Prä­k­lu­si­on und recht­li­ches Gehör im Zivil­pro­zess

Zwar begrün­det nicht jede, auf der ver­fah­rens­feh­ler­haf­ten Anwen­dung des Pro­zess­rechts beru­hen­de Zurück­wei­sung von Par­tei­vor­trag einen Ver­stoß gegen Art. 103 GG. Dies ist aber jeden­falls dann der Fall, wenn eine Prä­k­lu­si­ons­vor­schrift offen­kun­dig unrich­tig ange­wen­det wird 1.

Prä­k­lu­si­on und recht­li­ches Gehör im Zivil­pro­zess

Prä­k­lu­si­ons­vor­schrif­ten haben wegen ihrer das recht­li­che Gehör beschrän­ken­den Wir­kung Aus­nah­me­cha­rak­ter, so dass ihre Anwen­dung einer stren­ge­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen Kon­trol­le unter­liegt, als dies übli­cher­wei­se bei der Anwen­dung des ein­fa­chen Rechts geschieht 2. Von einer offen­kun­dig feh­ler­haf­ten Anwen­dung der Prä­k­lu­si­ons­vor­schrif­ten ist aus­zu­ge­hen, wenn – wie hier – Vor­brin­gen, das nicht neu im Sinn von § 531 Abs. 2 ZPO ist, unter Beru­fung auf die­se Vor­schrift zurück­ge­wie­sen wird 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom vom 17. Dezem­ber 2013 – II ZR 186/​12

  1. BGH, Beschluss vom 21.02.2006 – VIII ZR 61/​04, NJW-RR 2006, 755 Rn. 5; Beschluss vom 14.07.2008 – II ZR 202/​07, ZIP 2008, 1675 Rn. 8; Beschluss vom 02.04.2009 – V ZR 177/​08, NJW-RR 2009, 1236 Rn. 8, jeweils mwN; BVerfG, NJW 2000, 945, 946[]
  2. vgl. BVerfGE 75, 302, 312[]
  3. BGH, Beschluss vom 02.04.2009 – V ZR 177/​08, NJW-RR 2009, 1236 Rn. 7 ff.; Beschluss vom 21.12 2006 – VII ZR 279/​05, NJW 2007, 1531 Rn. 6 ff.[]