Sach­ver­stän­di­gen­ver­gü­tung des

Die ange­mes­se­ne Höhe der Ver­gü­tung des „iso­lier­ten“ Sach­ver­stän­di­gen nach § 9 Abs. 1 JVEG idF des 2. KostRMoG vom 01.08.2013 beträgt im Regel­fall 105,00 €.

Sach­ver­stän­di­gen­ver­gü­tung des

Die Fest­set­zung der ange­mes­sen Höhe des Stun­den­sat­zes bestimmt sich nach § 9 Abs. 1 JVEG nach bil­li­gem Ermes­sen.

Auch im Rah­men der Neu­fas­sung die­ser Vor­schrift durch das 2. KostRMoG vom 01.08.2013 sah der Gesetz­ge­ber von einer aus­drück­li­chen Rege­lung der Ver­gü­tung eines iso­liert bestell­ten Sach­ver­stän­di­gen ab. Viel­mehr soll­te die Fest­set­zung im Ein­zel­fall auf Grund der Bil­lig­keit erfol­gen. Der teil­wei­se in der Recht­spre­chung ver­tre­te­nen Auf­fas­sung, wonach die Ver­gü­tung ent­spre­chend der Vor­schrift des § 9 Abs. 2 JVEG zu bemes­sen sei [1], hat sich der Gesetz­ge­ber nicht anschlie­ßen kön­nen [2]. Dage­gen hat der Gesetz­ge­ber die ins­be­son­de­re vom OLG Frank­furt [3] sowie vom OLG Mün­chen [4] ver­tre­te­ne Ansicht, wonach auf Grund einer Rege­lungs­lü­cke der Stun­den­satz des Sach­ver­stän­di­gen ent­spre­chend der Hono­rar­grup­pe 7 nach § 9 Abs. 1 JVEG a.F. um wei­te­re 15,00 € auf damals ins­ge­samt 80,00 € (nach jet­zi­ger Rechts­la­ge somit 95,00 €) zu erhö­hen sei, nicht expli­zit in sei­nen gesetz­ge­be­ri­schen Wil­len auf­ge­nom­men.

Aller­dings ist das Amts­ge­richt Stutt­gart (Insol­venz­ge­richt) der Ansicht, dass der Gesetz­ge­ber die unter der alten Rechts­la­ge bestehen­de Rege­lungs­lü­cke durch eine bewuss­te Ent­schei­dung der allei­ni­gen Gel­tung des Absat­zes 1 des § 9 JVEG n.F. dahin gehend geschlos­sen hat, dass nun­mehr im Rah­men der Bil­lig­keit im Regel­fall die neue Sach­ge­biets­lis­te Num­mer 6 her­an­zu­zie­hen ist. Zwar ist die­se Bezug­nah­me auf­grund der dort auf­ge­führ­ten ein­zel­nen Tätig­keits­ge­bie­te kei­nes­wegs als hin­rei­chend kla­re Bezug­nah­me auf ein bestimm­tes Tätig­keits­feld zu ver­ste­hen. Aller­dings kann dem AG Darm­stadt auf­grund der unter­schied­li­chen Tätig­keits­ge­bie­te nicht gefolgt wer­den, wonach qua­si infol­ge die­ser unkla­ren Ver­wei­sung die alte Recht­spre­chung der OLGe Frank­furt und Mün­chen fort zu gel­ten habe. Viel­mehr kann dem gesetz­ge­be­ri­schen Wil­len dadurch hin­rei­chend Gel­tung ver­schafft wer­den, dass eine Inter­po­la­ti­on aller drei im Zif­fer 6 auf­ge­führ­ten Tätig­keits­ge­bie­te zu erfol­gen hat, im Mit­tel somit ein Stun­den­satz in Höhe von 105,00 € (75,00 € Hono­rar­grup­pe 3 [Besteue­rung], 115,00 € Hono­rar­grup­pe 11 [Unter­neh­mens­be­wer­tung] sowie 125,00 € Hono­rar­grup­pe 13 [Kapi­tal­an­la­gen]).

Die Fest­set­zung einer auf 105,00 € fest­zu­set­zen­den Ver­gü­tung ent­spricht danach im Regel­fall der Bil­lig­keit.

Amts­ge­richt Stutt­gart – Beschluss vom 10. Janu­ar 2014 – 3 IN 806/​13

  1. vgl. OLG Ham­burg, ZIn­sO 2010, 634; vgl. auch OLG Bam­berg, ZIn­sO 2005, 202; somit vor­ma­li­ge Ver­gü­tungs­hö­he 65,00 €[]
  2. vgl. Geset­zes­be­grün­dung, BR-Drs. 517/​12, S. 401, 402[]
  3. OLG Frankfurt/​Main, ZIn­sO 2006, 540[]
  4. OLG Mün­chen, ZIP 2005, 1329[]