Anwalts­zwang – und sei­ne Recht­fer­ti­gung

Der § 78 Abs. 1 ZPO zu ent­neh­men­de Anwalts­zwang ver­stößt nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs nicht gegen höher­ran­gi­ges Recht.

Anwalts­zwang – und sei­ne Recht­fer­ti­gung
  • Er dient der Qua­li­tät und dem Funk­tio­nie­ren des Rechts­schut­zes und damit der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung.
  • Die Mit­wir­kung von Rechts­an­wäl­ten am Ver­fah­ren trägt wesent­lich zur Aus­schöp­fung des tat­säch­li­chen und recht­li­chen Pro­zess­stof­fes bei.
  • Sie führt außer­dem zu einer Ver­sach­li­chung des Rechts­streits, die dem raschen und rei­bungs­lo­sen Pro­zess­ver­lauf zugu­te­kommt.

Durch die­se Zwe­cke ist die mit dem Anwalts­zwang ein­her­ge­hen­de Beschrän­kung der Par­tei­rech­te hin­rei­chend sach­lich gerecht­fer­tigt und wegen der Mög­lich­keit der Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe sowie der Bei­ord­nung eines Anwalts gemäß den §§ 78b, 78c ZPO auch zumut­bar [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. August 2017 – IX ZB 30/​17

  1. BGH, Beschluss vom 12.11.2014 – IX ZB 61/​14, nv mwN[]