Die feh­len­de Zustim­mung des Betriebs­rats – und die Auf­he­bung von Ein­stel­lun­gen

Nach § 101 Satz 1 BetrVG kann der Betriebs­rat beim Arbeits­ge­richt bean­tra­gen, dem Arbeit­ge­ber auf­zu­ge­ben, eine per­so­nel­le Maß­nah­me iSd. § 99 Abs. 1 Satz 1 BetrVG auf­zu­he­ben, wenn der Arbeit­ge­ber die Maß­nah­me ohne sei­ne Zustim­mung durch­führt 1.

Die feh­len­de Zustim­mung des Betriebs­rats – und die Auf­he­bung von Ein­stel­lun­gen

Gegen­stand des Auf­he­bungs­ver­fah­rens nach § 101 Satz 1 BetrVG ist die Fra­ge, ob eine kon­kre­te per­so­nel­le Ein­zel­maß­nah­me gegen­wär­tig und zukünf­tig als end­gül­ti­ge Maß­nah­me zuläs­sig ist.

Der Auf­he­bungs­an­trag dient der Besei­ti­gung eines betriebs­ver­fas­sungs­wid­ri­gen Zustands, der dadurch ein­ge­tre­ten ist, dass der Arbeit­ge­ber eine kon­kre­te per­so­nel­le Ein­zel­maß­nah­me ohne die erfor­der­li­che Zustim­mung des Betriebs­rats durch­führt oder auf­recht­erhält. Mit der Rechts­kraft eines dem Antrag nach § 101 Satz 1 BetrVG statt­ge­ben­den Beschlus­ses wird der Arbeit­ge­ber ver­pflich­tet, den betriebs­ver­fas­sungs­wid­ri­gen Zustand durch Auf­he­bung der per­so­nel­len Ein­zel­maß­nah­me zu besei­ti­gen.

Ent­schei­dun­gen im Auf­he­bungs­ver­fah­ren haben nur Wir­kung für die Zukunft; es geht nicht dar­um, ob die Maß­nah­me bei ihrer Durch­füh­rung betriebs­ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­sig war.

Der Antrag nach § 101 Satz 1 BetrVG wird daher unbe­grün­det, wenn die antrags­ge­gen­ständ­li­che per­so­nel­le Ein­zel­maß­nah­me – etwa durch Zeit­ab­lauf – geen­det hat 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 25. April 2018 – 7 ABR 30/​16

  1. BAG 30.09.2014 – 1 ABR 32/​13, Rn. 15, BAGE 149, 182[]
  2. BAG 14.04.2015 – 1 ABR 66/​13, Rn. 21, BAGE 151, 212; 11.09.2013 – 7 ABR 29/​12, Rn. 24; 14.05.2013 – 1 ABR 10/​12, Rn. 33; 9.11.2010 – 1 ABR 76/​09, Rn. 22[]