Ver­sa­gung der Rest­schuld­be­frei­ung – das Antrags­recht des Gläu­bi­gers

Ein Gläu­bi­ger hat jeden­falls dann ein recht­lich geschütz­tes Inter­es­se dar­an, einen Antrag auf Ver­sa­gung der Rest­schuld­be­frei­ung zu stel­len, wenn der Schuld­ner dem ange­mel­de­ten Grund der For­de­rung als sol­cher aus einer vor­sätz­lich began­ge­nen uner­laub­ten Hand­lung wider­spro­chen hat und der Wider­spruch nicht besei­tigt wor­den ist.

Ver­sa­gung der Rest­schuld­be­frei­ung – das Antrags­recht des Gläu­bi­gers

Auf die Fra­ge, ob der Gläu­bi­ge­rin das erfor­der­li­che Rechts­schutz­be­dürf­nis abzu­spre­chen ist, weil sie ihre For­de­rung trotz Ertei­lung der Rest­schuld­be­frei­ung gegen den Schuld­ner nach § 302 Nr. 1 InsO durch­set­zen kön­ne, kommt es daher nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs nicht an: Der Schuld­ner hat dem For­de­rungs­grund der vor­sätz­lich began­ge­nen uner­laub­ten Hand­lung wider­spro­chen; die­ser Wider­spruch des Schuld­ners wur­de in der Insol­venz­ta­bel­le ver­merkt. Solan­ge der Wider­spruch nicht besei­tigt ist, ist die For­de­rung der Gläu­bi­ge­rin wie eine nicht aus­ge­nom­me­ne For­de­rung zu behan­deln 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Juni 2013 – IX ZB 208/​11

  1. vgl. BGH, Urteil vom 18.01.2007 – IX ZR 176/​05, NZI 2007, 416 Rn. 11; vom 02.12.2010 – IX ZR 41/​10, ZIn­sO 2011, 39 Rn. 7 f; Pape in Pape/​Uhländer, InsO, § 302 Rn. 29[]