Treu und Glau­ben – und der Ein­wand des Rechts­miss­brauchs

Der Grund­satz von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) bil­det eine allen Rech­ten imma­nen­te Inhalts­be­gren­zung und ver­bie­tet ua. die miss­bräuch­li­che Aus­übung von Rech­ten [1].

Treu und Glau­ben – und der Ein­wand des Rechts­miss­brauchs

Die Rechts­aus­übung ist dann miss­bräuch­lich und damit unzu­läs­sig, wenn der Berech­tig­te kein schutz­wür­di­ges Eigen­in­ter­es­se ver­folgt oder über­wie­gen­de schutz­wür­di­ge Inter­es­sen der Gegen­par­tei ent­ge­gen­ste­hen und die Rechts­aus­übung im Ein­zel­fall zu einem grob unbil­li­gen, mit der Gerech­tig­keit nicht mehr zu ver­ein­ba­ren­den Ergeb­nis füh­ren wür­de [2].

Das ist zB dann der Fall, wenn der Gläu­bi­ger ver­pflich­tet ist, die ver­lang­te Leis­tung sofort wie­der her­aus­zu­ge­ben. In die­sem Fall wäre das Erhe­ben eines sol­chen Anspruchs nur geeig­net, dem Schuld­ner unnö­ti­ge Beschwer­nis­se und zusätz­li­che Insol­venz­ri­si­ken auf­zu­bür­den, ohne dass dies dem Gläu­bi­ger legi­ti­me Vor­tei­le brin­gen wür­de [3].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 23. Febru­ar 2016 – 9 AZR 398/​14

  1. vgl. BAG 16.04.2013 – 9 AZR 731/​11, Rn. 32, BAGE 145, 8; Palandt/​Grüneberg 75. Aufl. § 242 BGB Rn. 38 ff.[]
  2. Jauernig/​Mansel BGB 16. Aufl. § 242 Rn. 37; sh. auch Palandt/​Grüneberg aaO Rn. 50[]
  3. Münch­Komm-BGB/­Schu­bert 7. Aufl. § 242 Rn. 440 mwN; vgl. auch Palandt/​Grüneberg aaO Rn. 52 mwN; PWW/­Schmidt-Kes­sel/­Kram­me 10. Aufl. § 242 Rn. 49; Jauernig/​Mansel aaO Rn. 39[]