Schwei­ne­lie­fe­rung gegen unge­deck­te Schecks

Hat es bis zum Zeit­punkt, an dem ein unge­deck­ter Scheck aus­ge­stellt wor­den ist, kei­ne Zah­lungs­un­fä­hig­keit bzw. Über­schul­dung einer Fir­ma gege­ben, und konn­te der Gesell­schaf­ter davon aus­ge­hen, dass die Bank den aus­ge­stell­ten Scheck ein­löst, liegt kein Betrug vor.

Schwei­ne­lie­fe­rung gegen unge­deck­te Schecks

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Land­wirts über 149.000 € gegen einen Gesell­schaf­ter eines Vieh­han­dels abge­wie­sen. Der Land­wirt betreibt eine Schwei­ne­mast. Bis Ende Mai 2012 bestan­den lang­jäh­ri­ge Geschäfts­be­zie­hun­gen zu einem Vieh­han­del in Dam­me im Olden­bur­ger Müns­ter­land. Hin­ter der Fir­ma, die den Vieh­han­del betrieb, stand der Beklag­te als per­sön­lich haf­ten­der Gesell­schaf­ter. Im Juli 2012 wur­de das Insol­venz­ver­fah­ren über das Ver­mö­gen der Fir­ma eröff­net. Der Klä­ger lie­fer­te noch im Mai 2012 an die spä­ter insol­ven­te Fir­ma Schwei­ne zu einem Preis von ins­ge­samt rund 332.000 €. Nach einer ers­ten Lie­fe­rung zu einem Preis von 149.000 € mach­te der Land­wirt die wei­te­re Lie­fe­rung von der Bezah­lung der bereits erfolg­ten Lie­fe­rung abhän­gig. Dar­auf­hin erhielt er vom Beklag­ten drei auf die spä­ter insol­ven­te Fir­ma bezo­ge­ne Schecks. Im Anschluss erfolg­ten wei­te­re Lie­fe­run­gen von Schwei­nen zum Preis von 183.000 €. Weil die Ein­lö­sung der Schecks schei­ter­te, ver­lang­te der Land­wirt vom Beklag­ten per­sön­lich die Bezah­lung der Rech­nung über 149.000 €. Der Land­wirt fühl­te sich vom Beklag­ten betro­gen. Die­ser habe bereits vor Mai 2012 von der Zah­lungs­un­fä­hig­keit der Fir­ma gewusst und sei des­halb bereits bei Hin­ga­be der Schecks davon aus­ge­gan­gen, dass die­se nicht mehr ein­ge­löst wer­den könn­ten. Das Land­ge­richt Olden­burg hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Über die Beru­fung des Beklag­ten hat nun das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg ent­schie­den und das land­ge­richt­li­che Urteil auf­ge­ho­ben:

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Olden­burg hat der kla­gen­de Land­wirt die Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Vieh­han­dels im Mai 2012 nicht bewei­sen kön­nen. Aus einem Gut­ach­ten der Staats­an­walt­schaft Olden­burg erge­be sich, dass bis Ende Mai 2012 kei­ne Über­schul­dung der Fir­ma vor­ge­le­gen habe. Dar­über hin­aus sei das Ober­lan­des­ge­richt auch nicht davon über­zeugt, dass der Beklag­te den Land­wirt bei Hin­ga­be der Schecks getäuscht hat­te. Die Rück­bu­chung der Schecks sei erst­mals Ende Mai 2012 erfolgt. Bis dahin habe der Beklag­te davon aus­ge­hen kön­nen, dass die Bank die aus­ge­stell­ten Schecks ein­lö­se. Den Vor­wurf des Land­wirts, der Beklag­te habe Bar­zah­lun­gen an die insol­ven­te Fir­ma selbst behal­ten, habe die Beweis­auf­nah­me nach Mei­nung des Ober­lan­des­ge­richts nicht bestä­tigt.

Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, Urteil vom 24. Juli 2014 – 14 U 118/​13