Die man­gel­haf­te Bau­ma­te­ri­al, die Ersatz­be­schaf­fung – und die Kos­ten des Aus- und Ein­baus

Ein Scha­dens­er­satz­an­spruch auf Erstat­tung sowohl der Aus- als auch der Ein­bau­kos­ten besteht im geschäft­li­chen Ver­kehr zwi­schen Unter­neh­mern nur dann, wenn der Ver­käu­fer sei­ne Ver­trags­pflicht zur Lie­fe­rung einer man­gel­frei­en Sache ver­letzt und dies zu ver­tre­ten hat (§ 437 Nr. 3, § 280 BGB i.V.m. § 433 Abs. 1 Satz 2, § 434 BGB) [1].

Die man­gel­haf­te Bau­ma­te­ri­al, die Ersatz­be­schaf­fung – und die Kos­ten des Aus- und Ein­baus

Dem Käu­fer steht ein Anspruch auf Scha­dens­er­satz statt der Leis­tung inso­weit zu, als die Ver­käu­fe­rin ihre Ver­käu­fer­pflicht zur Nach­er­fül­lung schuld­haft ver­letzt hat (§ 437 Nr. 3, §§ 280, 281, 439, 440 BGB) [2].

Der Anspruch auf Scha­dens­er­satz statt der Leis­tung wegen ver­wei­ger­ter und unzu­mut­ba­rer Nach­er­fül­lung erstreckt sich aber nicht auf Ersatz der Aus- und Ein­bau­kos­ten für den durch die man­gel­haf­te Beschaf­fen­heit der ursprüng­lich gelie­fer­ten Ware not­wen­dig gewor­de­nen Aus­tausch. Denn inso­weit besteht kein ursäch­li­cher Zusam­men­hang zwi­schen der Ver­wei­ge­rung der Nach­er­fül­lung und den Aus- und Ein­bau­kos­ten. Die­se Kos­ten wären auch ent­stan­den, wenn die Beklag­te durch Ersatz­lie­fe­rung man­gel­frei­er Pro­fil­leis­ten ord­nungs­ge­mäß nach­er­füllt hät­te.

Die Auf­fas­sung, dass der Anspruch auf Scha­dens­er­satz statt der Leis­tung wegen ver­wei­ger­ter, fehl­ge­schla­ge­ner oder unzu­mut­ba­rer Nach­er­fül­lung als „ver­schul­dens­un­ab­hän­gi­ger“ Fol­ge­an­spruch des Nach­bes­se­rungs- und Erfül­lungs­an­spruchs (§ 439 BGB) sowohl die Kos­ten der Ersatz­lie­fe­rung als auch die Kos­ten der Rück­nah­me und Ent­fer­nung der man­gel­haf­ten Außen­scha­len (Aus­bau­kos­ten) umfas­se, trifft nicht zu.

Der Aus­bau der man­gel­haf­ten Außen­scha­len wird – eben­so wie der erneu­te Ein­bau man­gel­frei­er Außen­scha­len – bei dem hier vor­lie­gen­den Kauf­ver­trag zwi­schen Unter­neh­mern von dem Nach­er­fül­lungs­an­spruch auf Ersatz­lie­fe­rung (§ 439 Abs. 1 Alt. 2 BGB) nicht umfasst. Der Bun­des­ge­richts­hof hat ent­schie­den, dass die richt­li­ni­en­kon­for­me Aus­le­gung des § 439 Abs. 1 Alt. 2 BGB, nach der die Nach­er­fül­lungs­va­ri­an­te „Lie­fe­rung einer man­gel­frei­en Sache“ neben dem Aus­bau und Abtrans­port der man­gel­haf­ten Kauf­sa­che auch den Ein­bau der als Ersatz gelie­fer­ten Sache erfasst, auf den Ver­brauchs­gü­ter­kauf (§ 474 BGB) beschränkt ist und sich nicht auf Kauf­ver­trä­ge zwi­schen Unter­neh­mern oder zwi­schen Ver­brau­chern erstreckt [3]. Daher umfasst auch der Anspruch auf Scha­dens­er­satz statt der Leis­tung wegen ver­wei­ger­ter Ersatz­lie­fe­rung nicht die Aus- und Ein­bau­kos­ten.

Ein Scha­dens­er­satz­an­spruch auf Erstat­tung sowohl der Aus- als auch der Ein­bau­kos­ten besteht im geschäft­li­chen Ver­kehr zwi­schen Unter­neh­mern nur dann, wenn der Ver­käu­fer sei­ne Ver­trags­pflicht zur Lie­fe­rung einer man­gel­frei­en Sache ver­letzt und dies zu ver­tre­ten hat (§ 437 Nr. 3, § 280 BGB i.V.m. § 433 Abs. 1 Satz 2, § 434 BGB) [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. April 2014 – VIII ZR 46/​13

  1. BGH, Urteil vom 17.10.2012 – VIII ZR 226/​11, aaO Rn. 11[][]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 17.10.2012 – VIII ZR 226/​11, BGHZ 195, 135 Rn. 12[]
  3. BGH, Urteil vom 17.10.2012 – VIII ZR 226/​11, aaO Rn. 16 ff.[]