Sach­ver­halts­er­mitt­lung – und die Infor­ma­ti­ons­pflicht des Man­dan­ten

Über­nimmt der Rechts­an­walt ein Man­dat, so hat er zunächst den maß­geb­li­chen Sach­ver­halt fest­zu­stel­len, um die über­nom­me­ne Rechts­ver­tre­tung feh­ler­frei vor­neh­men zu kön­nen, weil er nur dann eine zuver­läs­si­ge Grund­la­ge für sein wei­te­res Vor­ge­hen hat 1.

Sach­ver­halts­er­mitt­lung – und die Infor­ma­ti­ons­pflicht des Man­dan­ten

Mit die­ser Ver­pflich­tung kor­re­spon­diert eine ver­trag­li­che Infor­ma­ti­ons­pflicht sei­nes Man­dan­ten, der den Rechts­an­walt wäh­rend der gesam­ten Dau­er des Man­dats wahr­heits­ge­mäß und voll­stän­dig über die tat­säch­li­chen Umstän­de sei­ner Rechts­an­ge­le­gen­heit zu unter­rich­ten und ihm die ein­schlä­gi­gen Unter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len hat 2.

Dabei darf der Rechts­an­walt in der Regel auf die Rich­tig­keit der tat­säch­li­chen Anga­ben sei­nes Auf­trag­ge­bers ohne eige­ne Nach­for­schun­gen ver­trau­en, solan­ge er deren Unrich­tig­keit nicht kennt oder ken­nen muss 3.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 30. Sep­tem­ber 2014 – 12 U 22/​14

  1. vgl. Vill, in: Zugehör/​G. Fischer/​Vill/​D. Fischer/​Rinkler/​Chab, Hand­buch der Anwalts­haf­tung, 3. Aufl.2011, Rz. 563[]
  2. vgl. Vill, in: Zugehör/​G. Fischer/​Vill/​D. Fischer/​Rinkler/​Chab, Hand­buch der Anwalts­haf­tung, 3. Aufl.2011, Rz. 568[]
  3. vgl. Vill, in: Zugehör/​G. Fischer/​Vill/​D. Fischer/​Rinkler/​Chab, Hand­buch der Anwalts­haf­tung, 3. Aufl.2011, Rz. 570[]