Krank­heits­kos­ten als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung – und die Zah­lung der Kran­ken­kas­se

Die als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung anzub Krank­heits­kos­ten sind um die geleis­te­te Zah­lung der Kran­ken­kas­se zu min­dern.

Krank­heits­kos­ten als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung – und die Zah­lung der Kran­ken­kas­se

Durch Krank­heit ent­stan­de­ne Auf­wen­dun­gen sind steu­er­lich nur in der Höhe als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung zu berück­sich­ti­gen, in der sie das Ein­kom­men des Steu­er­pflich­ti­gen tat­säch­lich und end­gül­tig belas­ten. Bei der Ermitt­lung der Höhe der außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tung sind daher auch sol­che Ersatz­leis­tun­gen, Bei­hil­fen und ande­re Erstat­tungs­be­trä­ge abzu­zie­hen, die der Steu­er­pflich­ti­ge erst in einem spä­te­ren Kalen­der­jahr erhält 1.

Die­se Vor­teils­an­rech­nung grün­det auf der zweck­ge­rich­te­ten Aus­le­gung des Begriffs der Auf­wen­dun­gen und dem Merk­mal der Außer­ge­wöhn­lich­keit. Denn der Abzug­s­tat­be­stand des § 33 EStG erfor­dert die ver­min­der­te sub­jek­ti­ve Leis­tungs­fä­hig­keit des Steu­er­pflich­ti­gen. Der Steu­er­pflich­ti­ge ist im Ergeb­nis ledig­lich um die Dif­fe­renz von außer­ge­wöhn­li­chem Auf­wand und Ersatz­leis­tung belas­tet. Nur inso­weit trägt er den außer­ge­wöhn­li­chen Auf­wand tat­säch­lich und nur inso­weit ist sei­ne wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit ver­min­dert 2.

Die Vor­teils­an­rech­nung, die der Ver­mei­dung einer steu­er­li­chen Dop­pel­ent­las­tung dient, ist jedoch nur gebo­ten, wenn die (steu­er­freie) Ersatz­leis­tung und der Auf­wand auf dem näm­li­chen Ereig­nis beru­hen 3. Anzu­rech­nen sind des­halb nur Vor­tei­le in Geld oder Gel­des­wert, die der Steu­er­pflich­ti­ge erhält, um die ent­stan­de­nen außer­ge­wöhn­li­chen Auf­wen­dun­gen aus­zu­glei­chen 4.

Unter Berück­sich­ti­gung die­ser Grund­sät­ze sind die Krank­heits­kos­ten nur inso­weit als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen nach § 33 EStG zu berück­sich­ti­gen, als sie die von der Kran­ken­kas­se bezo­ge­nen Leis­tun­gen über­stei­gen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 21. Febru­ar 2018 – VI R 11/​16

  1. BFH, Urtei­le vom 21.08.1974 – VI R 236/​71, BFHE 113, 367, BSt­Bl II 1975, 14; vom 30.07.1982 – VI R 67/​79, BFHE 136, 396, BSt­Bl II 1982, 744; und vom 15.11.1991 – III R 30/​88, BFHE 166, 159, BSt­Bl II 1992, 179[]
  2. BFH, Beschluss vom 14.04.2011 – VI R 8/​10, BFHE 233, 241, BSt­Bl II 2011, 701[]
  3. BFH, Beschluss in BFHE 233, 241, BSt­Bl II 2011, 701[]
  4. stän­di­ge Recht­spre­chung, z.B. BFH, Urtei­le vom 19.07.1957 – VI 106/​55 U, BFHE 65, 250, BSt­Bl III 1957, 329; vom 22.10.1971 – VI R 242/​69, BFHE 104, 63, BSt­Bl II 1972, 177; vom 19.10.1990 – III R 93/​87, BFHE 162, 326, BSt­Bl II 1991, 140; und vom 18.04.2002 – III R 15/​00, BFHE 199, 135, BSt­Bl II 2003, 70[]