Ver­schwie­ge­ner Schim­mel­be­fall – und die Aus­sa­gen der Mak­le­rin

Im Hin­blick auf einen im Kauf­ver­trag über ein Haus­grund­stück ver­ein­bar­ten Haf­tungs­aus­schluss1 ist zu prü­fen, ob die Ver­käu­fer selbst vor­sätz­lich gehan­delt haben, indem sie etwa der Mak­le­rin gegen­über fal­sche Anga­ben gemacht haben, oder ob die Mak­le­rin vor­sätz­lich eine fal­sche Erklä­rung über den Umfang der Tro­cken­le­gung abge­ge­ben hat und sich die Ver­käu­fer dies zurech­nen las­sen müs­sen.

Ver­schwie­ge­ner Schim­mel­be­fall – und die Aus­sa­gen der Mak­le­rin

Eine Zurech­nung des Ver­hal­tens der Mak­le­rin ist nach § 278 BGB mög­lich, wenn die­se mit Wis­sen und Wol­len der Beklag­ten als deren Reprä­sen­tan­tin auf­ge­tre­ten und im Rah­men der Erfül­lung von Auf­ga­ben tätig gewor­den ist, die typi­scher­wei­se ihnen oble­gen haben2.

Ent­spre­chen­de Fest­stel­lun­gen sind auch erfor­der­lich, soweit der Scha­dens­er­satz­an­spruch auf § 437 Nr. 3, § 281 Abs. 1, § 280 Abs. 1 und 3 BGB gestützt wird; aus der Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs vom 16.03.20123 ergibt sich nichts ande­res.

Im Übri­gen sah sich der Bun­des­ge­richts­hof auch erneut zu dem Hin­weis ver­an­lasst, dass das neue Schuld­recht die zuge­si­cher­te Eigen­schaft im Sin­ne von § 459 Abs. 2 BGB aF nicht mehr kennt; eine Garan­tie im Sin­ne des § 444 BGB4 hat­ten die Ver­käu­fer allein durch die Erwäh­nung von Reno­vie­rungs­ar­bei­ten vor­lie­gend aller­dings nicht über­nom­men.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Juli 2015 – V ZR 245/​14

  1. vgl. zu des­sen Aus­wir­kun­gen auf einen Anspruch aus vor­ver­trag­li­chem Ver­schul­den: BGH, Urteil vom 27.03.2009 – V ZR 30/​08, BGHZ 180, 205 Rn.19 ff.
  2. BGH, Beschluss vom 18.04.2013 – V ZR 231/​12 18; Urtei­le vom 27.11.1998 – V ZR 344/​97, NJW 1999, 638, 639; und vom 02.06.1995 – V ZR 52/​94, NJW 1995, 2550, 2551; BGH, Urteil vom 14.11.2000 – XI ZR 336/​99, NJW 2001, 358 f.
  3. BGH, Urteil vom 16.03.2012 – V ZR 18/​11, NJW-RR 2012, 1078 Rn. 16
  4. vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2010 – V ZR 228/​09, NJW 2011, 1217 Rn. 11