Rauch­mel­der als Miet­ne­ben­kos­ten

Die Kos­ten für die Anmie­tung und War­tung von Rauch­warn­mel­dern kön­nen, da sie zu den Neben­kos­ten der Woh­nungs­mie­te zäh­len, auf den Mie­ter umge­legt wer­den.

Rauch­mel­der als Miet­ne­ben­kos­ten

In einem jetzt vom Land­ge­richt Mag­de­burg ent­schie­de­nen Fall waren die Mie­ter einer Woh­nung nicht damit ein­ver­stan­den, dass die ört­li­che Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft als Ver­mie­te­rin die Kos­ten für die Anmie­tung und War­tung der Gerä­te auf die Mie­ter im Rah­men der Neben­kos­ten als soge­nann­te Betriebs­kos­ten umlegt. Sie haben Kla­ge Amts­ge­richts Schö­ne­beck (Elbe) erho­ben. Das Amts­ge­richt hat­te die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass es sich bei den Kos­ten für die Rauch­mel­der nicht um Betriebs­kos­ten, son­dern um Kapi­ta­ler­satz­kos­ten han­de­le, die der Ver­mie­ter ähn­lich, wie bei ande­ren Ein­rich­tun­gen ( z.B. Fens­tern, Türen oder Brief­käs­ten) zu tra­gen habe 1.

Dage­gen hat das Land­ge­richt Mag­de­burg ent­schie­den, dass die Kos­ten für die Anmie­tung und War­tung von Rauch­warn­mel­dern zu den Neben­kos­ten gehö­ren, die auf den Mie­ter umleg­bar sind. Das ent­ge­gen­ste­hen­de Urteil des Amts­ge­richts Schö­ne­beck wur­de auf­ge­ho­ben.

Das Land­ge­richt hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die inso­weit maß­geb­li­che Betriebs­kos­ten­ver­ord­nung (BetrKV) kei­ne abschlie­ßen­de Rege­lung über umleg­ba­re Kos­ten ent­hal­te. So sehe § 2 Nr. 17 BetrKV die „Umla­ge sons­ti­ger Kos­ten“ vor. Hier­bei hand­le es sich um einen Auf­fang­tat­be­stand, der auch die Umla­ge neu ent­stan­de­ner Kos­ten ermög­li­chen soll. Dar­un­ter fal­len auch Rauch­mel­der, da zum Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens der Betriebs­kos­ten­ver­ord­nung zum 1.01.2004 die Aus­stat­tung mit Rauch­mel­dern noch die Aus­nah­me war und der Gesetz­ge­ber daher kei­ne Ver­an­las­sung hat­te die­se in der Ver­ord­nung zu regeln. Im Übri­gen sah das Gericht Rauch­mel­der als ver­gleich­bar mit Was­ser- oder Wär­me­zäh­ler an, deren Kos­ten umge­legt wer­den kön­nen.

Da die vom Land­ge­richt zu beur­tei­len­de Fra­ge – soweit ersicht­lich – in der Recht­spre­chung noch nicht ent­schie­den wor­den ist und ange­sichts der mitt­ler­wei­le ergan­gen gesetz­li­che Rege­lun­gen zur Aus­stat­tung von Woh­nun­gen mit Rauch­mel­dern in den Bun­des­län­dern die hier zu beur­tei­len de Fra­ge in einer Viel­zahl von Fäl­len ent­schei­dungs­er­heb­lich ist, hat das Gericht die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­sen. Da die unter­le­ge­nen Mie­ter kei­ne Revi­si­on ein­ge­legt haben, ist das Urteil rechts­kräf­tig gewor­den.

Land­ge­richt Mag­de­burg, Urteil vom 27. Sep­tem­ber 2011 – 1 S 171/​11

  1. AG Schö­ne­beck, Urteil vom 04.05.2011 – 4 C 148/​11[]