Vor­läu­fi­ge Voll­streck­bar­keit – und der Rück­zah­lungs­an­spruch bei einem abän­dern­den Urteil

Der Voll­stre­ckungs­schuld­ner kann den Rück­zah­lungs­an­spruch gemäß § 717 Abs. 2 Satz 2 ZPO schon im anhän­gi­gen Rechts­streit als Inzi­dent­an­trag gel­tend machen. Der Antrag kann in jeder Instanz, also auch noch in der Revi­si­ons­in­stanz gestellt wer­den 1.

Vor­läu­fi­ge Voll­streck­bar­keit – und der Rück­zah­lungs­an­spruch bei einem abän­dern­den Urteil

Der Antrag wird im Regel­fall von der Beklag­ten aber nur für den Fall gestellt, dass ihre Revi­si­on Erfolg hat, zur Auf­he­bung des Beru­fungs­ur­teils sowie zur Abän­de­rung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung führt.

Ein sol­ches Antrags­ver­ständ­nis ent­spricht ihrer wohl­ver­stan­de­nen Inter­es­sen­la­ge. Der auf § 717 Abs. 2 ZPO gestütz­te Scha­dens­er­satz­an­spruch soll gewähr­leis­ten, dass der­je­ni­ge, der auf­grund eines vor­läu­fig voll­streck­ba­ren Urteils in Anspruch genom­men wor­den ist, die im Wege der Zwangs­voll­stre­ckung bei­ge­trie­be­ne oder zur Abwehr der Voll­stre­ckung erbrach­te Leis­tung nach Auf­he­bung des Titels sogleich zurück­er­hält 2. Ein Anspruch auf Scha­dens­aus­gleich besteht daher nur, wenn das vor­läu­fig voll­streck­ba­re Urteil, auf­grund des­sen der Schuld­ner vor­zei­tig in Anspruch genom­men wur­de und geleis­tet hat, auf­ge­ho­ben oder abge­än­dert wird.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 16. Juli 2019 – 1 AZR 537/​17

  1. vgl. BGH 2.05.2017 – I ZB 1/​16 – [ECLI:DE:BGH:2017:020517BIZB1.16.0] Rn. 3[]
  2. BAG 12.11.2014 – 7 ABR 86/​12, Rn. 17 mwN, BAGE 150, 1[]