Inkon­gru­en­te Deckung – und die sub­jek­ti­ven Anfor­de­run­gen an die Insolvenzanfechtung

Eine inkon­gru­en­te Deckung bil­det nur dann ein Beweis­an­zei­chen für den Benach­tei­li­gungs­vor­satz des Schuld­ners und für die Kennt­nis des Gläu­bi­gers von die­sem Vor­satz, wenn die Wir­kun­gen der Rechts­hand­lung zu einem Zeit­punkt ein­tra­ten, als zumin­dest aus der Sicht des Emp­fän­gers der Leis­tung Anlass bestand, an der Liqui­di­tät des Schuld­ners zu zwei­feln [1].

Inkon­gru­en­te Deckung – und die sub­jek­ti­ven Anfor­de­run­gen an die Insolvenzanfechtung

Beweis­an­zei­chen wie eine Inkon­gru­enz machen eine Gesamt­wür­di­gung nicht ent­behr­lich und dür­fen nicht sche­ma­tisch im Sin­ne einer vom ande­ren Teil zu wider­le­gen­den Ver­mu­tung ange­wandt wer­den [2].

Die sub­jek­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen der Vor­satz­an­fech­tung hat der Tatrich­ter gemäß § 286 ZPO unter Wür­di­gung aller maß­geb­li­chen Umstän­de des Ein­zel­falls auf der Grund­la­ge des Gesamt­ergeb­nis­ses der Ver­hand­lung und einer etwai­gen Beweis­auf­nah­me zu prüfen.

Ob ein bestimm­ter Gläu­bi­ger Kennt­nis von der Zah­lungs­ein­stel­lung oder der (dro­hen­den) Zah­lungs­un­fä­hig­keit hat, hängt davon ab, wel­che kon­kre­ten Tat­sa­chen die­ser Gläu­bi­ger spä­tes­tens unmit­tel­bar vor der jeweils ange­foch­te­nen Zah­lung kann­te [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Novem­ber 2019 – IX ZR 8/​19

  1. BGH, Urteil vom 07.11.2013 – IX ZR 248/​12, WM 2013, 2233 Rn. 12[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 13.08.2009 – IX ZR 159/​06, WM 2009, 1943 Rn. 8; Schmidt/​Ganter/​Weinland, InsO, 19. Aufl., § 133 Rn. 75[]
  3. BGH, Beschluss vom 15.09.2016 – IX ZR 152/​15, EnWZ 2017, 22 Rn. 2[]

Bild­nach­weis: