Die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht des Syn­di­kus­an­walts

Wer als Rechts­an­walt zuge­las­sen und zugleich ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tigt ist, kann wegen sei­ner berufs­stän­di­schen Ver­sor­gung für die­se Beschäf­ti­gung nicht von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung befreit wer­den.

Die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht des Syn­di­kus­an­walts

Ist ein Rechts­an­walt abhän­gig beschäf­tigt (§ 7 Abs 1 S 1 SGB IV), unter­lie­gen er damit daher auf Grund sei­ner typi­sie­rend zu Grun­de zu legen­den Schutz­be­dürf­tig­keit grund­sätz­lich der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (§ 1 S 1 Nr 1 Halb­satz 1 SGB VI). Aus­weis­lich der Sys­te­ma­tik die­ses Geset­zes wird die ange­nom­me­ne Schutz­be­dürf­tig­keit des betrof­fe­nen Per­so­nen­krei­ses auch nicht von vor­ne her­ein durch Umstän­de wider­legt, die nach der dem Gesetz zu Grun­de lie­gen­den Wer­tung Anlass gege­ben hät­ten, den­noch von der Anord­nung der Rechts­fol­ge Ver­si­che­rungs­pflicht abzu­se­hen (zB § 1 S 3 SGB VI) oder trotz Eröff­nung des Anwen­dungs­be­reichs der Beschäf­tig­ten­ver­si­che­rung aus­nahms­wei­se unmit­tel­bar kraft Geset­zes wegen der Zuge­hö­rig­keit zu einem ande­ren Siche­rungs­sys­tem Ver­si­che­rungs­frei­heit anzu­ord­nen (§ 5 Abs 1 S 1 Nr 1 – Nr 3 SGB VI). Viel­mehr gehört die vor­lie­gend allein in Fra­ge ste­hen­de Rege­lung des § 6 Abs 1 Nr 1 SGB VI zu einem Kreis von Bestim­mun­gen, die den betrof­fe­nen Pflicht­ver­si­cher­ten nach Maß­ga­be ihrer eige­nen Ent­schei­dung und der im Gesetz jeweils im Ein­zel­nen umschrie­be­nen Vor­aus­set­zun­gen einen Anspruch auf eine kon­sti­tu­ti­ve Befrei­ung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht durch eine gebun­de­ne Ent­schei­dung des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gers gewäh­ren. Bei der­ar­ti­gen Rege­lun­gen han­delt es sich dem Kon­zept der abge­stuf­ten Schutz­be­dürf­tig­keit fol­gend um abschlie­ßen­de Aus­nah­me­re­ge­lun­gen, die einer erwei­tern­den oder ent­spre­chen­den Anwen­dung nicht zugäng­lich sind 1. Die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung kennt als ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­sig und ohne Ver­stoß gegen Art 12 Abs 1, Art 14 Abs 1 oder Art 2 Abs 1 GG aus­ge­stal­te­te gesetz­li­che Zwangs­ver­si­che­rung weder ein all­ge­mei­nes Befrei­ungs­recht noch im Blick auf die gleich­zei­ti­ge Absi­che­rung in ande­ren Sys­te­men einen all­ge­mei­nen Grund­satz der Ver­mei­dung von "Dop­pel­ver­si­che­run­gen". Auch gibt es von Ver­fas­sungs wegen kein Wahl­recht zuguns­ten der jeweils güns­tigs­ten Ver­sor­gungs­mög­lich­keit 2.

Mate­ri­ell-recht­lich ein­schlä­gig ist § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI in der Neu­fas­sung von Art 1 Nr 3 Buchst a des Geset­zes zur Ände­rung des Sechs­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch und ande­rer Geset­ze (SGB6uaÄndG) vom 15.12.1995 3, der am 1.01.1996 in Kraft getre­ten und durch Art 1 Nr 2 des Geset­zes zur Orga­ni­sa­ti­ons­re­form in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (RVOr­gG) vom 09.12.2004 4 ab dem 1.01.2005 (Art 86 Abs 1 aaO) gering­fü­gig modi­fi­ziert wor­den ist. Danach wer­den von der Ver­si­che­rungs­pflicht befreit Beschäf­tig­te und selb­stän­dig Täti­ge für die Beschäf­ti­gung oder selb­stän­di­ge Tätig­keit, wegen der sie auf­grund einer durch Gesetz ange­ord­ne­ten oder auf Gesetz beru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glied einer öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ihrer Berufs­grup­pe (berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung) und zugleich kraft gesetz­li­cher Ver­pflich­tung Mit­glied einer berufs­stän­di­schen Kam­mer sind, wenn

  1. am jewei­li­gen Ort der Beschäf­ti­gung oder selb­stän­di­gen Tätig­keit für ihre Berufs­grup­pe bereits vor dem 1.01.1995 eine gesetz­li­che Ver­pflich­tung zur Mit­glied­schaft in der berufs­stän­di­schen Kam­mer bestan­den hat,
  2. für sie nach nähe­rer Maß­ga­be der Sat­zung ein­kom­mens­be­zo­ge­ne Bei­trä­ge unter Berück­sich­ti­gung der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze zur berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung zu zah­len sind und
  3. auf­grund die­ser Bei­trä­ge Leis­tun­gen für den Fall ver­min­der­ter Erwerbs­fä­hig­keit und des Alters sowie für Hin­ter­blie­be­ne erbracht und ange­passt wer­den, wobei auch die finan­zi­el­le Lage der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung zu berück­sich­ti­gen ist.

Eine Syn­di­kus­an­wäl­tin ist abhän­gig beschäf­tigt, weil die kon­sti­tu­ie­ren­den Merk­ma­le des ent­spre­chen­den sozi­al­recht­li­chen Anknüp­fungs­sach­ver­halts (§ 7 Abs 1 S 1 SGB IV) nach den unan­ge­foch­te­nen und damit bin­den­den tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen des LSG (§ 163 SGG) vor­lie­gen. Hier­nach erbringt die Syn­di­kus­an­wäl­tin bei der Bei­gela­de­nen zu 1. als juris­ti­sche Mit­ar­bei­te­rin nicht­selb­stän­di­ge Arbeit in einem Arbeits­ver­hält­nis (§§ 611 ff BGB). Ob sie auf­grund ihrer ent­gelt­li­chen Beschäf­ti­gung auch (renten-)versicherungspflichtig ist (§ 1 S 1 Nr 1 Halbs 1 Alt 1 SGB VI), kann auf der Grund­la­ge der tatrich­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen nicht abschlie­ßend beur­teilt wer­den, weil ins­be­son­de­re Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts zu den tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen einer Ver­si­che­rungs­frei­heit wegen Gering­fü­gig­keit (§ 5 Abs 2 S 1 Nr 1 SGB VI iVm § 8 Abs 1 SGB IV) feh­len.

Des­sen unge­ach­tet war eine Auf­he­bung des ange­foch­te­nen Urteils und eine Zurück­ver­wei­sung der Sache zur wei­te­ren Sach­auf­klä­rung (§ 170 Abs 2 S 2 SGG) nicht gebo­ten. Für das Ergeb­nis des Ver­fah­rens ist uner­heb­lich, ob die begehr­te Befrei­ung bereits des­halb zu ver­sa­gen ist, weil die Syn­di­kus­an­wäl­tin mög­li­cher­wei­se nicht ver­si­che­rungs­pflich­tig ist und es damit schon am not­wen­di­gen Inter­es­se für die Stel­lung eines zuläs­si­gen Befrei­ungs­an­trags fehlt. Die Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts genü­gen jeden­falls zur abschlie­ßen­den Ent­schei­dung über das Feh­len sons­ti­ger not­wen­di­ger Tat­be­stands­vor­aus­set­zun­gen des Befrei­ungs­rechts.

Die Syn­di­kus­an­wäl­tin ist durch die Rechts­an­walts­kam­mer zur Rechts­an­walt­schaft zuge­las­sen wor­den. Am sel­ben Tag ist der ent­spre­chen­de (begüns­ti­gen­de) Ver­wal­tungs­akt (§ 35 S 1 VwVfG iVm § 32 Abs 1 S 1 BRAO), ver­kör­pert in einer von der Rechts­an­walts­kam­mer aus­ge­stell­ten Urkun­de, durch Aus­hän­di­gung wirk­sam gewor­den ist (§ 12 Abs 1 BRAO). Gemäß § 12 Abs 3 BRAO wur­de die Syn­di­kus­an­wäl­tin damit kraft gesetz­li­cher Ver­pflich­tung (eo ipso) obli­ga­to­ri­sches Pflicht­mit­glied der zulas­sen­den Rechts­an­walts­kam­mer (§ 60 Abs 1 S 2 BRAO). Die rechts­ge­stal­ten­den Wir­kun­gen die­ses die Zulas­sung aus­spre­chen­den Ver­wal­tungs­ak­tes sind auch von den mit der Durch­füh­rung der Sozi­al­ver­si­che­rung betrau­ten Behör­den und den Gerich­ten der Sozi­al­ge­richts­bar­keit in der Wei­se zu beach­ten, dass die dort getrof­fe­nen Rege­lun­gen auch ihnen gegen­über als ver­bind­lich anzu­se­hen sind (sog Tat­be­stands­wir­kung). Unter ande­rem ist des­halb uner­heb­lich, ob die Syn­di­kus­an­wäl­tin im Zulas­sungs­ver­fah­ren Falsch­an­ga­ben gemacht hat, ob die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Zulas­sung im Ein­zel­nen vor­ge­le­gen haben und wel­che (Fehl-)Vorstellungen Amts­wal­ter der Rechts­an­walts­kam­mer ggf bei Erlass des Zulas­sungs­ver­wal­tungs­ak­tes hat­ten. Schon auf­grund der Tat­be­stands­wir­kung des Ver­wal­tungs­ak­tes kann es zudem nicht zu einer – von Tei­len der Anwalt­schaft befürch­te­ten – treu­wid­ri­gen (§ 242 BGB) und wider­sprüch­li­chen (veni­re con­tra fac­tum pro­pri­um) "Umge­hung des Rechts­wegs" zu den ordent­li­chen Gerich­ten und ggf zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und/​oder EuGH kom­men. Die Sozi­al­ge­richts­bar­keit ent­schei­det recht­lich grund­sätz­lich – mit Aus­nah­me der Fäl­le der Nich­tig­keit – nicht, wer sei­nem Sta­tus nach Rechts­an­walt ist.

