Die wei­ter­ge­lei­te­ten Nackt­fo­tos

Eine Wei­ter­lei­tung von Nackt­fo­tos ohne Ein­wil­li­gung des Abge­bil­de­ten ist eine Ver­let­zung der Intim­sphä­re und des Rechts am eige­nen Bild und damit des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts.

Die wei­ter­ge­lei­te­ten Nackt­fo­tos

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall für die Wei­ter­lei­tung von Nackt­fo­tos an eine drit­te Per­son eine Ent­schä­di­gung von 500,00 Euro fest­ge­setzt. Gleich­zei­tig ist die Ent­schei­dung des Land­ge­richts Osna­brück bestä­tigt wor­den, nach dem die Beklag­te unter Andro­hung eines Ord­nungs­gel­des von bis zu 250.000,00 Euro ver­ur­teilt wur­de, eine Wei­ter­ver­brei­tung der Bil­der zu unter­las­sen. Geklagt hat­te eine jun­ge Frau aus dem Osna­brü­cker Raum, die Fotos von sich auf­ge­nom­men hat­te, die unter ande­rem ihre Brüs­te und ihren Geni­tal­be­reich zeig­ten. Sie ver­schick­te die Fotos per Whats­App nach eige­nen Anga­ben an ihren dama­li­gen Freund. Eine frü­he­re Freun­din erhielt die Fotos eben­falls, wobei der genaue Her­gang nicht mehr auf­ge­klärt wer­den konn­te. Jeden­falls lei­te­te die­se die Fotos an einen ande­ren Freund wei­ter. Dar­auf­hin erhob die Abge­bil­de­te Kla­ge gegen ihre frü­he­re Freun­din.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg aus­ge­führt, dass eine Wei­ter­lei­tung von Nackt­fo­tos ohne Ein­wil­li­gung des Abge­bil­de­ten eine Ver­let­zung der Intim­sphä­re und des Rechts am eige­nen Bild und damit des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts sei. Der Abge­bil­de­te habe daher einen Unter­las­sungs­an­spruch. Dies gel­te auch dann, wenn der Name des Abge­bil­de­ten nicht erwähnt wer­de. Eine Ent­schä­di­gung in Höhe von 500,00 Euro sei im vor­lie­gen­den Fall ange­mes­sen, aber auch aus­rei­chend, so das Ober­lan­des­ge­richt. Denn die Klä­ge­rin habe durch die Auf­nah­me und das Ver­schi­cken der Bil­der eine wesent­li­che Ursa­che für deren Wei­ter­ver­brei­tung gesetzt. Außer­dem sei zu berück­sich­ti­gen, dass die Fotos nur per Whats­App an eine wei­te­re Per­son wei­ter­ge­lei­tet und nicht etwa ins Inter­net gestellt wor­den sei­en.

Ober­land­ge­richt Olden­burg, Beschluss vom 5. März und 6. April 2018 – 13 U 70/​17