Diät­kos­ten sind kei­ne außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung

Nach § 33 Abs. 2 Satz 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes kön­nen Auf­wen­dun­gen, die durch Diät­ver­pfle­gung ent­ste­hen, nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung berück­sich­tigt wer­den. Die­ses Abzugs­ver­bot gilt nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs auch für Auf­wen­dun­gen durch Son­der­diä­ten, die z.B. bei der Zölia­kie (Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit) eine medi­ka­mentöse Behand­lung erset­zen.

Diät­kos­ten sind kei­ne außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung

Im Streit­fall litt die Klä­ge­rin u.a. an Zölia­kie. Hier­bei han­delt es sich um eine die Ver­dau­ung beein­träch­ti­gen­de Erkran­kung der Dünn­darm­schleim­haut, die auf einer Unver­träg­lich­keit des in vie­len Getrei­de­ar­ten (z.B. Wei­zen, Rog­gen) vor­kom­men­den Kle­be­pro­te­ins Glu­ten beruht. Den Antrag der Klä­ge­rin, die Mehr­auf­wen­dun­gen für Diät­kos­ten in Höhe von 3 192 DM (266 DM pro Monat) im Streit­jahr 1996 als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung zu berück­sich­ti­gen, lehn­te das Finanz­amt ab. Die Kla­ge hat­te kei­nen Erfolg.

Der BFH wies die Revi­si­on der Klä­ge­rin gegen das finanz­ge­richt­li­che Urteil als unbe­grün­det zurück. Zölia­kie sei zwar eine Krank­heit, so dass unmit­tel­ba­re Krank­heits­kos­ten wie z.B. Arz­nei­mit­tel abzieh­bar sei­en. Diät­kos­ten sei­en aber nach dem ein­deu­ti­gen Wort­laut des § 33 Abs. 2 Satz 3 EStG nicht zu berück­sich­ti­gen. Das Abzugs­ver­bot gel­te – wie sich aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Vor­schrift erge­be – aus­nahms­los. Denn die ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen Aus­nah­men bei Zucker­krank­heit und Mul­ti­pler Skle­ro­se sei­en nicht Gesetz gewor­den. Diät­kos­ten könn­ten daher auch dann nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung abge­zo­gen wer­den, wenn sie mit einer Krank­heit zusam­men­hin­gen, ihre Not­wen­dig­keit nach­ge­wie­sen sei und die Diät – wie bei der Zölia­kie – eine medi­ka­men­tö­se Behand­lung erset­ze. Der BFH weist in die­sem Zusam­men­hang dar­auf hin, dass die Kos­ten für die Ver­pfle­gung grund­sätz­lich zu den übli­chen, nicht abzieh­ba­ren Auf­wen­dun­gen für die Lebens­füh­rung rech­nen. Gegen den Aus­schluss der Diät­kos­ten bestün­den kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken, und zwar weder im Hin­blick auf das ver­fas­sungs­recht­li­che Ver­bot der Benach­tei­li­gung Behin­der­ter (Art. 3 Abs. 3 Satz 2 des Grund­ge­set­zes) noch im Hin­blick auf den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 GG). Die unter­schied­li­che Behand­lung von unmit­tel­ba­ren Krank­heits­kos­ten (z.B. Arz­nei­mit­tel) und Diät­kos­ten sei sach­lich gerecht­fer­tigt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21.06.07 – III R 48/​04