Zwangs­ver­wal­ter sperrt Tache­les e.V. aus

Ver­schafft sich ein Sicher­heits­dienst im Auf­trag eines Zwangs­ver­wal­ters Zugang zu Räu­men, ver­schließt die­se und bewacht den Ein­gangs­be­reich, so dass die Räu­me nicht mehr vom bis­he­ri­gen Nut­zer betre­ten wer­den kön­nen, so han­delt es sich um ver­bo­te­ne Eigen­macht und die Räu­me müs­sen wie­der her­aus­ge­ge­ben wer­den.

Zwangs­ver­wal­ter sperrt Tache­les e.V. aus

So die Ent­schei­dung des Land­ge­richts Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Eil­ver­fah­rens zur Her­aus­ga­be der Räu­me in der 5. Eta­ge an die Initia­ti­ve zum Erhalt des Kunst­hau­ses Tache­les e.V.. Die Mit­ar­bei­ter eines pri­va­ten Sicher­heits­diens­tes hat­ten sich am 7. Dezem­ber 2011 im Auf­trag des Zwangs­ver­wal­ters Zugang zu den Räu­men ver­schafft, die Ein­gangs­tü­re ver­schlos­sen und den Ein­gangs­be­reich bewacht.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Ber­lin ist die­se Hand­lungs­wei­se als soge­nann­te „ver­bo­te­ne Eigen­macht“ im Sin­ne des § 858 Abs. 1 BGB zu wer­ten und der Her­aus­ga­be­kla­ge statt­zu­ge­ben. Dabei ist aus­drück­lich her­vor­ge­ho­ben wor­den, dass mit dem Urteil nicht über die Fra­ge ent­schie­den wor­den ist, ob die Initia­ti­ve ihrer­seits zum Besitz der Räu­me berech­tigt gewe­sen ist, son­dern nur über die Unzu­läs­sig­keit der Selbst­hil­fe durch den Zwangs­ver­wal­ter. Die Ent­schei­dung, ob die jetzt wie­der­her­ge­stell­te Besitz­la­ge von Dau­er ist, ist der schon rechts­hän­gi­gen Haupt­sa­che-Räu­mungs­kla­ge 1 vor­be­hal­ten.

Land­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 25. April 2012 – 29 O 135/​12

  1. LG Ber­lin – 29 O 156/​12[]