Nach­trags­ver­tei­lung – und die Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung

Ist bei der Fest­set­zung der Ver­gü­tung für das Insol­venz­ver­fah­ren eine Nach­trags­ver­tei­lung vor­aus­seh­bar, kann sich das Insol­venz­ge­richt die Ent­schei­dung über die Ver­gü­tung für die Nach­trags­ver­tei­lung vor­be­hal­ten und die Ver­gü­tung für das Insol­venz­ver­fah­ren fest­set­zen, ohne die vor­aus­seh­ba­re Nach­trags­ver­tei­lung zu berück­sich­ti­gen.

Nach­trags­ver­tei­lung – und die Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung

Auch wenn nach der Schluss­ver­tei­lung zu erwar­ten­de Mas­se­zu­flüs­se bei der Berech­nungs­grund­la­ge für die Ver­gü­tung des Insol­venz­ver­wal­ters berück­sich­tigt wer­den kön­nen 1, ist es aus Rechts­grün­den nicht zu bean­stan­den, dass das Gericht eine Fest­set­zung der Ver­gü­tung für eine Nach­trags­ver­tei­lung davon abhän­gig gemacht hat, dass tat­säch­lich eine Nach­trags­ver­tei­lung ange­ord­net wird.

Zwar kann das Insol­venz­ge­richt wie sich im Umkehr­schluss aus § 6 Abs. 1 Satz 2 Ins­VV ergibt eine vor­aus­seh­ba­re Nach­trags­ver­tei­lung bereits bei der Fest­set­zung der Ver­gü­tung für das Insol­venz­ver­fah­ren berück­sich­ti­gen. Dies ist jedoch nicht zwin­gend; viel­mehr ist es aus Rechts­grün­den nicht zu bean­stan­den, wenn das Insol­venz­ge­richt die Ver­gü­tung für das Insol­venz­ver­fah­ren fest­setzt, ohne die vor­aus­seh­ba­re Nach­trags­ver­tei­lung zu berück­sich­ti­gen und die Ent­schei­dung über eine Ver­gü­tung für die Nach­trags­ver­tei­lung damit vor­be­hält.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Sep­tem­ber 2019 – IX ZB 2/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 06.04.2017 – IX ZB 3/​16, NZI 2017, 505 Rn. 10 ff; vom 20.07.2017 – IX ZB 75/​16, NZI 2017, 822 Rn. 14 ff[]