Waren- und Reg­a­lauf­fül­ler

Waren- und Reg­a­lauf­fül­ler sind Arbeit­neh­mer. Die Tätig­keit als Reg­a­lauf­fül­ler ist kei­ne selb­stän­di­ge und inso­fern auch nicht von der Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht befreit. Das ent­schied in einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt.

Waren- und Reg­a­lauf­fül­ler

Im kon­kre­ten Fall hat­te eine Mar­ke­ting-Gesell­schaft aus Die­burg eine Waren­auf­fül­le­rin mit dem Regal­ser­vice für Mag­gi- und Nestl?-Produkte betraut. Auf­ga­be der Ser­vice­kraft war es, in bestimm­ten Super- und Groß­märk­ten die Ware anspre­chend zu plat­zie­ren, den Waren­be­stand zu aktua­li­sie­ren und u.U. Ware nach­zu­be­stel­len. Die Ren­ten­ver­si­che­rung bewer­te­te die Tätig­keit der Reg­a­lauf­fül­le­rin als abhän­gi­ge und damit sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge. Die Mar­ke­ting-Gesell­schaft hin­ge­gen klag­te gegen die Fest­stel­lung der Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht und argu­men­tier­te, die Ser­vice­kraft habe ein Gewer­be ange­mel­det und sei selb­stän­dig tätig.

Die Darm­städ­ter Rich­ter gaben der Ren­ten­ver­si­che­rung recht. Ent­schei­dend für die Fra­ge des Arbeit­neh­mer- oder Selb­stän­di­gen-Sta­tus sei, ob ein per­sön­li­ches Abhän­gig­keits­ver­hält­nis vom Arbeit­ge­ber sowie eine Ein­glie­de­rung in des­sen Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on bestehe und ob der Arbeit­ge­ber hin­sicht­lich Zeit, Dau­er und Ort der Tätig­keit wei­sungs­be­fugt sei. Die Regal- und Waren­auf­fül­le­rin habe bei ihrer Tätig­keit kei­ne eige­nen Ent­schei­dungs­spiel­räu­me gehabt, ihr sei vor­ge­ge­ben wor­den, wo und wie sie die Ware ein­zu­sor­tie­ren habe. Auch hin­sicht­lich der Waren­prä­sen­ta­ti­on habe es kla­re Vor­ga­ben und kei­ne indi­vi­du­el­len Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se gege­ben. Im übri­gen habe die Beschäf­tig­te kei­ner­lei unter­neh­me­ri­sches Risi­ko, wel­ches ein wesent­li­ches Merk­mal selb­stän­di­ger Tätig­keit sei, getra­gen.

Die­se Aspek­te sei­en so schwer­wie­gend, dass dem­ge­gen­über ihre grö­ße­re Frei­heit bei der Ein­tei­lung ihrer Arbeits­zeit weni­ger rele­vant erschei­ne. Im Prin­zip unter­schei­de sich ihre Tätig­keit nicht wesent­lich von der einer Arbeit­neh­me­rin und unter­lie­ge daher der Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht.

Das LSG hat die Revi­si­on gegen die­ses Urteil nicht zuge­las­sen.

Hes­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt Darm­stadt, Urteil vom 7. August 2007 – L 8/​14 KR 280/​04