Recht­li­ches Gehör – und die nicht ver­nom­me­nen Zeu­gen

Eine Pro­zess­par­te kann dadurch in ihrem Anspruch auf Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) ver­letzt sein, dass das Gericht die von ihnen inso­weit benann­ten Zeu­gen nicht ver­nom­men hat [1].

Recht­li­ches Gehör – und die nicht ver­nom­me­nen Zeu­gen

Nach stän­di­ger höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung ver­pflich­tet Art. 103 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit den Grund­sät­zen der Zivil­pro­zess­ord­nung die Gerich­te, erheb­li­chen Beweis­an­trä­gen nach­zu­ge­hen.

Die Nicht­be­rück­sich­ti­gung eines erheb­li­chen Beweis­an­ge­bots, die im Pro­zess­recht kei­ne Stüt­ze fin­det, ver­stößt gegen Art. 103 Abs. 1 GG [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. April 2016 – VI ZR 451/​14

  1. vgl. hier­zu auch BGH, Urteil vom 16.02.2016 – VI ZR 441/​14[]
  2. BGH, Beschluss vom 16.09.2014 – VI ZR 118/​13, VersR 2015, 338 Rn. 4; BGH, Beschluss vom 23.04.2015 – V ZR 200/​14 7; BVerfGE 69, 141, 143 f.; BVerfG, WM 2012, 492, 493; NJW 1993, 254; teil­wei­se mwN[]