Der über­gan­ge­ne Beweis­an­trag

Die Nicht­be­rück­sich­ti­gung eines erheb­li­chen Beweis­an­ge­bots ver­stößt gegen Art. 103 Abs. 1 GG, wenn sie im Pro­zess­recht kei­ne Stüt­ze mehr fin­det 1.

Der über­gan­ge­ne Beweis­an­trag

Das gilt auch dann, wenn der Tatrich­ter die­ses Vor­brin­gen zwar zur Kennt­nis genom­men hat, das Unter­las­sen der danach gebo­te­nen Beweis­auf­nah­me aber im Pro­zess­recht kei­ne Stüt­ze mehr fin­det 2.

So liegt der Fall auch, wenn das Beru­fungs­ge­richt ver­kannt hat, dass der Beweis­an­tritt der Par­tei dar­auf gerich­tet war, ihre Behaup­tung (erst­mals) zu bewei­sen, nicht dage­gen, die Rich­tig­keit erst­in­stanz­li­cher Fest­stel­lun­gen im Sin­ne von § 529 Abs. 1 Nr. 1 ZPO in Fra­ge zu stel­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Mai 2015 – VII ZR 78/​13

  1. BGH, Beschluss vom 22.08.2012 – VII ZR 2/​11, BauR 2012, 1822 Rn. 14 m.w.N.[]
  2. BGH, Beschluss vom 07.12 2006 – IX ZR 173/​03, NJW-RR 2007, 500 Rn. 9 m.w.N.[]