Nach dem Unfall – Miet­wa­gen oder Taxi?

Zwar sind die durch die Instand­set­zung eines beschä­dig­ten Fahr­zeugs beding­ten Miet­wa­gen­kos­ten regel­mä­ßig ein nach § 249 Abs. 2 BGB zu erset­zen­der Scha­den. Der Schä­di­ger hat ihn jedoch nicht unbe­grenzt zu erset­zen.

Nach dem Unfall – Miet­wa­gen oder Taxi?

Miet­wa­gen­kos­ten sind grund­sätz­lich nur inso­weit zu erset­zen, als dies tat­säch­lich zur Her­stel­lung des Zustands erfor­der­lich ist, der ohne die Schä­di­gung bestehen wür­de.

Zur Her­stel­lung erfor­der­lich sind nur die Auf­wen­dun­gen, die ein ver­stän­di­ger, wirt­schaft­lich den­ken­der Mensch in der Lage des Geschä­dig­ten für zweck­mä­ßig und not­wen­dig hal­ten darf.

Der Geschä­dig­te ist dabei gehal­ten, im Rah­men des ihm Zumut­ba­ren von meh­re­ren mög­li­chen den wirt­schaft­li­che­ren Weg der Scha­dens­be­sei­ti­gung zu wäh­len.

Unter Berück­sich­ti­gung die­ser Grund­sät­ze hat der Geschä­dig­te im hier ent­schie­de­nen Fall kei­ne wei­te­ren Ansprü­che auf Miet­wa­gen­kos­ten­er­stat­tung, wenn der Schä­di­ger bereits bereits mehr erstat­tet hat, als die vom Schä­di­ger gefah­re­nen 156 Kilo­me­ter mit einem Taxi gekos­tet hät­ten. Umstän­de, die eine Miet­wa­gen­nut­zung unab­hän­gig von einem bestimm­ten Fahr­be­darf recht­fer­ti­gen und die Anmie­tung daher erfor­der­lich erschei­nen las­sen, hat­te der inso­weit dar­le­gungs- und beweis­pflich­ti­ge [1] Geschäd­gi­te nicht vor­ge­tra­gen.

Amts­ge­richt Kehl, Urteil vom 18. Febru­ar 2015 – 4 C 344/​14

  1. BGH NJW 2013, 1149 ff[]