Urteils­grün­de – und kei­ne Wür­di­gung der Ein­las­sung des Ange­klag­ten

Aus § 267 StPO, der den Inhalt der Urteils­grün­de bestimmt, ergibt sich zwar nicht, dass das Gericht ver­pflich­tet ist, eine Beweis­wür­di­gung im Urteil vor­zu­neh­men, in der die Ein­las­sung des Ange­klag­ten mit­ge­teilt und die­se Ein­las­sung unter Bewer­tung der sons­ti­gen Beweis­mit­tel gewür­digt wird.

Urteils­grün­de – und kei­ne Wür­di­gung der Ein­las­sung des Ange­klag­ten

Doch ist unter sach­lich-recht­li­chem Blick­win­kel regel­mä­ßig eine Wie­der­ga­be der Ein­las­sung des Ange­klag­ten erfor­der­lich, damit das Revi­si­ons­ge­richt nach­prü­fen kann, ob sich der Tatrich­ter unter Berück­sich­ti­gung der erho­be­nen Bewei­se eine trag­fä­hi­ge Grund­la­ge für sei­ne Über­zeu­gungs­bil­dung ver­schafft und das mate­ri­el­le Recht rich­tig ange­wen­det hat [1].

Dass die an sich gebo­te­ne Mit­tei­lung der Ein­las­sung unter­blie­ben ist, ist unbe­denk­lich, wenn sich aus dem Gesamt­zu­sam­men­hang der Urteils­grün­de noch hin­rei­chend deut­lich ergibt, dass sich der Ange­klag­te in der Haupt­ver­hand­lung weder zur Per­son noch zur Sache geäu­ßert hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Juni 2020 – 2 StR 416/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 30.12.2014 – 2 StR 403/​14, NStZ 2015, 299, 300 mwN[]