Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine beab­sich­tig­te Beru­fung – und die Fra­ge der Beru­fungs­sum­me

Grund­sätz­lich kann von einer mit­tel­lo­sen Par­tei eine sach­li­che Begrün­dung des Pro­zess­kos­ten­hil­fe­ge­suchs für ein beab­sich­tig­tes Rechts­mit­tel nicht ver­langt wer­den, auch wenn dies zweck­mä­ßig und erwünscht ist 1.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine beab­sich­tig­te Beru­fung – und die Fra­ge der Beru­fungs­sum­me

Die­se Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs führt jedoch nicht dazu, dass der Beklag­te im Streit­fall vor einer Ent­schei­dung über sein Pro­zess­kos­ten­hil­fe­ge­such von wei­te­rem Vor­trag zu dem Wert sei­ner Beschwer abse­hen darf. Vor­trag zur Zuläs­sig­keit der Beru­fung wird von der Ver­fah­rens­ge­bühr nach Nr. 3200 des Ver­gü­tungs­ver­zeich­nis­ses zum RVG (VV RVG) abge­deckt. Hier­für kam eine Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe nicht mehr in Betracht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Juni 2016 – I ZA 8/​15

  1. BGH, Beschluss vom 11.11.1992 – XII ZB 118/​92, NJW 1993, 732 ff. mwN; Beschluss vom 06.12 2000 – XII ZB 193/​00, NJW-RR 2001, 1146, 1147; Beschluss vom 29.01.2009 – VII ZR 187/​08, NJW 2009, 1423 Rn. 11[]