Nebel­flug

Wird ein Lini­en­flug auf­grund außer­ge­wöhn­li­cher Umstän­de, im jetzt vom Ober­lan­des­ge­richt Koblenz ent­schie­de­nen Fall wegen Nebels, annul­liert und ver­zö­gert sich die Rück­kehr des Flug­gas­tes aus dem Aus­land des­halb um zwei Tage, hat der Flug­gast in der Zwi­schen­zeit Anspruch auf Betreu­ungs­leis­tun­gen.

Nebel­flug

Die Klä­ge­rin hat­te bei der beklag­ten Flug­ge­sell­schaft einen Flug gebucht, um aus einem Spa­ni­en-Urlaub zurück­zu­keh­ren. Der spa­ni­sche Flug­ha­fen war wegen Nebels nicht anflieg­bar. Der Flug wur­de des­halb stor­niert und die Klä­ge­rin auf einen Flug zwei Tage spä­ter umge­bucht.
Das Amts­ge­richt hat­te der Klä­ge­rin erst­in­stanz­lich Scha­den­er­satz zuer­kannt, weil die Flug­ge­sell­schaft in der Zeit nach der Stor­nie­rung des Flu­ges kei­ne Betreu­ungs­leis­tun­gen erbracht hat. Nach der ent­spre­chen­den EU-Richt­li­nie ist eine Flug­ge­sell­schaft zu Betreu­ungs­leis­tun­gen in Form von Essen, Geträn­ken, Hotel­un­ter­brin­gung, Trans­port zum Hotel, Tele­fon­ge­sprä­che u.ä. ver­pflich­tet.

Soweit die Klä­ge­rin dar­über hin­aus eine Aus­gleichs­zah­lung wegen der Annul­lie­rung des Flu­ges ver­langt hat, blieb ihre Kla­ge vor dem Amts­ge­richt und dem Ober­lan­des­ge­richt Koblenz ohne Erfolg. Das OLG Koblenz urteil­te hier­zu, dass der Nebel die Strei­chung des Flu­ges gerecht­fer­tigt habe und außer­halb des Ver­ant­wor­tungs­be­reichs der Flug­ge­sell­schaft lie­ge.

Ober­lan­des­ge­richt Koblenz, Urteil vom 11. Janu­ar 2008 – 10 U 385/​07