Zuviel Alko­hol, ein Zug und kei­ne Waf­fen mehr

Ein alko­hol­be­ding­ter Zusam­men­stoß mit Zug kann, wie ein aktu­el­les Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Min­den zeigt, zum Ent­zug der Waf­fen­be­sitz­kar­ten füh­ren:

Zuviel Alko­hol, ein Zug und kei­ne Waf­fen mehr

Eine Ver­ur­tei­lung wegen fahr­läs­si­gen Ein­griffs in den Schie­nen­ver­kehr in Tat­ein­heit mit fahr­läs­si­ger Stra­ßen­ver­kehrs­ge­fähr­dung infol­ge Trun­ken­heit ist geeig­net, den Wider­ruf der Waf­fen­be­sitz­kar­ten zu recht­fer­ti­gen.

Der Klä­ger war trotz 2,34 Pro­mil­le Blut­al­ko­hol in Bie­le­feld-Quel­le Auto gefah­ren, um Piz­za zu holen. Dabei umfuhr er die geschlos­se­nen Halb­schran­ken eines Bahn­über­gangs, so dass es zur Kol­li­si­on mit einem Zug kam. Nach der straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lung des Klä­gers, der im Kreis Güters­loh wohnt, hat­te die Kreis­po­li­zei­be­hör­de Güters­loh sei­ne Waf­fen­be­sitz­kar­ten wider­ru­fen. Der Vor­fall zei­ge die waf­fen­recht­li­che Unzu­ver­läs­sig­keit des Klä­gers. Gegen den Wider­ruf wand­te der Klä­ger ein, man habe ihm zwi­schen­zeit­lich sei­ne Fahr­erlaub­nis wie­dererteilt. Dar­aus fol­ge schon, dass er frei von cha­rak­ter­li­chen Män­geln sei, so dass eine Aus­nah­me vom Regel­fall der waf­fen­recht­li­chen Unzu­ver­läs­sig­keit vor­lie­ge.

Dem ist das Gericht nicht gefolgt. Bei einer straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lung von 80 Tages­sät­zen zu je 40,00 ? sei von der waf­fen­recht­li­chen Unzu­ver­läs­sig­keit regel­mä­ßig aus­zu­ge­hen. Ein Aus­nah­me­fall kom­me hier nicht in Betracht. Eine Fahrt mit einer Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on von 2,34 Pro­mil­le stel­le kein Baga­tell­de­likt dar und las­se den Schluss auf eine Alko­hol­ge­wöh­nung zu. Der Klä­ger habe sich auch nicht in einer Not­si­tua­ti­on befun­den, son­dern ledig­lich Piz­za holen wol­len. Dass dem Klä­ger zwi­schen­zeit­lich die Fahr­erlaub­nis wie­dererteilt wor­den sei, sei uner­heb­lich, weil die waf­fen­recht­li­che Zuver­läs­sig­keit eine ande­re Wer­tung erfor­de­re als die Eig­nung zum Füh­ren von Kraft­fahr­zeu­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den, Gerichts­be­scheid vom 14.09.2007- 8 K 570/​07 (nicht rechts­kräf­tig)
[via Recht und All­tag]