Nicht­be­rück­sich­ti­gung eines Bestrei­tens wegen man­geln­der Sub­stan­ti­ie­rung

Da die Hand­ha­bung der Sub­stan­ti­ie­rungs­an­for­de­run­gen durch das Gericht die­sel­ben ein­schnei­den­den Fol­gen hat wie die Anwen­dung von Prä­k­lu­si­ons­vor­schrif­ten, ver­letzt die Nicht­be­rück­sich­ti­gung eines Bestrei­tens wegen man­geln­der Sub­stan­ti­ie­rung Art. 103 Abs. 1 GG bereits dann, wenn dies in offen­kun­dig unrich­ti­ger Wei­se geschieht [1].

Nicht­be­rück­sich­ti­gung eines Bestrei­tens wegen man­geln­der Sub­stan­ti­ie­rung

Dies gilt ins­be­son­de­re, wenn im kon­kre­ten Fall nach § 138 Abs. 2 ZPO ein ein­fa­ches Bestrei­ten genüg­te.

Auf dem genann­ten Gehörsver­stoß beruht das ange­foch­te­ne Urteil, soweit nicht aus­zu­schlie­ßen ist, dass das Gericht zu einem für die bestrei­ten­de Par­te güns­ti­ge­ren Ergeb­nis gelangt wäre, wenn es das betref­fen­de Bestrei­ten für aus­rei­chend sub­stan­ti­iert erach­tet hät­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Febru­ar 2020 – VII ZR 166/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 11.05.2010 – VIII ZR 212/​07 Rn. 10, NJW-RR 2010, 1217[]