Frist­ab­lauf – und der Aus­fall des Tele­fa­xes

Nach § 233 Satz 1 ZPO ist einer Par­tei, die ohne Ver­schul­den ver­hin­dert war, die Frist zur Begrün­dung der Beru­fung ein­zu­hal­ten, auf ihren Antrag Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand zu gewäh­ren.

Frist­ab­lauf – und der Aus­fall des Tele­fa­xes

Ein Ver­schul­den des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten steht einem Ver­schul­den der Par­tei gleich, § 85 Abs. 2 ZPO.

Die die Wie­der­ein­set­zung begrün­den­den Tat­sa­chen sind bei der Antrag­stel­lung oder im Ver­fah­ren über den Antrag glaub­haft zu machen, § 236 Abs. 2 Satz 1 2. Halb­satz ZPO.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­ho­fes hat ein Anwalt, der eine Rechts­mit­tel­be­grün­dungs­frist bis zum letz­ten Tag aus­schöpft, wegen des damit erfah­rungs­ge­mäß ver­bun­de­nen Risi­kos erhöh­te Sorg­falt auf­zu­wen­den, um die Ein­hal­tung der Frist sicher­zu­stel­len 1.

Soweit jedoch das Ober­lan­des­ge­richt Köln 2 meint, die­sen Sorg­falts­maß­stab habe der Rechts­an­walt der Klä­ge­rin miss­ach­tet, weil er sein pri­va­tes Fax­ge­rät im Lau­fe des Tages des Frist­ab­laufs nicht auf sei­ne Funk­ti­ons­fä­hig­keit hin über­prüft habe, ist das unzu­tref­fend. Der erhöh­te Sorg­falts­maß­stab führt nicht dazu, dass ein Rechts­an­walt tech­ni­sche Gerä­te stets auf ihre Funk­ti­ons­fä­hig­keit hin über­prü­fen muss, ohne hier­für einen kon­kre­ten Anlass zu haben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Novem­ber 2016 – VII ZB 35/​14

  1. BGH, Beschluss vom 09.05.2006 – XI ZB 45/​04, NJW 2006, 2637 Rn. 8 m.w.N.[]
  2. OLG Köln, Beschluss 11.07.2014 – 16 U 210/​13[]