Die Syn­di­kus­an­wäl­tin ist zugleich "auf­grund einer durch Gesetz ange­ord­ne­ten oder auf Gesetz beru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glied einer öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs- oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ihrer Berufs­grup­pe (berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung)" gewor­den ist. Das Ver­sor­gungs­werk der Rechts­an­wäl­te im Lan­de Nord­rhein-West­fa­len ist eine berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung. Mit der Zulas­sung durch die RAK wur­de die Syn­di­kus­an­wäl­tin auf der Grund­la­ge der ein­schlä­gi­gen ver­sor­gungs- und kam­mer­recht­li­chen Nor­men des Lan­des­rechts in § 2 Abs 1 RAVG NW iVm § 10 Nr 2 der Sat­zung des Ver­sor­gungs­werks ipso iure (ohne Erlass eines wei­te­ren Ver­wal­tungs- oder eines ande­ren kon­sti­tu­ti­ven Rechts­akts) zeit­gleich obli­ga­to­ri­sches Pflicht­mit­glied des Rechts­an­walts­ver­sor­gungs­werks und zugleich kraft gesetz­li­cher Ver­pflich­tung Mit­glied der RAK D.

§ 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI gibt indes­sen ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten, die gleich­zei­tig ver­kam­mer­te Mit­glie­der einer berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung sind, einen Anspruch auf Befrei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht nur für die "Beschäf­ti­gung, wegen der" sie auf Grund einer durch Gesetz ange­ord­ne­ten oder auf Gesetz beru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glied einer öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ihrer Berufs­grup­pe (berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung) und zugleich kraft gesetz­li­cher Ver­pflich­tung Mit­glied einer berufs­stän­di­schen Kam­mer sind. Die Syn­di­kus­an­wäl­tin weist zutref­fend dar­auf hin, dass die Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft weder im Blick auf eine "Beschäf­ti­gung" noch auf einen bestimm­ten Kreis anwalt­li­cher Betä­ti­gun­gen erfolgt, son­dern mit der sta­tus­be­grün­den­den Zulas­sung stets der vol­le Umfang anwalt­li­cher Berufs­aus­übung eröff­net ist, der damit auch zur Mit­glied­schaft in der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung führt. Die Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft wird näm­lich unter den tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ins­be­son­de­re der §§ 4 ff BRAO unab­hän­gig von einer bestimm­ten Tätig­keit im Wesent­li­chen per­so­nen­be­zo­gen und ohne zusätz­li­che Beschrän­kung für alle Betä­ti­gun­gen erteilt, die mit dem Beruf des Rechts­an­walts als unab­hän­gi­ges Organ der Rechts­pfle­ge (§ 1 BRAO) und als beru­fe­ner unab­hän­gi­ger Bera­ter und Ver­tre­ter in allen Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten (§ 3 Abs 1 BRAO) ver­bun­den sind. Im Blick hier­auf könn­ten bei einem strikt Wort­laut getreu­en Norm­ver­ständ­nis die tat­be­stand­li­chen Befrei­ungs­vor­aus­set­zun­gen bei Rechts­an­wäl­ten zumin­dest grund­sätz­lich nicht erfüllt wer­den. Die ren­ten­recht­li­che Funk­ti­on des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI erlaubt und for­dert jedoch zwin­gend ein den Gege­ben­hei­ten des anwalt­li­chen Berufs- und Ver­sor­gungs­rechts ange­pass­tes Ver­ständ­nis des Tat­be­stands­ele­ments der­sel­ben Beschäf­ti­gung ("… für die Beschäf­ti­gung, wegen der …"), wenn und soweit es gera­de in die­sem Kon­text Anwen­dung fin­det. Die­se auch in der Lite­ra­tur erör­ter­ten Schwie­rig­kei­ten schlie­ßen indes­sen die Anwend­bar­keit nicht grund­sätz­lich aus. Im vor­lie­gen­den Zusam­men­hang kann unter "der­sel­ben Beschäftigung"im Sin­ne der Norm die "von der Beschäf­ti­gung erfass­te Erwerbs­tä­tig­keit" ver­stan­den wer­den.

§ 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI betrifft die Koexis­tenz von jeweils auf­grund öffent­lich-recht­li­chen Zwangs ange­ord­ne­ten Ver­sor­gun­gen für die Fäl­le von ver­min­der­ter Erwerbs­fä­hig­keit, Alter und Tod (sog "dop­pel­te Pflicht­mit­glied­schaft", Pross­li­ner, NZA 2013, 1384, 1389). Er über­lässt es dem hier­nach gesetz­lich Ermäch­tig­ten, es nach jeweils eige­ner Wil­lens­ent­schei­dung ent­we­der durch Untä­tig­keit bei der Par­al­le­li­tät als gesetz­lich still­schwei­gend ange­leg­tem Regel­fall zu belas­sen oder unter den gesetz­lich im Ein­zel­nen bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen durch einen hier­auf gerich­te­ten mate­ri­ell-recht­li­chen Antrag (§ 6 Abs 2 SGB VI) sein Recht auf Befrei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung unter Ver­bleib in der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung gel­tend zu machen. Mit einem Gebrauch­ma­chen von der gesetz­lich eröff­ne­ten posi­ti­ven Gestal­tungs­mög­lich­keit kann im Ergeb­nis eine Dop­pel­be­las­tung mit Bei­trä­gen und eine mehr­fa­che Absi­che­rung ver­gleich­ba­rer Risi­ken ver­mie­den wer­den. Das Ver­ständ­nis von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI hat sich an die­ser sys­tem­über­grei­fen­den Koor­di­nie­rungs­funk­ti­on zu ori­en­tie­ren und darf daher nicht bereits die Schnitt­men­ge bei­der Berei­che allein nach Kri­te­ri­en der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ("Beschäf­ti­gung") bestim­men, die für die Zuge­hö­rig­keit zu den berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen grund­sätz­lich ohne Bedeu­tung sind.

Maß­geb­lich für die Ein­be­zie­hung in die berufs­stän­di­sche Ver­sor­gung ist grund­sätz­lich näm­lich weder die inhalt­li­che Beschrän­kung auf ein­zel­ne Ver­rich­tun­gen inner­halb eines Berufs­bil­des noch die Form von deren Erbrin­gung in per­sön­li­cher Abhän­gig­keit von einem Arbeit­ge­ber, son­dern der durch Zulas­sungs­akt eröff­ne­te Zugang zu einer Berufs­tä­tig­keit in ihrer Gesamt­heit. Bei­de Siche­rungs­for­men (gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung und berufs­stän­di­sche Ver­sor­gung) stim­men jedoch – als Minus gegen­über der "Beschäf­ti­gung", die § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI auf bei­de Siche­rungs­sys­te­me anzu­wen­den scheint – jeden­falls dar­in über­ein, dass sie inhalt­lich jeweils an die Aus­übung einer Erwerbs­tä­tig­keit anknüp­fen und Schutz gegen die wirt­schaft­li­chen Fol­gen gera­de hier­mit ver­bun­de­ner Risi­ken gewähr­leis­ten. Kommt daher in Betracht, dass ein und die­sel­be Erwerbs­tä­tig­keit zur Ver­si­che­rungs­pflicht in bei­den Siche­rungs­sys­te­men führt, ist bereits damit der Anwen­dungs­be­reich von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI eröff­net und eine wei­ter­ge­hen­de Prü­fung ver­an­lasst.

Die Syn­di­kus­an­wäl­tin erfüllt indes­sen auch die Vor­aus­set­zun­gen der in die­ser Wei­se modi­fi­ziert ver­stan­de­nen Norm nicht. Ihre Erwerbs­tä­tig­keit bei der Arbeit­ge­be­rin kann dem Berufs­feld der Rechtsanwältin/​des Rechts­an­walts von vorn­her­ein nicht zuge­ord­net wer­den. Ihre anwalt­li­che Berufs­aus­übung ist in der äuße­ren Form der Beschäf­ti­gung nicht mög­lich. Umge­kehrt bedarf es – wor­auf bereits das LSG zutref­fend hin­ge­wie­sen hat – man­gels Tätig­keit in einer kon­kre­ten frem­den Ange­le­gen­heit für die Erbrin­gung von Rechts­dienst­leis­tun­gen gegen­über einem Arbeit­ge­ber kei­ner Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft (§ 2 Abs 1, § 3 des Geset­zes über außer­ge­richt­li­che Rechts­dienst­leis­tun­gen – RDG). Die im Rah­men der Beschäf­ti­gung erbrach­te Erwerbs­tä­tig­keit ist damit für ihre Mit­glied­schaft beim Ver­sor­gungs­werk der Rechts­an­wäl­te und die hier­durch par­al­lel zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung begrün­de­te öffent­lich-recht­li­che Siche­rung ohne Bedeu­tung, sodass es bereits des­halb an der Grund­vor­aus­set­zung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI fehlt und sich eine wei­ter­ge­hen­de inhalt­li­che Prü­fung erüb­rigt. Der Bun­des­so­zi­al­ge­richt kann dies unge­ach­tet der Tat­be­stands­wir­kung der Zulas­sung der Syn­di­kus­an­wäl­tin zur Rechts­an­walt­schaft auf der Grund­la­ge der Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts nach dem ein­schlä­gi­gen Bun­des­recht selbst abschlie­ßend beur­tei­len. Ent­spre­chen­de Sta­tus begrün­den­de Ver­wal­tungs­ak­te umfas­sen ihrem Rege­lungs­ge­halt nach nicht die Zuord­nung ein­zel­ner Tätig­kei­ten und sind inso­fern im kon­kre­ten Zusam­men­hang not­wen­dig der eigen­stän­di­gen Aus­le­gung und Anwen­dung bedürf­tig.

Die ver­sag­te Befrei­ung ist bereits des­halb recht­mä­ßig und ver­letzt die Syn­di­kus­an­wäl­tin nicht in ihren Rech­ten. Auf die Fra­ge, ob die Vor­aus­set­zun­gen von § 6 Abs 3 Nr 1 SGB VI vor­lie­gen und auf die recht­li­che Bedeu­tung der dort als Vor­aus­set­zung einer Ent­schei­dung der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung über die Befrei­ung gefor­der­ten Bestä­ti­gung des "Vor­lie­gens der Vor­aus­set­zun­gen" kommt es unter die­sen Umstän­den vor­lie­gend nicht an 5.

