Kos­ten­ent­schei­dung nach ver­mu­te­ter Erle­di­gung der Haupt­sa­che

Haben die Par­tei­en über­ein­stim­mend den Rechts­streit in der Haupt­sa­che für erle­digt erklärt, so ent­schei­det das Gericht über die Kos­ten unter Berück­sich­ti­gung des bis­he­ri­gen Sach- und Streit­stan­des nach bil­li­gem Ermes­sen durch Beschluss, § 91a Abs. 1 Satz 1 ZPO. Das­sel­be gilt gemäß § 91a Abs. 1 Satz 2 ZPO, wenn der Beklag­te der Erle­di­gungs­er­klä­rung des Klä­gers nicht inner­halb einer Not­frist von zwei Wochen seit der Zustel­lung des Schrift­sat­zes wider­spricht, wenn der Beklag­te zuvor auf die­se Fol­ge hin­ge­wie­sen wor­den ist.

Kos­ten­ent­schei­dung nach ver­mu­te­ter Erle­di­gung der Haupt­sa­che

Eine sol­che Kos­ten­ent­schei­dung nach § 91a Abs. 1 Satz 2 ZPO ist jedoch, wie der Bun­des­ge­richts­hof jetzt ent­schie­den hat, unzu­läs­sig, wenn der Beklag­te nicht auf die in § 91a Abs. 1 Satz 1 ZPO gere­gel­te Rechts­fol­ge hin­ge­wie­sen wor­den ist, dass das Gericht – eben­so wie im Fal­le der über­ein­stim­men­den Erle­di­gungs­er­klä­rung – über die Kos­ten des Rechts­streits unter Berück­sich­ti­gung des bis­he­ri­gen Sach- und Streit­stands nach bil­li­gem Ermes­sen durch Beschluss ent­schei­den wird, falls der Beklag­te der Erle­di­gungs­er­klä­rung des Klä­gers nicht frist­ge­recht wider­spricht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. März 2009 – VIII ZB 70/​07