Beru­fungs­be­grün­dugns­frist, Frist­ver­län­ge­rung und Wie­der­ein­set­zung

Für den Umfang einer gericht­li­chen Frist­ver­län­ge­rung, auf den sich eine Par­tei grund­sätz­lich ver­las­sen kann, ist der objek­ti­ve Inhalt der an sie gerich­te­ten Mit­tei­lung maß­geb­lich 1.

Beru­fungs­be­grün­dugns­frist, Frist­ver­län­ge­rung und Wie­der­ein­set­zung

Hat in einem Beru­fungs­ver­fah­ren, in dem meh­re­re Beru­fungs­klä­ger von ver­schie­de­nen Rechts­an­wäl­ten ver­tre­ten wer­den, nur einer von ihnen für die von ihm ver­tre­te­nen Beru­fungs­klä­ger Antrag auf Ver­län­ge­rung der Beru­fungs­be­grün­dungs­frist gestellt, wird durch die antrags­ge­mäß erge­hen­de Ver­fü­gung nur die für die­se Beru­fungs­klä­ger lau­fen­de Frist ver­län­gert, auch wenn im abge­kürz­ten Rubrum der Mit­tei­lung der Name eines nicht antrag­stel­len­den Beru­fungs­klä­gers mit dem Zusatz u.a. ange­ge­ben wird.

Wird die­se Mit­tei­lung dem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten des nicht antrag­stel­len­den Beru­fungs­klä­gers abschrift­lich zur Kennt­nis über­mit­telt, kommt eine Wie­der­ein­set­zung nicht in Betracht, wenn die­ser Bevoll­mäch­tig­te irr­tüm­lich annimmt, die Ver­län­ge­rung bezie­he sich auch auf sei­nen Man­dan­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Janu­ar 2009 – III ZB 61/​08

  1. Anschluss an Senats­be­schluss vom 30. April 2008 – III ZB 85/​07NJW-RR 2008, 1162[]