Die schein­ba­re Unver­ein­bar­keit von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI mit "kam­mer­recht­li­chen Nor­men" erlaubt es ent­ge­gen der Revi­si­on nicht, sei­nen Wort­laut wei­ter­ge­hend hint­an­zu­stel­len. Eines sys­tem­über­grei­fen­den Ver­ständ­nis­ses der Vor­schrift bedarf es allein, wenn und soweit das Gesetz not­wen­dig einen iden­ti­schen Aus­gangs­sach­ver­halt ("die­sel­be Beschäf­ti­gung" im Sin­ne einer poten­zi­ell dop­pel­re­le­van­ten Erwerbs­tä­tig­keit) erfor­dert. Kommt es dage­gen auf die Vor­aus­set­zun­gen der sich aus die­ser Erwerbs­tä­tig­keit erge­ben­den Ver­si­che­rungs­pflicht nach dem spe­zi­fi­schen Bin­nen­recht der jewei­li­gen Siche­rungs­form an, beruht die Anwend­bar­keit von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI nicht etwa auf der Erfül­lung eines ein­zi­gen, son­dern auf dem kumu­la­ti­ven Vor­lie­gen meh­re­rer ein­schlä­gi­ger und geson­dert zu prü­fen­der Tat­be­stän­de. Aus der Sicht der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung kann daher ua nicht dar­auf ver­zich­tet wer­den, dass die kon­kret in Fra­ge ste­hen­de Erwerbs­tä­tig­keit gera­de in der äuße­ren Form einer Beschäf­ti­gung (§ 7 Abs 1 S 1 SGB IV) aus­ge­übt wer­den kann und ande­rer­seits gleich­zei­tig zur Mit­glied­schaft in einer berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung führt. Eine ledig­lich inhalt­li­che Über­schnei­dung der in den zu koor­di­nie­ren­den Sys­te­men erfass­ten Erwerbs­tä­tig­keit genügt daher nicht. Sie ist zwar stets not­wen­dig, doch ist sie ggf recht­lich – wie in Fäl­len der vor­lie­gen­den Art – nicht hin­rei­chend. Andern­falls wür­de im Wege der "Aus­le­gung" das funk­tio­nell unver­zicht­ba­re Erfor­der­nis der Dop­pel­re­le­vanz einer Erwerbs­tä­tig­keit auf­ge­ge­ben und damit der tat­be­stand­li­che Anwen­dungs­be­reich von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI über­haupt ver­las­sen. Prü­fungs­tech­nisch erüb­rigt sich jedes Ein­ge­hen auf inhalt­li­che Aspek­te einer in Fra­ge ste­hen­den Erwerbs­tä­tig­keit, wenn bereits auf­grund ihrer äuße­ren Form aus­schei­det, dass sie mehr­fach Ver­si­che­rungs­pflicht begrün­den könn­te.

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt legt sei­ner Beur­tei­lung der sozi­al­recht­li­chen (Vor-)Frage, ob eine Erwerbs­tä­tig­keit dem Bereich anwalt­li­cher Berufs­tä­tig­keit zuge­ord­net wer­den kann, obwohl sie im Rah­men einer Beschäf­ti­gung einem nicht­an­walt­li­chen Arbeit­ge­ber geschul­det ist, die stän­di­ge über­ein­stim­men­de Recht­spre­chung des für das Berufs­recht der Rechts­an­wäl­te zustän­di­gen BGH, des BVerfG und des EuGH zugrun­de. Er sieht auch nach eige­ner Prü­fung kei­nen Rechts­grund, hier­von abzu­wei­chen, was grund­sätz­lich ohne­hin erst nach Vor­la­ge an den EuGH (Art 267 des Ver­tra­ges über die Arbeits­wei­se der Euro­päi­schen Uni­on – AEUV), das BVerfG (Art 100 Abs 1 GG) und/​oder durch Vor­la­ge an den Gemein­sa­men Bun­des­so­zi­al­ge­richt der obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des (§ 11 des Geset­zes zur Wah­rung der Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung der obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des – RsprEin­hG) mög­lich gewe­sen wäre. Es fällt auf, dass sich die Revi­si­on der anwalt­lich ver­tre­te­nen und ihrer­seits zur Rechts­an­walt­schaft zuge­las­se­nen Syn­di­kus­an­wäl­tin mit die­sem über­kom­me­nen und gefes­tig­ten Bestand des anwalt­li­chen Berufs­rechts allen­falls am Ran­de befasst. Dies gilt ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Recht­spre­chung des BGH, des­sen Bun­des­so­zi­al­ge­richt für Anwalts­sa­chen neben dem Prä­si­den­ten des BGH sowie zwei Mit­glie­dern des BGH gera­de aus Grün­den der berufs­spe­zi­fi­schen Sach­kun­de mit zwei Rechts­an­wäl­ten als Bei­sit­zern besetzt ist (§ 106 Abs 2 S 1 BRAO).

Unge­ach­tet des Feh­lens einer aus­drück­li­chen gesetz­li­chen Umschrei­bung ist zunächst der recht­li­che Sprach­ge­brauch in der stän­di­gen Recht­spre­chung ins­be­son­de­re des Bun­des­so­zi­al­ge­richts für Anwalts­sa­chen des BGH, dem sich das Bun­des­so­zi­al­ge­richt auch inso­fern anschließt, geklärt. Hier­nach ist unter einem "Syn­di­kus" der­je­ni­ge zu ver­ste­hen, der als stän­di­ger Rechts­be­ra­ter in einem fes­ten Dienst- oder Anstel­lungs­ver­hält­nis bei einem bestimm­ten Arbeit­ge­ber steht. Der "Syn­di­kus­an­walt" ist gleich­zei­tig als Rechts­an­walt zuge­las­sen 6.

Inhalt­lich ent­nimmt der BGH dem in §§ 1 bis 3 BRAO nor­mier­ten Tätig­keits­bild des Rechts­an­walts in "gefes­tig­ter Recht­spre­chung" und unter Beru­fung auf die Geset­zes­ma­te­ria­li­en, dass der Syn­di­kus in die­ser Eigen­schaft nicht als Rechts­an­walt tätig ist. Bereits in der Ent­schei­dung vom 07.11.1960 7 heißt es inso­fern: "Der Syn­di­kus­an­walt hat eine Dop­pel­stel­lung inne: Er ist einer­seits Ange­stell­ter und ande­rer­seits Rechts­an­walt. Soweit es um das Anstel­lungs­ver­hält­nis geht, kann er aller­dings sei­ne Eigen­schaft als Rechts­an­walt nicht abstrei­fen, aber die­se Eigen­schaft ändert nichts dar­an, daß das Arbeits­ver­hält­nis von dem Prin­zip der Über- und Unter­ord­nung beherrscht wird. Die Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung ver­moch­te nicht in bestehen­de Arbeits­ver­trä­ge ein­zu­grei­fen und schreibt auch für nach ihrem Erlaß abge­schlos­se­ne Ver­trä­ge kei­nen neu­en Arbeits­ver­trags­ty­pus vor, der den Syn­di­kus­an­walt und sei­nen Dienst­herrn etwa gleich­ge­ord­net stellt. Wenn man, wie das die Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung getan hat, die Insti­tu­ti­on des Syn­di­kus­an­walts bejaht, muß man auch dem gerecht wer­den, daß der Syn­di­kus­an­walt zwei Arbeits­be­rei­che hat, näm­lich einen arbeits­ver­trag­lich gebun­de­nen und einen als frei­er Anwalt. Die Amt­li­che Begrün­dung (zu § 59) sagt ganz mit Recht: 'Der Syn­di­kus­an­walt ent­spricht bei sei­ner Tätig­keit als Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn nicht dem all­ge­mei­nen anwalt­li­chen Berufs­bild, wie es in der Vor­stel­lung der All­ge­mein­heit besteht. In das Berufs­bild des Anwalts, das sich von ihm als einem unab­hän­gi­gen Organ der Rechts­pfle­ge geformt hat, läßt sich nur die Tätig­keit ein­fü­gen, die der Syn­di­kus als Anwalt außer­halb sei­nes Dienst­ver­hält­nis­ses aus­übt. Dage­gen sind bei der Tätig­keit, die er als Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn leis­tet, die typi­schen Wesens­merk­ma­le der frei­en Berufs­aus­übung, die das Bild des Anwalts bestim­men, nicht gege­ben'."

Hier­an wird im Rah­men einer kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­wei­sungs­ket­te bis heu­te fest­ge­hal­ten 8. Im genann­ten Beschluss vom 07.02.2011 for­mu­liert der BGH – unter aus­drück­li­cher Erwei­te­rung die­ser Recht­spre­chung auf das Berufs­bild des euro­päi­schen Rechts­an­walts (§ 2 Abs 1 EuRAG) – aktu­ell wie folgt: "Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung zu dem Tätig­keits­bild des Rechts­an­walts nach der Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung wird der­je­ni­ge, der als stän­di­ger Rechts­be­ra­ter in einem fes­ten Dienst- oder Anstel­lungs­ver­hält­nis zu einem bestimm­ten Arbeit­ge­ber steht (Syn­di­kus), in die­ser Eigen­schaft nicht als Rechts­an­walt tätig 9. Die mit dem Dienst- oder Anstel­lungs­ver­hält­nis ver­bun­de­nen Bin­dun­gen und Abhän­gig­kei­ten ste­hen nicht im Ein­klang mit dem in §§ 1 bis 3 BRAO nor­mier­ten Berufs­bild des Rechts­an­walts als frei­em und unab­hän­gi­gem Bera­ter und Ver­tre­ter aller Recht­su­chen­den. …"

In Über­ein­stim­mung hier­mit zitiert das BVerfG 10 aus der BT-Drs. III/​120, S 56 f: "Bei der Prü­fung im Ein­zel­fall wird der Maß­stab anzu­le­gen sein, der sich aus dem all­ge­mei­nen Berufs­bild des Rechts­an­walts ergibt. Der Rechts­an­walt muß als sol­cher in der Bera­tung und Ver­tre­tung unab­hän­gig und objek­tiv sein. Will der Bewer­ber z.B. eine Tätig­keit bei­be­hal­ten, die sei­ne gan­ze Arbeits­kraft in Anspruch nimmt und in der er streng an frem­de Wei­sun­gen gebun­den ist, so bleibt für eine Aus­übung des Beru­fes als Anwalt, an den sich jeder Recht­su­chen­de wen­den könn­te, kein Raum mehr. Die Berufs­be­zeich­nung Rechts­an­walt wür­de in einem sol­chem Fall zu einem inhalts­lee­ren Titel wer­den. – Unter ähn­li­chen Gesichts­punk­ten las­sen sich die Gren­zen für den sogen. Syn­di­kus­an­walt bestim­men, der in einem Dienst- oder Anstel­lungs­ver­hält­nis zu einem bestimm­ten Arbeit­ge­ber steht. Zwar wird ein Bewer­ber, der Syn­di­kus und Rechts­an­walt zugleich sein will, in sei­ner Eigen­schaft als S y n d i k u s eine juris­ti­sche Tätig­keit aus­üben, wenn er sei­nem Arbeit­ge­ber in Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten Rat und Bei­stand gewährt; die­se Tätig­keit kann, rein fach­lich betrach­tet, der bera­ten­den Tätig­keit eines Rechts­an­walts durch­aus ent­spre­chen; sei­ne Stel­lung als Syn­di­kus mag auch so bedeu­tend sein, daß er sei­nem Arbeit­ge­ber gegen­über selb­stän­dig und eigen­ver­ant­wort­lich zu han­deln ver­mag. Jedoch wür­de eine aus­schließ­li­che Tätig­keit für ein Unter­neh­men nicht dem Bild ent­spre­chen, das bei dem Beruf des Rechts­an­walts, von der All­ge­mein­heit der Recht­su­chen­den her gese­hen, in sei­ner Stel­lung inner­halb der Rechts­pfle­ge gege­ben sein muß. Das Berufs­bild des Rechts­an­walts kann nur dann vor­han­den sein, wenn der Syn­di­kus recht­lich und tat­säch­lich in der Lage ist, neben sei­ner Tätig­keit in dem Unter­neh­men Recht­su­chen­de als frei­er Anwalt zu bera­ten und zu ver­tre­ten. Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht gege­ben, so wäre einem Bewer­ber die Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft zu ver­sa­gen. … "

