Pro­vi­sio­nen bei ring­wei­ser Ver­mitt­lung von Lebens­ver­si­che­run­gen

Nach einem heu­te ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs müs­sen Pro­vi­sio­nen aus der ring­wei­sen Ver­mitt­lung von Lebens­ver­si­che­run­gen von jedem Emp­fän­ger ver­steu­ert wer­den. Tref­fen meh­re­re Steu­er­pflich­ti­ge die Abre­de, sich sozu­sa­gen ring­wei­se Lebens­ver­si­che­run­gen zu ver­mit­teln und die dafür erhal­te­nen Pro­vi­sio­nen an den jewei­li­gen Ver­si­che­rungs­neh­mer wei­ter­zu­ge­ben, so kann die als Gegen­leis­tung für die Ver­mitt­lung von der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft ver­ein­nahm­te und nach § 22 Nr. 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes steu­er­ba­re Pro­vi­si­on nicht um eben den Betrag der Pro­vi­si­on als Wer­bungs­kos­ten gemin­dert wer­den, die der Ver­mitt­ler an den Ver­si­che­rungs­neh­mer wei­ter­lei­ten muss, wenn er umge­kehrt einen Aus­keh­rungs­an­spruch gegen den­je­ni­gen hat, der den Abschluss sei­ner Ver­si­che­rung ver­mit­telt.

Pro­vi­sio­nen bei ring­wei­ser Ver­mitt­lung von Lebens­ver­si­che­run­gen

In dem vom BFH ent­schie­de­nen Fall hat­ten drei Per­so­nen (A, B und C) mit­ein­an­der ver­ein­bart, dass A für B eine Ver­si­che­rung ver­mit­teln, die dafür erhal­te­ne Pro­vi­si­on (31 500 DM) aber an B wei­ter­lei­te­ten soll­te, wäh­rend C eine Ver­si­che­rung für A ver­mit­teln und die ver­dien­te Pro­vi­si­on (31 500 DM) A über­wei­sen soll­te – und so fort. Die­se die Ver­mitt­lungs­leis­tun­gen umfas­sen­de Ver­wen­dungs­ver­ein­ba­rung lässt nach dem Urteil des BFH den Auf­wands­cha­rak­ter der (Weiterleitungs-)Zahlungen ent­fal­len.

Auch bei ring­wei­ser Ver­mitt­lung von Lebens­ver­si­che­run­gen unter nahen Ange­hö­ri­gen und wech­sel­sei­ti­ger Wei­ter­ga­be der dafür erhal­te­nen Pro­vi­sio­nen wird eine nach § 22 Nr. 3 EStG steu­er­ba­re sons­ti­ge Leis­tung erbracht 1.

Die bei ring­wei­ser Ver­mitt­lung als Gegen­leis­tung von der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft ver­ein­nahm­te Pro­vi­si­on kann nicht um eben den Betrag der Pro­vi­si­on als Wer­bungs­kos­ten gemin­dert wer­den, wenn der Ver­mitt­ler die­sen Betrag auf­grund einer Ver­ein­ba­rung der an der ring­wei­sen Ver­mitt­lung betei­lig­ten Per­so­nen unter­ein­an­der zwar an den Ver­si­che­rungs­neh­mer wei­ter­lei­ten muss, er umge­kehrt aber einen Aus­keh­rungs­an­spruch gegen­über dem­je­ni­gen hat, der den Abschluss sei­ner Ver­si­che­rung ver­mit­telt 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. Janu­ar 2009 – IX R 34/​07

  1. Anschluss an das BFH-Urteil vom 27. Juni 2006 IX R 25/​05, BFH/​NV 2007, 657[]
  2. Wei­ter­ent­wick­lung des BFH-Urteils vom 27. Juni 2006 IX R 25/​05, BFH/​NV 2007, 657[]