Mit­be­stim­mung bei der Beschäf­ti­gung von Straf­ge­fan­ge­nen im Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum

Der Per­so­nal­rat eines Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums ist nicht zur Mit­be­stim­mung berech­tigt, wenn Straf­ge­fan­ge­ne dort eine Arbeit auf­neh­men, die ihnen von der Anstalts­lei­tung zuge­wie­sen wur­de.

Mit­be­stim­mung bei der Beschäf­ti­gung von Straf­ge­fan­ge­nen im Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum

Das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Düs­sel­dorf beschäf­tigt auf­grund eines Ver­tra­ges mit einer Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Straf­ge­fan­ge­ne mit Hilfs­ar­bei­ten im Bereich der Gar­ten­pfle­ge und der Logis­tik. Der Per­so­nal­rat des Kli­ni­kums sieht in der Auf­nah­me der Tätig­keit durch die Gefan­ge­nen eine mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Ein­stel­lung.

In den Vor­in­stan­zen sind das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf und das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter die­ser Auf­fas­sung nicht gefolgt 1. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Rechts­be­schwer­de des Per­so­nal­rats zurück­ge­wie­sen:

Eine mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Ein­stel­lung setzt vor­aus, dass der Betref­fen­de in der Wei­se in die Dienst­stel­le ein­ge­glie­dert wird, dass er mit dem Zeit­punkt sei­ner Arbeits­auf­nah­me nach Wei­sung des Dienst­stel­len­lei­ters an der Erfül­lung öffent­li­cher Auf­ga­ben teil­nimmt. Dar­an fehlt es hier. Die dem Straf­ge­fan­ge­nen von der Anstalts­lei­tung zuge­wie­se­nen Arbei­ten außer­halb der Anstalt ohne Auf­sicht (Frei­gang) die­nen aus­schließ­lich dem Ziel der Reso­zia­li­sie­rung. An die­sem Ziel wirkt die Dienst­stel­le mit der Auf­nah­me der Straf­ge­fan­ge­nen zu Arbeits­zwe­cken mit. Der Reso­zia­li­sie­rungs­ge­dan­ke, nicht dage­gen die Erfül­lung der der Dienst­stel­le eigent­lich gestell­ten Auf­ga­ben prägt die dor­ti­ge Tätig­keit der Gefan­ge­nen.

Der Schutz­zweck der Mit­be­stim­mung bei Ein­stel­lung ver­langt die Betei­li­gung des Per­so­nal­rats nicht. Die Aus­wahl der Gefan­ge­nen für den Frei­gang trifft die Anstalts­lei­tung nach Maß­ga­be der Bestim­mun­gen des Straf­voll­zugs­ge­set­zes. Ange­sichts des­sen ver­bleibt für die Ent­schei­dung der Dienst­stel­le, an wel­che eine Mit­be­stim­mung des Per­so­nal­rats anknüp­fen könn­te, kein Spiel­raum. Durch die Arbeits­auf­nah­me der Gefan­ge­nen in der Dienst­stel­le wer­den die vom Per­so­nal­rat ver­tre­te­nen Inter­es­sen der regu­lä­ren Beschäf­tig­ten nicht berührt. Mit der not­wen­di­gen Anlei­tung und Ein­wei­sung der Gefan­ge­nen erfüllt die Dienst­stel­le ihre Ver­pflich­tung zur Mit­wir­kung an der Reso­zia­li­sie­rung. Dies stellt für die regu­lä­ren Beschäf­tig­ten kei­ne nen­nens­wer­te Belas­tung dar.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 14. August 2013 – 6 P 8.12

  1. OVG NRW, Beschluss vom 17.08.2012 – 20 A 697/​11.PVL; VG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 25.02.2011 – 34 K 4742/​10.PVL[]