Der finanzierte Autokauf – und der Widerruf nach erfolgter Abzahlung

Auch bei verbundenen Verträgen kann in der (Rück-)Übertragung der zur Sicherung der Ansprüche des Darlehensgebers übereigneten finanzierten Sache im konkreten Fall: des sicherungsübereigneten finanzierten Kraftfahrzeugs durch den Darlehensgeber bei Vertragsbeendigung die Ausübung beachtlichen Vertrauens auf das Unterbleiben des Widerrufs liegen; dies kann der Tatrichter bei der Prüfung der Verwirkung berücksichtigen.

Der finanzierte Autokauf – und der Widerruf nach erfolgter Abzahlung

In diesem Fall führt die (Rück-)Übertragung der als Sicherheit gewährten finanzierten Sache dazu, dass der Anspruch des Darlehensnehmers auf Übertragung der Sicherheit aus dem Sicherungsvertrag und der vom Unternehmer auf den Darlehensgeber übergeleitete (gleichartige)1 Anspruch des Darlehensgebers auf Rückgewähr der finanzierten Sache aus dem rückabzuwickelnden Kauf nach dem Wirksamwerden des Widerrufs nicht mehr im Wege der „Verrechnung“ von Gesetzes wegen erlöschen können2.

Der Darlehensgeber behält dann an der finanzierten und zugleich als Sicherungsgut verwandten Sache nicht unmittelbar ex lege vom ursprünglichen Sicherungszweck unbelastetes Eigentum. Vielmehr verschlechtert sich seine Vermögenslage durch die (Rück-)Übertragung, weil er im Falle der späteren Rückabwicklung nach Widerruf statt Eigentums nur einen Anspruch auf neuerliche Übereignung gegen den Darlehensnehmer hat.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 3. Dezember 2019 – XI ZR 100/19

  1. vgl. Staudinger/Gursky, BGB, Neubearb.2016, § 387 Rn. 102[]
  2. vgl. dazu BGH, Urteil vom 26.03.2019 – XI ZR 228/17, WM 2019, 1107 Rn. 22 mwN[]