Erb­bau­recht – und die hier­aus erziel­ten Ein­künf­te

Ein Grund­stück kann in der Wei­se belas­tet wer­den, dass dem­je­ni­gen, zu des­sen Guns­ten die Belas­tung erfolgt, das ver­äu­ßer­li­che und ver­erb­li­che Recht zusteht, auf oder unter der Ober­flä­che des Grund­stücks ein Bau­werk zu haben (Erb­bau­recht, s. § 1 Abs. 1 des Erb­bau­rechts­ge­set­zes ‑Erb­bau­RG-).

Erb­bau­recht – und die hier­aus erziel­ten Ein­künf­te

Ist das Grund­stück mit einem Erb­bau­recht belas­tet, gilt das auf dem Grund­stück ste­hen­de Gebäu­de als wesent­li­cher Bestand­teil des Erb­bau­rechts (§ 12 Abs. 1 Erb­bau­RG) mit der Fol­ge, dass der Erb­bau­be­rech­tig­te zivil­recht­lich Eigen­tü­mer des Gebäu­des wird oder zumin­dest eine dem Eigen­tü­mer ähn­li­che Stel­lung i.S. des § 39 Abs. 2 Nr. 1 AO erlangt [1].

Eine Nut­zungs­über­las­sung des im Rah­men der Erb­bau­be­rech­ti­gung errich­te­ten Gebäu­des durch den Erb­bau­be­rech­tig­ten an Drit­te erfolgt dann aus eige­nem Recht; der Erb­bau­be­rech­tig­te erzielt hier­aus Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung (§ 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG).

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 3. Sep­tem­ber 2019 – IX R 2/​19

  1. vgl. BFH, Urteil vom 19.01.1982 – VIII R 102/​78, BFHE 135, 434, BStBl II 1982, 533, m.w.N.[]