Der teil­wei­se nicht­er­füll­te Pau­schal­preis­ver­trag

Der Werk­lohn­an­spruch des Unter­neh­mers kann im Fall eines vom Bestel­ler teil­wei­se gekün­dig­ten Pau­schal­preis­ver­trags, sofern ledig­lich ganz gering­fü­gi­ge Leis­tun­gen aus­ste­hen und kei­ne kal­ku­la­to­ri­schen Ver­schie­bun­gen zu Las­ten des Bestel­lers ver­deckt wer­den kön­nen, auch auf die Wei­se berech­net wer­den, dass die nicht erbrach­te Leis­tung bewer­tet und von der Gesamt­ver­gü­tung abge­zo­gen wird 1.

Der teil­wei­se nicht­er­füll­te Pau­schal­preis­ver­trag

Hat der Unter­neh­mer das bestell­te Werk nicht fer­tig­ge­stellt und gelie­fert, ist die Ver­gü­tungs­for­de­rung grund­sätz­lich ent­spre­chend den an die Abrech­nung eines gekün­dig­ten Pau­schal­preis­ver­trags zu stel­len­den Anfor­de­run­gen zu ermit­teln. Danach hat der Unter­neh­mer die erbrach­ten Leis­tun­gen dar­zu­le­gen und von dem nicht aus­ge­führ­ten Teil abzu­gren­zen.

Die Höhe der Ver­gü­tung für die erbrach­ten Leis­tun­gen ist nach dem Ver­hält­nis des Werts der erbrach­ten Teil­leis­tung zum Wert der nach dem Pau­schal­ver­trag geschul­de­ten Gesamt­leis­tung zu errech­nen. Der Unter­neh­mer muss des­halb das Ver­hält­nis der bewirk­ten Leis­tun­gen zur ver­ein­bar­ten Gesamt­leis­tung und des Preis­an­sat­zes für die Teil­leis­tun­gen zum Pau­schal­preis dar­le­gen 2.

Für den Fall, dass ledig­lich noch ganz gering­fü­gi­ge Leis­tun­gen aus­ste­hen, kann der Werk­lohn­an­spruch, sofern kei­ne kal­ku­la­to­ri­schen Ver­schie­bun­gen zu Las­ten des Auf­trag­ge­bers ver­deckt wer­den kön­nen, auch auf die Wei­se berech­net wer­den kann, dass die nicht erbrach­te Leis­tung bewer­tet und von der Gesamt­ver­gü­tung abge­zo­gen wird 3. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind im Streit­fall erfüllt. Bei den Leis­tun­gen für die Fer­ti­gung und Lie­fe­rung des Medi­ta­ti­ons­po­des­tes han­delt es sich im Hin­blick auf die von der Klä­ge­rin geschul­de­te Gesamt­leis­tung um eine ledig­lich gering­fü­gi­ge Leis­tung. Deren Wert hat der Unter­neh­mer vor­lie­gend und damit den Anfor­de­run­gen genügt, die im Ein­zel­fall an die Dar­le­gung des Werk­lohn­an­spruchs nach Teil­kün­di­gung des Pau­schal­preis­ver­tra­ges zu stel­len sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Okto­ber 2014 – VII ZR 176/​12

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 04.05.2000 – VII ZR 53/​99, BauR 2000, 1182 = NZBau 2000, 375[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 25.07.2002 – VII ZR 263/​01, BauR 2002, 1695 f. = NZBau 2002, 613; Urteil vom 04.05.2000 – VII ZR 53/​99, BauR 2000, 1182, 1186 = NZBau 2000, 375 – inso­weit in BGHZ 144, 242 nicht abge­druckt; Urteil vom 11.02.1999 – VII ZR 91/​98, BauR 1999, 632, 633 f. m.w.N.[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 04.05.2000 – VII ZR 53/​99, BauR 2000, 1182, 1187 = NZBau 2000, 375 – inso­weit in BGHZ 144, 242 nicht abge­druckt; Urteil vom 16.01.1986 – VII ZR 138/​85, BGHZ 96, 392, 394[]