en strei­ten allein um die Höhe des Scha­dens. Aus der unter­hal­te­nen Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung sind bereits 15.000,00 Euro gezahlt wor­den. Der Klä­ger begehrt die Zah­lung der Hei­zungs­re­pa­ra­tur und der Elek­tro­in­stal­la­tio­nen nach dem jeweils ein­ge­hol­ten Kos­ten­vor­anschlag, sowie die Erstat­tung der Rech­nung in Höhe von ins­ge­samt 46.648,00 Euro bezüg­lich der bereits aus­ge­führ­ten Arbei­ten zur Scha­dens­be­sei­ti­gung. Nach­dem das Land­ge­richt [2] die Kla­ge abge­wie­sen hat, da sie nicht sub­stan­zi­iert genug gewe­sen sei, ver­folgt der Klä­ger sein Ziel mit der ein­ge­leg­ten Beru­fung wei­ter.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung weist das Ober­lan­des­ge­richt Hamm dar­auf hin, dass der Scha­dens­fall als sol­cher zwi­schen den Par­tei­en unstrei­tig ist. Dies gilt auch und ins­be­son­de­re für die Fra­ge, wel­che Räu­me bzw. Tei­le des Gebäu­des von dem Was­ser­scha­den betrof­fen waren. Es war nach Mei­nung des Ober­lan­des­ge­richts nicht im Ent­fern­tes­ten zu erah­nen, das vom Land­ge­richt nähe­re Dar­le­gun­gen dazu erwar­tet wer­den, wie vie­le und an wel­chen Stel­len die Roh­re geplatzt sind, in wel­chen Räu­men und wie umfang­reich dadurch Was­ser aus­ge­tre­ten ist, ins­be­son­de­re wel­che Wän­de und Wand­tei­le und wel­cher Teil der Decken bzw. des Bodens in Mit­lei­den­schaft gezo­gen wor­den sind. So ist das Ober­lan­des­ge­richt der Auf­fas­sung, das Land­ge­richt habe über­zo­ge­ne Anfor­de­run­gen an die Sub­stan­ti­ie­rung gestellt. Aus die­sen Grün­den ist das Urteil des Land­ge­richts Arns­berg auf­ge­ho­ben und an die­ses zurück­ver­wie­sen wor­den.

Möch­te man sich den Ärger mit der Ver­si­che­rung erspa­ren, ist es mög­lich, sich Hil­fe in Form eines Kom­plett­ser­vice für Gebäu­de­schä­den zu holen. Gera­de wenn es – wie bei einem Was­ser­scha­den – schnell gehen muss, ist die Unter­stüt­zung durch ein kom­pe­ten­tes Team beson­ders hilf­reich. Von der schnellst­mög­li­chen Scha­den­be­sei­ti­gung bis zur Abwick­lung des Gebäu­de­scha­dens mit der Ver­si­che­rung – also das gesam­te Scha­den­ma­nage­ment – wird dabei effi­zi­ent aus einer Hand durch­ge­führt. Neben einem 24-Stun­den-Not­dienst wird sogar eine Koor­di­na­ti­on mit­tels Whats­App ange­bo­ten.

  1. OLG Hamm, Urteil vom 22.07.2011 – I‑20 U 27/​11[]
  2. LG Arns­berg, Urteil vom 20.01.2011 – 2 O 270/​10[]