Damit ist ins­be­son­de­re geklärt, dass unge­ach­tet im Ein­zel­fall arbeits­recht­lich eröff­ne­ter Mög­lich­kei­ten, auch gegen­über dem Arbeit­ge­ber sach­lich selb­stän­dig und eigen­ver­ant­wort­lich zu han­deln, allein die Ein­glie­de­rung in die von die­sem vor­ge­ge­be­ne Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on mit dem Berufs­bild des Rechts­an­walts unver­ein­bar ist. Das für die Zulas­sung unver­zicht­ba­re Berufs­bild des Rechts­an­walts kann sich damit nur dar­aus erge­ben, dass der Syn­di­kus recht­lich und tat­säch­lich in der Lage ist, neben (!) sei­ner Tätig­keit im Unter­neh­men Recht­su­chen­de als frei­er Anwalt zu bera­ten und zu ver­tre­ten. Der Syn­di­kus­an­walt ist Rechts­an­walt, nicht weil er Syn­di­kus ist, son­dern weil er sich auf­grund einer nur des­halb zu ertei­len­den Zulas­sung unab­hän­gig hier­von und dane­ben geson­dert als Rechts­an­walt betä­tigt. Bei­de Tätig­kei­ten sind grund­sätz­lich getrennt zu betrach­ten 11. Soweit der BGH hin­sicht­lich der Vor­aus­set­zun­gen für den Erwerb von Fach­an­walts­be­zeich­nun­gen in begrenz­tem Umfang Aus­nah­men zulässt 12, ist dies für den vor­lie­gen­den Zusam­men­hang erkenn­bar ohne Bedeu­tung; im Übri­gen sieht der BGH hier­durch sei­ne sons­ti­ge Recht­spre­chung aus­drück­lich als nicht betrof­fen an.

Die Recht­spre­chung des BGH wird durch die Mate­ria­li­en zum Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung eines Geset­zes zur Neu­ord­nung des Berufs­rechts der Rechts­an­wäl­te und der Patent­an­wäl­te 13 bestä­tigt. Der Rechts­aus­schuss (6. Aus­schuss) ver­merkt in der Drucks 12/​7656 (Beschluss­emp­feh­lung und Bericht) auf S 49 zu Num­mer 18a (§ 46 BRAO):

"… Nicht auf­ge­grif­fen hat der Aus­schuß den in der Anhö­rung am 1.12 1993 von Ver­tre­tern der Syn­di­kus­an­wäl­te im Deut­schen Anwalt­ver­ein vor­ge­brach­ten Vor­schlag, durch eine Ände­rung des § 46 BRAO dem Syn­di­kus­an­walt ein­zu­räu­men, daß er auch im Ange­stell­ten­ver­hält­nis als Anwalt tätig wird.

Eine sol­che Ände­rung hät­te zur Fol­ge gehabt, daß der Syn­di­kus­an­walt, der jetzt im Neben­be­ruf Rechts­an­walt ist und im Haupt­be­ruf als Ange­stell­ter sei­nen Arbeit­ge­ber in recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten berät, auch in sei­ner Eigen­schaft als recht­li­cher Bera­ter sei­nes Arbeit­ge­bers Rechts­an­walt mit allen Rech­ten und Pflich­ten ist. Der Aus­schuß ist in sei­nen Bera­tun­gen zu dem Ergeb­nis gekom­men, daß das in den §§ 1 bis 3 BRAO nor­mier­te Berufs­bild des Rechts­an­walts, wie es sich auch in der All­ge­mein­heit von ihm als unab­hän­gi­gem Organ der Rechts­pfle­ge gebil­det hat, mit der Tätig­keit unver­ein­bar ist, wenn der Syn­di­kus im Rah­men sei­nes Dienst­ver­hält­nis­ses als Anwalt auf­tritt. Bei der Tätig­keit, die der Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn leis­tet, sind dann, wenn der Syn­di­kus per­sön­lich mit der Mate­rie des Ein­zel­falls befaßt gewe­sen ist, die durch das Gesetz der frei­en Advo­ka­tur gekenn­zeich­ne­ten typi­schen Wesens­merk­ma­le der frei­en Berufs­aus­übung, die das Bild des Rechts­an­walts bestim­men, nicht gege­ben. Sei­ne freie und unre­gle­men­tier­te Selbst­be­stim­mung wäre im Rah­men sei­nes Arbeits­ver­hält­nis­ses, in dem er grund­sätz­lich dem Prin­zip der Über- und Unter­ord­nung unter­liegt, nicht gewähr­leis­tet. Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 04.11.1992 zum anwalt­li­chen Zweit­be­ruf 14 spricht zwar einer­seits für eine weit­ge­hen­de Öff­nung zum Zweit­be­ruf, wenn durch Berufs­aus­übungs­re­ge­lun­gen die Gefahr von Inter­es­sen­kol­li­sio­nen ver­mie­den wird. Das Gericht hat in die­sem Zusam­men­hang aber auch erneut die Gemein­schafts­gü­ter der Stel­lung des Rechts­an­walts als unab­hän­gi­ges Rechts­pfle­ge­or­gan und der Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Rechts­pfle­ge aner­kannt. Bei­des steht nach der ein­hel­li­gen Auf­fas­sung des Aus­schus­ses einer Ände­rung des § 46 BRAO in dem gewünsch­ten Sinn ent­ge­gen."

Eben­so hat schließ­lich der EuGH 15 ent­schie­den, dass die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Man­dant und Rechts­an­walt einer gemein­sa­men Tra­di­ti­on der Mit­glieds­staa­ten ent­spre­chend nur für Schrift­wech­sel gilt, der von "unab­hän­gi­gen Rechts­an­wäl­ten" aus­geht, dh von Anwäl­ten, die nicht durch einen Dienst­ver­trag an den Man­dan­ten gebun­den sind.

Die gegen die­ses Ergeb­nis vor­ge­brach­ten Ein­wän­de grei­fen nicht durch.

Unge­ach­tet mög­li­cher inhalt­li­cher Über­ein­stim­mun­gen kommt für das Deckungs­ver­hält­nis der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nicht in Betracht, abhän­gi­ge Beschäf­ti­gung und eine dane­ben aus­ge­üb­te selb­stän­di­ge Tätig­keit als Rechts­an­walt im Sin­ne einer ein­heit­li­chen Betrach­tung "zusam­men­zu­zie­hen". Die iso­lier­te Fra­ge­stel­lung, ob eine anwalt­li­che Tätig­keit in Gestalt einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung aus­ge­übt wer­den kann und damit grund­sätz­lich eine Befrei­ungs­mög­lich­keit eröff­net ist, wür­de damit gera­de ver­las­sen. Die bei­den (ein­zi­gen) For­men der Aus­übung einer Erwerbs­tä­tig­keit, die selb­stän­di­ge Tätig­keit und die abhän­gi­ge Beschäf­ti­gung, schlie­ßen sich im Übri­gen wech­sel­sei­tig aus. Wo – wie vor­lie­gend – die Befrei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht auf­grund einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung in Fra­ge steht, kön­nen Gesichts­punk­te der selb­stän­di­gen Erwerbs­tä­tig­keit kei­ne Rol­le spie­len. Es ent­spricht daher stän­di­ger Recht­spre­chung des BSG im Ren­ten­ver­si­che­rungs­recht, dass, wenn neben­ein­an­der ver­schie­de­ne ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­lich bedeut­sa­me Sach­ver­hal­te vor­lie­gen, das Bestehen von Ver­si­che­rungs­pflicht (oder Ver­si­che­rungs­frei­heit bzw Ver­si­che­rungs­be­frei­ung) hin­sicht­lich des einen Sach­ver­halts grund­sätz­lich kei­ne Wir­kung für den ande­ren Sach­ver­halt hat, jeder Sach­ver­halt mit­hin, wenn gesetz­lich nichts ande­res bestimmt ist, selb­stän­dig zu beur­tei­len ist und es des­halb zuläs­si­ger­wei­se zu Mehr­fach­ver­si­che­run­gen und mehr­fa­cher Bei­trags­pflicht kom­men kann 16.

Recht­lich ist auch uner­heb­lich, ob die in Fra­ge ste­hen­de Beschäf­ti­gung inhalt­lich "Ele­men­te" der anwalt­li­chen Berufs­tä­tig­keit auf­weist. § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI for­dert – wie dar­ge­legt – nach Norm­wort­laut und Funk­ti­on stets zusätz­lich, dass die Tätig­keit, die zur Ver­si­che­rungs­pflicht bei der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung führt, gleich­zei­tig in der Form der Beschäf­ti­gung aus­ge­übt wird und Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung begrün­det. Ist dies – wie vor­lie­gend für eine Tätig­keit als Rechts­an­walt bei einem nicht dem Stan­des­recht unter­wor­fe­nen Arbeit­ge­ber – von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen, sind mög­li­che Sach­be­zü­ge der aus­ge­üb­ten Erwerbs­tä­tig­keit zum Berufs­bild des Rechts­an­walts ohne recht­li­che Bedeu­tung. Ihr Vor­lie­gen könn­te nicht mehr zu einem Lebens­sach­ver­halt füh­ren, der die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI in vol­lem Umfang erfüllt.

