Boden­schutz­recht­li­cher Aus­gleichs­an­spruch des Grund­stücks­käu­fers – und sein Aus­schluss nach Treu und Glau­ben

Es ist zu erwä­gen, ob ein Grund­stücks­ei­gen­tü­mer nach dem Grund­satz von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) an der Gel­tend­ma­chung des boden­recht­li­chen Aus­gleichs­an­spruchs gegen den Ver­ur­sa­cher gehin­dert ist, wenn er bei Abschluss des Kauf­ver­trags – auch mit einem drit­ten Ver­äu­ße­rer – Kennt­nis von den schäd­li­chen Boden­ver­än­de­run­gen oder der Ein­ord­nung als Alt­last hat­te und sich die­ser Umstand in einem ver­min­der­ten Kauf­preis nie­der­ge­schla­gen hat 1.

Boden­schutz­recht­li­cher Aus­gleichs­an­spruch des Grund­stücks­käu­fers – und sein Aus­schluss nach Treu und Glau­ben

Dies gilt jedoch nicht, wenn der Erwer­ber im Zeit­punkt des Grund­stücks­er­werbs kei­ne Kennt­nis vom Bestehen der Boden­kon­ta­mi­na­ti­on hat­te, son­dern ledig­lich von einem ent­spre­chen­den Risi­ko. Die somit allen­falls vor­lie­gen­de, einer Kennt­nis nicht gleich­ste­hen­de fahr­läs­si­ge Unkennt­nis begrün­det nicht den Vor­wurf treu­wid­ri­gen Ver­hal­tens 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. Sep­tem­ber 2016 – I ZR 11/​15

  1. vgl. BGHZ 158, 354, 369; Schlet­te, Ver­wArch 2000, 41, 55[]
  2. vgl. BGHZ 158, 354, 369[]