Klein­sen­dun­gen aus dem Nicht-EU-Aus­land

Der BFH hat im März 2007 ent­schie­den, dass Schuld­ner der Ein­fuhr­um­satz­steu­er auch der­je­ni­ge ist, des­sen Umsät­ze zwar gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 4 UStG 1993 steu­er­bar, aber gemäß § 5 UStG 1993 steu­er­frei sind. Die­ses Urteil des BFH betraf einen deut­schen Ver­sand­händ­ler, der sei­ne Kun­den in Deutsch­land über ein Ver­sand­la­ger im Dritt­land belie­fer­te.

Klein­sen­dun­gen aus dem Nicht-EU-Aus­land

Für sog. Klein­sen­dun­gen, die nach § 5 UStG i.V. mit § 1 Abs. 1 EUStBV und Art. 27 Zoll­be­frei­ungs­VO von der Ein­fuhr­um­satz­steu­er befreit sind, bestimm­ten die AGB des Ver­sand­händ­lers, dass die Ver­sen­dung der Waren im Namen und für Rech­nung der Kun­den durch­ge­führt wer­de. In der Fol­ge ging der Ver­sand­händ­ler davon aus, dass die den Klein­sen­dun­gen zugrun­de lie­gen­den Lie­fe­run­gen gemäß § 3 Abs. 6 UStG im Dritt­land aus­ge­führt wor­den sei­en. Der BFH hat­te dem­ge­gen­über ent­schie­den, dass die in den AGB ent­hal­ten­de Klau­sel nicht Ver­trags­be­stand­teil gewor­den ist und des­halb kei­ne hin­rei­chen­de Ver­tre­tungs­macht gegen­über der Zoll­ver­wal­tung begrün­det. Da somit die Ware tat­säch­lich vom Ver­sand­händ­ler ange­mel­det wor­den sei, ver­la­ge­re sich der Ort der Klein­sen­dun­gen über § 3 Abs. 8 UStG nach Deutsch­land. Dabei sei uner­heb­lich, dass auf­grund der bestehen­den Befrei­ung tat­säch­lich kei­ne Ein­fuhr­um­satz­steu­er anfal­le. Denn Schuld­ner der Ein­fuhr­um­satz­steu­er i.S. des § 3 Abs. 8 UStG sei auch der­je­ni­ge, des­sen Umsät­ze zwar gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 4 UStG steu­er­bar, aber gemäß § 5 UStG steu­er­frei sind.

Die­ses Urteil will die Finanz­ver­wal­tung nun auch über den ent­schie­de­nen Ein­zel­fall hin­aus in allen ver­gleich­ba­ren offe­nen Fäl­len anzu­wen­den. Dies gilt ins­be­son­de­re, wenn der leis­ten­de Unter­neh­mer die Lie­fe­rung unter Beru­fung auf die Steu­er­schuld­ner­schaft des Abneh­mers für die Ein­fuhr­um­satz­steu­er als nicht im Inland steu­er­bar behan­delt, und dies nicht mit­tels einer ent­spre­chen­den Klau­sel in den AGB des lie­fern­den Unter­neh­mers begrün­det, son­dern bei­spiels­wei­se mit einem vor­ge­druck­ten Hin­weis auf dem Bestell­schein oder Ähn­li­chem.

Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, Schrei­ben vom 1. Febru­ar 2008 – IV A 5 – S 7114/​07/​0002 DOK 2008/​0036071