Die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI kön­nen auch nicht dadurch umgan­gen wer­den, dass ein inne­rer (sach­li­cher) Zusam­men­hang der behaup­te­ten Art "theorie-"gestützt begrün­det wird. Was für den inne­ren Zusam­men­hang als sol­chen gilt, betrifft not­wen­dig auch alle zum Beleg sei­nes Vor­lie­gens benann­ten Ein­zel­kri­te­ri­en und "Kri­te­ri­en­for­meln", damit auch die sog Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie ("rechts­be­ra­tend, rechts­ver­mit­telnd, rechts­ent­schei­dend, rechts­ge­stal­tend") und jedes ihrer Ele­men­te. Erst recht fehlt es an jeder Rechts­grund­la­ge, die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" an Stel­le des gesetz­li­chen Tat­be­stands der Rechts­an­wen­dung zugrun­de zu legen und damit die Rechts­fol­ge des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI mit der vor­lie­gend in Fra­ge ste­hen­den Fall­grup­pe zu ver­bin­den, für die sie der hier­zu ein­zig beru­fe­ne Gesetz­ge­ber gera­de nicht vor­ge­se­hen hat. Unter­schied­li­che Absi­che­run­gen in unter­schied­li­chen Sys­te­men sind Kon­se­quenz des Umstan­des, dass syn­chron und dia­chron eine Viel­zahl von Erwerbs­tä­tig­kei­ten betrie­ben wer­den kann, und deren hier­an anknüp­fen­de Absi­che­rung nicht ihrer­seits im Sin­ne eines ein­heit­li­chen Gesamt­kon­zepts durch zwin­gen­des Recht koor­di­niert ist. Es gibt des­halb auch kei­nen Rechts­satz des Inhalts, dass stets nur die Zuge­hö­rig­keit zu einem ein­zi­gen Siche­rungs­sys­tem in Betracht kom­men könn­te oder es unge­ach­tet einer Ände­rung der hier­für recht­lich maß­geb­li­chen Umstän­de stets bei der ein­mal begrün­de­ten Zustän­dig­keit eines Sys­tems zu ver­blei­ben habe. Nur soweit der Gesetz­ge­ber hier­für im Ein­zel­fall Anlass gese­hen hat und im Anwen­dungs­be­reich der jewei­li­gen Koor­di­nie­rungs­re­ge­lung, kann hier­von aus­nahms­wei­se abge­se­hen wer­den. Auch inso­fern bedarf es schließ­lich kei­nes nähe­ren Ein­ge­hens auf den Theo­rie-Cha­rak­ter der "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" im Sin­ne der Wis­sen­schafts­theo­rie bzw einer wis­sen­schaft­lich betrie­be­nen Juris­pru­denz.

Die gesetz­lich gefor­der­te posi­ti­ve Fest­stel­lung, dass die­sel­be Erwerbs­tä­tig­keit, die die Mit­glied­schaft in der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung begrün­det hat, wegen ihrer Aus­übung in der Form der Beschäf­ti­gung zugleich Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung begrün­det, kann erst recht nicht durch die­je­ni­ge ersetzt wer­den, dass die in der Form der Beschäf­ti­gung aus­ge­üb­te Erwerbs­tä­tig­keit der Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft nicht ursprüng­lich oder nach­träg­lich ent­ge­gen­steht. Zwar stellt sich aus der Sicht der allein auf einer arbeits­recht­li­chen Neben­tä­tig­keit grün­den­den Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft umge­kehrt die Fra­ge, ob eine dane­ben aus­ge­üb­te Tätig­keit mit dem Anwalts­be­ruf ver­ein­bar ist und daher ihrer Ertei­lung nicht ent­ge­gen­steht (§ 7 Nr 8 BRAO) bzw ihren Wider­ruf nicht for­dert (§ 14 Abs 2 Nr 8 BRAO). Indes­sen ist die hier­zu vor­lie­gend umfang­rei­che – und seit dem Beschluss des BVerfG vom 04.11.1992 17 im Sin­ne der Libe­ra­li­sie­rung nach­hal­tig geän­der­te – Recht­spre­chung soweit ersicht­lich zu kei­nem Zeit­punkt – selbst­wi­der­sprüch­lich – auf den Gedan­ken gekom­men, dass eine Unver­ein­bar­keit schon des­halb nicht vor­lie­gen könn­te, weil es sich bei der im Rah­men einer Beschäf­ti­gung aus­ge­üb­ten Tätig­keit um einen genui­nen Teil des anwalt­li­chen Berufs­bil­des han­deln könn­te. Die oft zitier­te Beschäf­ti­gung als Taxi-Fah­rer steht der anwalt­li­chen Berufs­aus­übung nicht ent­ge­gen, gehört ihr aber evi­dent nicht zu. Das­sel­be gilt ins­be­son­de­re für den Inhalt sol­cher Beschäf­ti­gun­gen, die Rechts­be­ra­tung gegen­über drit­ten Per­so­nen 18 oder die juris­ti­sche Sach­be­ar­bei­tung bei einer Rechts­schutz­ver­si­che­rung 19 zum Inhalt haben. Die Ver­ein­bar­keit von Anwalts­be­ruf und dane­ben aus­ge­üb­ter Tätig­keit ist damit zwar not­wen­dig, weil andern­falls eine Zulas­sung zur Anwalt­schaft nicht erfol­gen könn­te, zur Begrün­dung der für die Anwen­dung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI not­wen­dig erfor­der­li­chen Dop­pel­re­le­vanz aber nicht hin­rei­chend. Auch alle sonst von § 7 Nr 8, § 14 Abs 1, Abs 2 Nr 8 BRAO erfass­ten Tätig­kei­ten sind gera­de sol­che außer­halb des anwalt­li­chen Berufs­felds in einem Zweit­be­ruf 20.

Hin­wei­se für eine feh­len­de Anwend­bar­keit von § 46 BRAO auf Fäl­le der vor­lie­gen­den Art feh­len voll­stän­dig. Die Vor­schrift gehört zu den Berufs­aus­übungs­re­ge­lun­gen, die als gegen­über Berufs­zu­gangs­re­ge­lun­gen (Art 12 Abs 1 GG) der vor­ste­hend erör­ter­ten Art weni­ger schwer wie­gen­der Ein­griff das Ver­hält­nis der durch Zulas­sung eröff­ne­ten anwalt­li­chen Berufs­tä­tig­keit zu einer dane­ben aus­ge­üb­ten Beschäf­ti­gung betref­fen. Inso­fern begrün­det § 46 BRAO beson­de­re Berufs­pflich­ten der Syn­di­kus­an­wäl­te und bestä­tigt im Rück­schluss gleich­zei­tig, dass die Aus­übung einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung der Rechts­stel­lung eines unab­hän­gi­gen Organs der Rechts­pfle­ge selbst dann nicht von vorn­her­ein ent­ge­gen­steht, wenn sie anwalt­li­chen Stan­des­pflich­ten nicht unter­wor­fen und die Arbeits­zeit und Arbeits­kraft über­wie­gend in Anspruch nimmt 21. Auch inso­fern geht es jedoch stets um die Abgren­zung ver­schie­de­ner rechts­be­ra­ten­der und ‑besor­gen­der Tätig­kei­ten 22 und ins­be­son­de­re um die Unter­schei­dung zwi­schen dem wei­sungs­frei­en, unab­hän­gi­gen Rechts­an­walt und dem Syn­di­kus­an­walt, der im Rah­men eines stän­di­gen Dienst- oder ähn­li­chen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses sei­ne Arbeits­zeit und Arbeits­kraft zur Ver­fü­gung stel­len muss 23.

Der von der Revi­si­on mit der ver­brei­te­ten Bezeich­nung "Dop­pel­be­rufs­theo­rie" bezeich­ne­te recht­li­che Umstand gibt unter die­sen Umstän­den der Sache nach die von BGH, BAG, BVerfG und EuGH über­ein­stim­mend gege­be­ne und fort­lau­fend bestä­tig­te nega­ti­ve Ant­wort auf die Rechts­fra­ge wie­der, ob der Syn­di­kus­an­walt auch in sei­ner abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung als Rechts­an­walt anzu­se­hen ist. Soweit mit der Wort­wahl eine gerin­ge­re Ver­bind­lich­keit im Sin­ne einer inter­pre­ta­ti­ven "Klein­theo­rie" 24 behaup­tet wer­den soll, steht dem "die fun­da­men­ta­le objek­ti­ve Bedeu­tung der seit einem Jahr­hun­dert durch­ge­setz­ten frei­en Advo­ka­tur" 25 und das Gewicht einer über Jahr­zehn­te fort­ge­führ­ten ein­hel­li­gen Auf­fas­sung der Recht­spre­chung und von deren Bin­dungs­wir­kung ent­ge­gen, die ein form­lo­ses Abwei­chen zuguns­ten eines ande­ren gedank­li­chen Kon­strukts zumin­dest nicht ohne Wei­te­res erlau­ben. Weder wird mit einem der­ar­ti­gen Ver­ständ­nis der BRAO ein "ein­heit­li­cher Beruf künst­lich auf­ge­spal­ten" noch führt die Revi­si­on nach­voll­zieh­ba­re Hin­wei­se auf eine "Auf­wei­chung" oder "Auf­he­bung" des mit der Bezeich­nung "Dop­pel­be­rufs- oder Zweit­be­rufs­theo­rie" benann­ten recht­li­chen Sach­ver­halts auf.

§ 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI ist als abschlie­ßen­de Aus­nah­me­re­ge­lung einer wei­ten, erwei­tern­den oder ana­lo­gen Anwen­dung weder bedürf­tig noch fähig. Die Syn­di­kus­an­wäl­tin gehört als abhän­gig Beschäf­tig­teim Sin­ne von § 7 Abs 1 S 1 SGB IV zum Kern­be­reich der typi­siert Schutz­be­dürf­ti­gen und des­halb grund­sätz­lich in allen Zwei­gen der Sozi­al­ver­si­che­rung (vgl § 2 Abs 2 Nr 1 SGB IV) und ins­be­son­de­re in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (§ 1 S 1 Nr 1 Halbs 1 SGB VI) Zwangs­ver­si­cher­ten. Die­se ein­fach­ge­setz­li­che Leit­ent­schei­dung wird für den Per­so­nen­kreis, dem die Syn­di­kus­an­wäl­tin zuge­hört, auch nicht unmit­tel­bar spe­zi­al­ge­setz­lich modi­fi­ziert oder revo­ziert. Umstän­de, die – ihrer­seits typi­sie­rend – trotz Aus­übung einer Beschäf­ti­gung der Annah­me der Schutz­be­dürf­tig­keit ent­ge­gen­ste­hen und daher Anlass zu einer Tat­be­stands­re­duk­ti­on geben könn­ten, sind gesetz­lich nicht umschrie­ben. Die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen einer Tat­be­stands­re­duk­ti­on, die Anlass gege­ben hät­ten, von vorn­her­ein von der Anord­nung der Rechts­fol­ge Ver­si­che­rungs­pflicht abzu­se­hen (zB § 1 S 3 SGB VI) oder trotz Eröff­nung des Anwen­dungs­be­reichs der Beschäf­tig­ten­ver­si­che­rung aus­nahms­wei­se unmit­tel­bar kraft Geset­zes Ver­si­che­rungs­frei­heit anzu­ord­nen (§ 5 Abs 1 S 1 Nr 1 – Nr 3 SGB VI), sind erkenn­bar nicht erfüllt. Die vor­lie­gend allein in Fra­ge ste­hen­de Rege­lung des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI gehört zu einem Kreis von Bestim­mun­gen, die den betrof­fe­nen Pflicht­ver­si­cher­ten unter den im Gesetz jeweils im Ein­zel­nen umschrie­be­nen Vor­aus­set­zun­gen nach eige­nem "Ent­schlie­ßungs­er­mes­sen" einen Anspruch auf eine kon­sti­tu­ti­ve Befrei­ung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht durch einen gebun­de­nen Ver­wal­tungs­akt des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gers mit grund­sätz­lich auf die in Fra­ge ste­hen­de Beschäf­ti­gung begrenz­ter Wir­kung (§ 6 Abs 5 SGB VI) gewäh­ren, um nach­fol­gend allein im berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­werk mit güns­ti­ge­ren Bedin­gun­gen zu ver­blei­ben. Eine voll­stän­di­ge Ent­las­sung aus der öffent­li­chen Sozi­al­ver­si­che­rung ist dage­gen nicht mög­lich 26.

Nur aus­nahms­wei­se gewin­nen daher die von bei­den Sys­te­men Erfass­ten ihre Vor­sor­ge­frei­heit (Art 2 Abs 1 GG) durch Befrei­ungs­re­ge­lun­gen begrenzt zurück. Bei § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI han­delt es sich dem Kon­zept der abge­stuf­ten Schutz­be­dürf­tig­keit fol­gend bereits inner­halb der Beschäf­tig­ten­ver­si­che­rung um eine abschlie­ßen­de Aus­nah­me­re­ge­lung, die einer erwei­tern­den oder ent­spre­chen­den Anwen­dung nicht zugäng­lich ist 27. Sein Aus­nah­me­cha­rak­ter wird zudem dadurch wei­ter bestä­tigt, dass er auch inner­halb sei­nes Anwen­dungs­be­reichs ein Befrei­ungs­recht kei­nes­wegs für alle Fäl­le der Dop­pel­zu­ge­hö­rig­keit vor­sieht. Etwas ande­res ergibt sich ent­ge­gen der Revi­si­on auch nicht etwa des­halb, weil es sich bei ihm um eine "Kol­li­si­ons­norm" han­de­le, deren Auf­ga­be dar­in lie­ge, zuguns­ten der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen die Anwend­bar­keit jeweils nur einer (ein­zi­gen) Rechts­mas­se sicher­zu­stel­len.

Kol­li­si­ons­nor­men betref­fen die Fra­ge, wel­ches Recht als sog Sach­norm zur Anwen­dung kommt, wenn der Rege­lungs­ge­gen­stand gleich­zei­tig von meh­re­ren Rechts­mas­sen erfasst ist. Sie bestim­men ent­we­der beschränkt auf die Bin­nen­sicht nur einer Men­ge von Rechts­sät­zen, ob die­se Anwend­bar­keit bean­spru­chen, obwohl gleich­zei­tig ande­re Norm­be­stän­de als ein­schlä­gig in Betracht kom­men (ein­sei­ti­ge Kol­li­si­ons­norm) oder legen für die Gesamt­heit der ein­schlä­gi­gen Rechts­mas­sen umfas­send fest, nach wel­cher von ihnen sich die recht­li­che Beur­tei­lung des Rege­lungs­ge­gen­stan­des rich­tet (mehr­sei­ti­ge Kol­li­si­ons­norm). Nur soweit umfas­send für alle Fäl­le des Zusam­men­tref­fens ein­schlä­gi­ger Rechts­sät­ze die Anwend­bar­keit wenigs­tens einer der in Fra­ge ste­hen­den Rechts­mas­sen abschlie­ßend abs­trakt-gene­rell bestimmt wird, kann ohne Wei­te­res von einer Kol­li­si­ons­norm in die­sem Sin­ne gespro­chen wer­den. Im Blick hier­auf han­delt es sich bei § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI im umfas­sen­den Sin­ne um eine Koor­di­na­ti­ons­re­ge­lung und ent­ge­gen der Behaup­tung der Syn­di­kus­an­wäl­tin allen­falls in einem sehr beschränk­ten Sin­ne um den Son­der­fall einer Koor­di­nie­rung von Sys­te­men durch eine Kol­li­si­ons­norm mit Aus­schluss­wir­kung zuguns­ten der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gung. Bei­des schließt sich damit ent­ge­gen dem Ein­wand der Bei­gela­de­nen zu 2. nicht aus. Nur wenn näm­lich kumu­la­tiv alle objek­ti­ven Ele­men­te des umfang­rei­chen mehr­glied­ri­gen Tat­be­stan­des erfüllt sind, ins­be­son­de­re allen Anfor­de­run­gen an die Art der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen, an die Gleich­ar­tig­keit der Bei­trags­er­he­bung sowie an die Gleich­wer­tig­keit des Ver­si­che­rungs­schut­zes genügt ist, und die hier­nach Berech­tig­ten posi­tiv von dem ihnen ein­ge­räum­ten "Ent­schlie­ßungs­er­mes­sen" Gebrauch gemacht haben, kommt es (mit­tel­bar) zum Aus­schluss der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht. Das Gesetz beschränkt sich inso­fern typi­sie­rend auf Fall­kon­stel­la­tio­nen, bei denen ins­be­son­de­re glei­cher­ma­ßen das Bestands­in­ter­es­se und die Leis­tungs­fä­hig­keit der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung wie der Gesichts­punkt der Gewähr­leis­tung eines aus­rei­chen­den Schut­zes der Betrof­fe­nen durch die berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung berück­sich­tigt und gegen­ein­an­der abge­wo­gen sind. Han­delt es sich dem­ge­gen­über um Sach­ver­hal­te außer­halb des objek­ti­ven Anwen­dungs­be­reichs oder betä­tigt ein Berech­tig­ter sein "Ent­schlie­ßungs­er­mes­sen" nicht, fehlt es voll­stän­dig an einer kol­li­si­ons­recht­li­chen Rechts­fol­genan­ord­nung und belässt es das Gesetz mit der Fol­ge der Dop­pel­ver­si­che­rung bei der par­al­le­len Anwend­bar­keit der jeweils ein­schlä­gi­gen Rechts­sät­ze. Kei­nes­wegs besteht damit nach dem zugrun­de lie­gen­den Rege­lungs­kon­zept für jeden Kol­li­si­ons­fall auch Bedarf nach einer ein­deu­ti­gen (Nicht-)Anwendungsregelung und damit ggf einem wei­ten Ver­ständ­nis des gesetz­li­chen Tat­be­stands.

Eben­falls ist § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI weder bevor­zugt dazu bestimmt, den Inter­es­sen von Frei­be­ruf­lern zu die­nen, noch bezweckt er in beson­de­rer Wei­se den Bestands­schutz berufs­stän­di­scher Ver­sor­gungs­wer­ke. Im Rah­men sei­nes posi­ti­ven Anwen­dungs­be­reichs bestimmt § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI aus der Bin­nen­per­spek­ti­ve der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ein­sei­tig, ob es bei der nor­ma­ti­ven Anord­nung von Ver­si­che­rungs­pflicht aus § 1 S 1 Nr 1 SGB VI ver­bleibt oder ob hier­von aus­nahms­wei­se wegen einer aus ihrer Sicht aus­rei­chen­den ander­wei­ti­gen Absi­che­rung abge­se­hen wer­den kann 28. Er kann schon des­halb kei­ne "magna char­ta" der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen reprä­sen­tie­ren, die allen­falls im Sin­ne eines Rechts­re­fle­xes betrof­fen sind.

Die Ent­ste­hungs­ge­schich­te bestä­tigt die­ses Ergeb­nis. § 6 Abs 1 Nr 1 SGB VI hat­te bis zum 31.12.1995 fol­gen­den Wort­laut:

"(1) Von der Ver­si­che­rungs­pflicht wer­den befreit

  1. Ange­stell­te und selb­stän­dig Täti­ge, die auf­grund einer durch Gesetz ange­ord­ne­ten oder auf Gesetz beru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glie­der einer öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ihrer Berufs­grup­pe (berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung) sind, wenn für sie nach nähe­rer Maß­ga­be der Sat­zung ein­kom­mens­be­zo­ge­ne Bei­trä­ge unter Berück­sich­ti­gung der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze zu ent­rich­ten sind und auf­grund die­ser Bei­trä­ge Leis­tun­gen für den Fall ver­min­der­ter Erwerbs­fä­hig­keit und des Alters sowie für Hin­ter­blie­be­ne erbracht und angepaßt wer­den, wobei auch die finan­zi­el­le Lage der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung zu berück­sich­ti­gen ist, …

"

Soweit die Mate­ria­li­en zum Gesetz zur Ände­rung des Sechs­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch vom 15.12.1995 3 in ihrem "All­ge­mei­nen Teil" meta­pho­risch von einer "Frie­dens­gren­ze" 29 unter "Berück­sich­ti­gung der berech­tig­ten Inter­es­sen bei­der Sys­te­me" 30 spre­chen, geschieht dies allein im Kon­text der beab­sich­tig­ten Ver­schär­fung der ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Befrei­ungs­re­ge­lung und zur Ver­mei­dung der befürch­te­ten Ero­si­on der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Belan­ge der Ver­sor­gungs­trä­ger fin­den dem­ge­gen­über nur inso­fern Erwäh­nung, als mit der vor­ge­se­he­nen Beschrän­kung des Befrei­ungs­rechts "im Ergeb­nis die seit lan­gem akzep­tier­te Abgren­zung zwi­schen berufs­stän­di­scher Ver­sor­gung und gesetz­li­cher Ren­ten­ver­si­che­rung in ihrer bis­he­ri­gen Aus­prä­gung gefes­tigt wird." Ins­be­son­de­re ergibt sich aus den in BT-Drs. 13/​2590 nie­der­ge­leg­ten Erwä­gun­gen nicht andeu­tungs­wei­se, dass mit der Schaf­fung der der­zeit gel­ten­den Fas­sung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI für bestimm­te Per­so­nen­grup­pen von der Dop­pel­re­le­vanz einer im Rah­men der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung als Beschäf­ti­gung aus­ge­üb­ten Erwerbs­tä­tig­keit abge­se­hen bzw die Alters­si­che­rung für eine ledig­lich par­al­lel hier­zu aus­ge­üb­te frei­be­ruf­li­che Tätig­keit als eigen­stän­di­ger Befrei­ungs­grund aus­ge­stal­tet wer­den soll­te. Viel­mehr hat der Gesetz­ge­ber nach neu­em (inso­fern seit 1.01.1996 gel­ten­dem) Recht erfol­gen­de Befrei­un­gen für alle erfass­ten Berufs­grup­pen in glei­cher Wei­se aus­ge­stal­tet. Die "Klar­stel­lung", auf wel­che Tätig­keit oder Beschäf­ti­gung sich das Befrei­ungs­recht beschränkt 31, erfasst daher die Gesamt­heit der Norm­be­trof­fe­nen und damit selbst­ver­ständ­lich auch den von der Syn­di­kus­an­wäl­tin reprä­sen­tier­ten Per­so­nen­kreis. Ob das bis dahin gel­ten­de Recht mög­li­cher­wei­se anders ver­stan­den wer­den konn­te und daher die seit dem 1.01.1996 gel­ten­de Neu­fas­sung über eine blo­ße Klar­stel­lung hin­aus die Set­zung neu­en Rechts ver­kör­pert, ist für die vor­lie­gen­de Ent­schei­dung ohne Bedeu­tung 32.

Das gefun­de­ne Ergeb­nis ver­stößt auch nicht gegen Ver­fas­sungs­recht. Die ein­schlä­gi­gen Fra­gen sind durch die Recht­spre­chung des BVerfG geklärt. Der Gesetz­ge­ber darf zur Bestim­mung der Schutz­be­dürf­ti­gen typi­sie­rend an den Sach­ver­halt der Beschäf­ti­gung anknüp­fen und in Ver­bin­dung hier­mit Ver­si­che­rungs­zwang anord­nen. Hier­ge­gen bestehen nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des BVerfG kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken 33. Die Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ver­letzt die Betrof­fe­nen ins­be­son­de­re nicht in ihrem Grund­recht aus Art 14 Abs 1 GG 34 und berührt man­gels eines unmit­tel­bar berufs­re­geln­den Cha­rak­ters nicht den Schutz­be­reich des Art 12 Abs 1 GG 35. Ein – von der Syn­di­kus­an­wäl­tin im Übri­gen auch nicht gerüg­ter – Ein­griff in ihr Grund­recht aus Art 2 Abs 1 GG schei­det schon des­halb aus, weil der Gesetz­ge­ber ins­be­son­de­re mit der Ein­füh­rung einer grund­sätz­li­chen Ver­si­che­rungs­pflicht für Beschäf­tig­te von sei­nem wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum im Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen der indi­vi­du­el­len Frei­heit und den Anfor­de­run­gen einer sozi­al­staat­li­chen Ord­nung 36 in ver­fas­sungs­ge­mä­ßer Wei­se Gebrauch gemacht hat. Ins­be­son­de­re ver­let­zen die Pflicht­mit­glied­schaft und die damit ggf ein­her­ge­hen­de Pflicht zur Bei­trags­tra­gung in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung grund­sätz­lich auch bei Höher­ver­die­nen­den, die ander­wei­tig für ihre Alters­si­che­rung Sor­ge tra­gen könn­ten, nicht Art 2 Abs 1 GG. Es ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den, dass die Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nicht die indi­vi­du­el­le sozia­le Schutz­be­dürf­tig­keit eines Ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen, son­dern ledig­lich den Tat­be­stand der Beschäf­ti­gung vor­aus­setzt. Der Gesetz­ge­ber durf­te davon aus­ge­hen, dass die­je­ni­gen Per­so­nen, die ihre Arbeits­kraft in den Dienst ande­rer stel­len, im All­ge­mei­nen auf die­se Beschäf­ti­gung zur Erlan­gung ihres Lebens­un­ter­halts ange­wie­sen und daher – auch im Hin­blick auf die Alters­si­che­rung – sozi­al schutz­be­dürf­tig sind 37.

Bei der aus­nahms­wei­sen Eröff­nung von Befrei­ungs­mög­lich­kei­ten zur Besei­ti­gung eines unmit­tel­bar gesetz­lich ange­ord­ne­ten Ver­si­che­rungs­zwangs darf der Gesetz­ge­ber, der die Vor­sor­ge­frei­heit Beschäf­tig­ter aus Art 2 Abs 1 GG ver­fas­sungs­recht­lich beden­ken­frei begrenzt hat, erst recht die Leis­tungs­fä­hig­keit der ver­blei­ben­den Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung berück­sich­ti­gen und ins­be­son­de­re dem Anlie­gen, Ver­si­cher­te mit typi­scher­wei­se güns­ti­gen Risi­ken in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu hal­ten, vor dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art 3 Abs 1 GG) erheb­li­che Bedeu­tung bei­mes­sen; inso­fern kommt es auf die mög­li­cher­wei­se gerin­ge Zahl der Betrof­fe­nen nicht an 38. Die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung kennt unter Berück­sich­ti­gung die­ser Vor­ga­ben weder ein all­ge­mei­nes Befrei­ungs­recht noch im Blick auf die gleich­zei­ti­ge Absi­che­rung in ande­ren Sys­te­men einen all­ge­mei­nen Grund­satz der Ver­mei­dung von "Dop­pel­ver­si­che­run­gen". Auch gibt es von Ver­fas­sung wegen kein Wahl­recht zuguns­ten der jeweils güns­tigs­ten Ver­sor­gungs­mög­lich­keit 39. Umge­kehrt ist für das berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­recht geklärt, dass es nicht gegen höher­ran­gi­ges Recht ver­stößt, wenn sich die Mit­glied­schaft in einem berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­werk auch auf in der gesetz­li­chen Ange­stell­ten­ver­si­che­rung pflicht­ver­si­cher­te Berufs­an­ge­hö­ri­ge erstreckt 40.

Der ver­fas­sungs­recht­lich damit unbe­denk­li­che öffent­lich-recht­li­che Ein­griff in die Vor­sor­ge­frei­heit der betrof­fe­nen Ver­si­cher­ten steht umge­kehrt für sei­nen Anwen­dungs­be­reich eige­nen indi­vi­du­el­len Gestal­tun­gen durch pri­vat­recht­li­chen Ver­trags­schluss ent­ge­gen. Der beson­de­re Schutz­zweck der Sozi­al­ver­si­che­rung und ihre Natur als eine Ein­rich­tung des öffent­li­chen Rechts schlie­ßen es grund­sätz­lich aus, über die recht­li­che Ein­ord­nung allein nach dem Wil­len der Ver­trags­par­tei­en, ihren Ver­ein­ba­run­gen oder ihren Vor­stel­lun­gen hier­über zu ent­schei­den 41. Das gilt ohne Wei­te­res auch für die Wahl unter meh­re­ren öffent­lich-recht­lich aus­ge­stal­te­ten Siche­rungs­sys­te­men nach Maß­ga­be indi­vi­du­el­ler Güns­tig­keits­er­wä­gun­gen des Beschäf­tig­ten bzw der Arbeits­ver­trags­par­tei­en. Die­sen bleibt es im Übri­gen zwar grund­sätz­lich unbe­nom­men, Anknüp­fungs­sach­ver­hal­te des Pri­vat­rechts, auf die das Gesetz öffent­lich-recht­li­che Norm­be­feh­le tat­be­stand­lich stützt, selbst zu gestal­ten 42. Auch der­ar­ti­ge Mög­lich­kei­ten der auto­no­men Gestal­tung von Anknüp­fungs­sach­ver­hal­ten sind indes­sen ver­sperrt, wo der Gesetz­ge­ber die öffent­lich-recht­li­che Anord­nung von Ver­si­che­rungs­pflicht auch tat­be­stand­lich auf zwin­gen­des öffent­li­ches Recht stützt. Soweit er daher in Aus­übung sei­ner kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz aus Art 74 Abs 1 Nr 1 GG die "Rechts­an­walt­schaft" aus­ge­stal­tet hat, ist weder für ein­zel­ne Norm­be­trof­fe­ne – ggf im Zusam­men­wir­ken mit ihren Arbeit­ge­bern – noch für berufs­stän­di­sche Orga­ni­sa­tio­nen die Mög­lich­keit eröff­net, selbst über die Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft zu dis­po­nie­ren oder das Berufs­recht "fort­zu­ent­wi­ckeln". Man­gels pri­vat­recht­li­cher Gestal­tungs­mög­lich­keit schei­det inso­fern auch eine mikro­öko­no­mi­sche Betrach­tung unter dem Gesichts­punkt der "win-win-Situa­ti­on" von vorn­her­ein aus. Hier­von unab­hän­gig kön­nen die Arbeits­ver­trags­par­tei­en indes­sen – wenn auch ohne ver­sor­gungs­recht­li­che Aus­wir­kun­gen – die Grund­la­gen für eine Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft neben dem Arbeits­ver­hält­nis schaf­fen, dem Arbeit­neh­mer auf die­se Wei­se ein zusätz­li­ches Betä­ti­gungs­feld eröff­nen und den Arbeit­ge­ber am Sozi­al­pres­ti­ge der Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft teil­ha­ben las­sen.

Auf eine vom Gesetz abwei­chen­de rechts­wid­ri­ge Ver­wal­tungs­pra­xis der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung kann sich der von der Syn­di­kus­an­wäl­tin reprä­sen­tier­te Per­so­nen­kreis nicht beru­fen 43. Außer­halb der vor­lie­gend zur Ent­schei­dung ste­hen­den Fäl­le, bei denen es jeweils um die erst­ma­li­ge Befrei­ung für einen bestimm­ten Zeit­raum geht, weist das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hin­sicht­lich der der­zei­ti­gen Inha­ber einer begüns­ti­gen­den Befrei­ungs­ent­schei­dung auf Fol­gen­des hin: Sie haben – bezo­gen auf die jewei­li­ge Beschäf­ti­gung, für die die Befrei­ung aus­ge­spro­chen wur­de – ein recht­lich geschütz­tes Ver­trau­en in den Bestand die­ser Ent­schei­dun­gen, das über den Schutz durch die §§ 44 ff SGB X hin­aus­ge­hen dürf­te. Ins­be­son­de­re haben die Trä­ger der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (wenn auch ohne gesetz­li­che Grund­la­ge) die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" selbst mit beför­dert und ange­wandt. Schon weil damit bei der gebo­te­nen typi­sie­ren­den Betrach­tung Lebens­ent­schei­dun­gen über die per­sön­li­che Vor­sor­ge nach­hal­tig mit beein­flusst wur­den, kann einer Ände­rung der Rechts­auf­fas­sung hin­sicht­lich ergan­ge­ner Befrei­ungs­ent­schei­dun­gen grund­sätz­lich kei­ne Bedeu­tung zukom­men. Dem­ge­gen­über ist vor­lie­gend nicht näher dar­auf ein­zu­ge­hen, dass der 12. Bun­des­so­zi­al­ge­richt des BSG bereits in sei­ner Sit­zung vom 09.03.2005 eine der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung ent­spre­chen­de Rechts­auf­fas­sung ange­deu­tet hat­te. Damals war es in den Ver­fah­ren B 12 RA 3/​04 R, B 12 RA 4/​04 R und B 12 RA 11/​04 R jeweils um die Fra­ge gegan­gen, ob die Klä­ger, die jeweils als Rechts­an­wäl­te in Schles­wig-Hol­stein zuge­las­sen waren und bei unter­schied­li­chen in Ham­burg resi­die­ren­den Unter­neh­men beschäf­tigt waren, für ihre Beschäf­ti­gung von der Ver­si­che­rungs­pflicht zu befrei­en waren. Die Revi­sio­nen wur­den damals in allen drei Ver­fah­ren zurück­ge­nom­men.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 3. April 2014 – B 5 RE 13/​14 R

  1. BSG vom 30.04.1997 ? 12 RK 20/​96, USK 9733[]
  2. vgl ins­ge­samt die Nach­wei­se bei BSG von 9.03.2005 ? B 12 RA 8/​03 R, SozR 4 – 2600 § 6 Nr 3[]
  3. BGBl I 1824[][]
  4. BGBl I 3242[]
  5. vgl hier­zu BSG vom 31.10.2012 – B 12 R 3/​11 R, BSGE 112, 108, SozR 4 – 2600 § 6 Nr 9, RdNr 36[]
  6. vgl exem­pla­risch BGH Urteil vom 25.02.1999 – IX ZR 384/​97BGHZ 141, 69, 71 mit Hin­weis auf BT-Drs. III/​120 S 77 und Beschluss vom 07.02.2011 – AnwZ (B) 20/​10NJW 2011, 1517, 1518 RdNr 6[]
  7. BGH, Beschluss vom 07.11.1960 – AnwZ (B) 4/​60BGHZ 33, 276, 279 f[]
  8. vgl exem­pla­risch BGH Beschluss vom 25.04.1988 – AnwZ (B) 2/​88 – BRAK-Mitt 1988, 271 f; Urteil vom 25.02.1999 – IX ZR 384/​97BGHZ 141, 69, 71; Beschluss vom 13.03.2000 – AnwZ (B) 25/​99NJW 2000, 1645; Beschluss vom 18.06.2001 – AnwZ (B) 41/​00NJW 2001, 3130; Beschluss vom 04.11.2009 – AnwZ (B) 16/​09NJW 2010, 377, 379 RdNr 17, inso­fern in BGHZ 183, 73 ff nicht abge­druckt; Beschluss vom 07.02.2011 – AnwZ (B) 20/​10NJW 2011, 1517, 1518 RdNr 6; eben­so BAG Beschluss vom 19.03.1996 – 2 AZB 36/​95BAGE 82, 239, 241[]
  9. BVerfGE 87, 287; BGH, Beschluss vom 18.06.2001 – AnwZ (B) 41/​00, NJW 2001, 3130; Beschluss vom 04.11.2009 – AnwZ (B) 16/​09, NJW 2010, 377 Rn. 17[]
  10. BVerfG, Beschluss vom 04.11.1992 – 1 BvR 79/​85 ua – BVerfGE 87, 287, 294 f[]
  11. vgl BGH Beschluss vom 22.03.1999 – Pat­An­wZ 10/​98 – EBE/​BGH 1999, 150 f, zum Erfor­der­nis einer min­des­tens halb­jäh­ri­gen Tätig­keit "bei einem Patent­an­walt", das nur dann erfüllt ist, wenn der Antrag­stel­ler auf dem Gebiet eines Patent­an­walts tätig gewor­den ist und nicht ledig­lich im Rah­men eines "Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses in einem Unter­neh­men" bei einem dort eben­falls ange­stell­ten Syn­di­kus­an­walt[]
  12. vgl BGH Beschluss vom 04.11.2009 – AnwZ (B) 16/​09NJW 2010, 377, 379 RdNr 17 mwN, inso­fern in BGHZ 183, 73 nicht abge­druckt; vgl zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des Vor­ge­hens der Fach­ge­rich­te, wenn sie Nach­wei­se des Bewer­bers über die in sei­ner Eigen­schaft als Syn­di­kus­an­walt betreu­ten Fäl­le als nicht aus­rei­chend bewer­ten, BVerfG Beschluss vom 20.03.2007 – 1 BvR 142/​07NJW 2007, 1945[]
  13. BT-Drs. 12/​4993[]
  14. BVerfG, Beschluss vom 04.11.1992 – 1 BvR 79/​85 u. a.[]
  15. EuGH, Urteil vom 14.09.2010 – C‑550/​07 PNJW 2010, 3557[]
  16. vgl BSG Urtei­le vom 04.11.2009 – B 12 R 7/​08 R, SozR 4 – 2600 § 2 Nr 13 RdNr 19 mit Hin­weis auf die Rechts­la­ge bereits vor Inkraft­tre­ten des SGB VI; vom 13.09.1979 – 12 RK 26/​77, BSGE 49, 38, 39 f, SozR 2200 § 1227 Nr 29 S 67, 68 f, mwN; und vom 02.06.1982 – 12 RK 66/​80, SozR 5800 § 2 Nr 3; s auch – hier­an anknüp­fend – die Begrün­dung zum Ent­wurf eines Ren­ten­re­form­ge­set­zes 1992, BT-Drs. 11/​4124 S 148[]
  17. BVerfG, Beschluss vom 04.11.1992 – 1 BvR 79/​85 ua – BVerfGE 87, 287[]
  18. vgl BGH Beschlüs­se vom 03.03.1986 – AnwZ (B) 1/​86BGHZ 97, 204, 206; und vom 19.06.1995 – AnwZ (B) 4/​95NJW-RR 1995, 1083, 1084 und die Nach­wei­se bei BGH Beschluss vom 27.05.1991 – AnwZ (B) 4/​91NJW 1991, 2289[]
  19. BGH Beschluss vom 21.11.1994 – AnwZ (B) 44/​94NJW 1995, 1031[]
  20. vgl exem­pla­risch BGH vom 19.06.1995 – AnwZ (B) 4/​95NJW-RR 1995, 1083, 1084[]
  21. vgl BVerfG Beschluss vom 04.11.1992 – 1 BvR 79/​85 ua – BVerfGE 87, 287, 297; zur feh­len­den Anwend­bar­keit von § 46 BRAO bei einem ange­stell­ten Rechts­an­walt, der unab­hän­gig und wei­sungs­frei Man­da­te bear­bei­tet, die sein Arbeit­ge­ber oder Dienst­herr über­nom­men hat s im Übri­gen BGH Beschlüs­se vom 06.03.2006 – AnwZ (B) 37/​05BGHZ 166, 299; und vom 04.11.2009 – AnwZ (B) 16/​09NJW 2010, 377, 379 RdNr 17 inso­fern in BGHZ 183, 73 nicht abge­druckt[]
  22. vgl BGH Beschluss vom 19.06.1995 – AnwZ (B) 4/​95NJW-RR 1995, 1083, 1084[]
  23. BGH Urteil vom 25.02.1999 – IX ZR 384/​97BGHZ 141, 69; BGH Beschlüs­se vom 18.06.2001 – AnwZ (B) 41/​00NJW 2001, 3130; und vom 07.02.2011 – AnwZ (B) 20/​10NJW 2011, 1517, 1520 RdNr 27; Anwalts­ge­richts­hof Ham­burg Beschluss vom 03.09.2002 – II ZU 11/​01 – BRAK-Mitt 2002, 283[]
  24. vgl zur Klas­si­fi­ka­ti­on in Anleh­nung an Ralf Drei­er Röhl/​Röhl, All­ge­mei­ne Rechts­leh­re, 3. Aufl, Köln/​München 2008, S 163, 165[]
  25. BVerfG Beschluss vom 08.03.1983 – 1 BvR 1078/​80BVerfGE 63, 266, 282[]
  26. vgl BVerfG Beschluss vom 05.05.2008 – 1 BvR 1060/​05 ua, SozR 4 – 2600 § 6 Nr 7 RdNr 16[]
  27. vgl BSG Urteil vom 30.04.1997 – 12 RK 20/​96 – USK 9733[]
  28. vgl BT-Drs. 13/​2590, S 18; Fich­te in Hauck/​Noftz, SGB VI, K § 6 RdNr 22; Horn/​Jung, AnwBl 2013 , 420, 421; Horn, NJW 2012, 966, 971; Gürt­ner in Kas­se­ler Kom­men­tar, SGB VI, § 6 RdNr 4; Kilger/​Prossliner, NJW 2004, 821, 823; Offer­mann-Burck­art, MDR 2013, 1197; Rid, BB-Spe­cial 3/​2008, 10, 14[]
  29. BT-Drs. 13/​2590 S 1[]
  30. BT-Drs. 13/​2590 S 18[]
  31. BT-Drs. 13/​2590 S 22[]
  32. vgl zur Bedeu­tung einer gesetz­ge­be­ri­schen "Klar­stel­lung" für die Ver­gan­gen­heit zuletzt BVerfG Beschluss vom 17.12.2013 – 1 BvL 5/​08DB 2014, 634, NVwZ 2014, 577[]
  33. BVerfG Beschlüs­se vom 20.05.1996 – 1 BvR 21/​96, SozR 3 – 2400 § 7 Nr 11 S 27 f; und vom 14.10.1970 – 1 BvR 753/​68 ua, SozR Nr 8 zu Art 2 GG; vgl im Übri­gen die Nach­wei­se bei BSG Urteil vom 05.07.2006 – B 12 KR 20/​04 R, SozR 4 – 2600 § 157 Nr 1 RdNr 29[]
  34. vgl BVerfG Beschluss vom 26.06.2007 – 1 BvR 2204/​00, 1 BvR 1355/​03, SozR 4 – 2600 § 2 Nr 10 RdNr 25[]
  35. BVerfG vom 26.06.2007 aaO RdNr 27[]
  36. BVerfG vom 26.06.2007 aaO RdNr 28[]
  37. vgl BVerfG Beschluss vom 31.08.2004 – 1 BvR 945/​95, SozR 4 – 2600 § 7 Nr 2 RdNr 13 mwN[]
  38. vgl BVerfG Beschluss vom 05.05.2008 – 1 BvR 1060/​05 ua, SozR 4 – 2600 § 6 Nr 7 RdNr 16 ff, 19[]
  39. vgl ins­ge­samt die Nach­wei­se bei BSG Urteil vom 09.03.2005 – B 12 RA 8/​03 R, SozR 4 – 2600 § 6 Nr 3 RdNr 6[]
  40. vgl BVerwG Beschluss vom 23.03.2000 – 1 B 15/​00 – Buch­holz 430.4 Ver­sor­gungs­recht Nr 42 und die dor­ti­gen Nach­wei­se[]
  41. BSG Urteil vom 18.12.2001 – B 12 KR 8/​01 R, SozR 3 – 2400 § 7 Nr 19 S 73 und die dor­ti­gen Nach­wei­se[]
  42. vgl exem­pla­risch BSG Urteil vom 27.01.1994 – 2 RU 17/​93, SozR 3 – 2200 § 539 Nr 27 S 95 ff: Aus­ge­stal­tung der Übungs­lei­ter­tä­tig­keit wahl­wei­se als Beschäf­ti­gung oder als Aus­druck der Mit­glied­schafts­pflicht[]
  43. vgl BVerfG Beschluss vom 17.06.2004 – 2 BvR 383/​03BVerfGE 111, 54[]